Aktien- und Rentenquoten der Versicherungen stabilisieren sich Foto: kyoshino Quelle: iStock

Aktien- und Rentenquoten der Versicherungen stabilisieren sich

Autor: Markus Neubauer, Geschäftsführr Universal-Investment

Die Anlagestrategien verschiedener Investorengruppen können anhand der Analyse aller in Spezialfonds auf der Plattform von Universal-Investment (UI) investierten Gelder weitgehend repräsentativ nachvollzogen werden. Markus Neubauer, Geschäftsführer Universal-Investment, berichtet über das Investmentverhalten der Assekuranzen.

Markus Neubauer, Geschäftsführer Universal-Investment Foto: Manjit Jari Quelle: Universal-Investment

Auf den ersten Blick scheint die Entwicklung der Asset-Quoten von Versicherungen sich nicht allzu stark von der Entwicklung der durchschnittlichen Allokation institutioneller Investoren zu unterscheiden: Der langfristige Trend bei der Aktienquote geht nach oben, während die Rentenquote nahezu spiegelbildlich abnimmt. Schaut man
allerdings die Entwicklungen genauer an, so fällt ein Unterschied auf: Die Gesamtheit der Investoren erhöhte die Rentenquote nach einem Tiefstand bei gut 42 Prozent im Sommer letzten Jahres wieder auf rund 45 Prozent per Ende Februar 2018. Bei den Versicherungen dagegen tendierte die Rentenquote nach einem Tiefstand bei knapp
46 Prozent unter leichten Schwankungen eher seitwärts, per Ende Februar betrug sie 45,6 Prozent.

Aktienquote bei Versicherern auf neuem Höchststand

Im vergangenen Jahr wurde bei allen institutionellen Investoren mit im Schnitt 32,5 Prozent ein Höchststand der Aktienquote seit Beginn des Auswertungszeitraumes der 360-Grad-Analyse im Januar 2012 ermittelt, seitdem ging diese Quote auf 30,5 Prozent zurück. Versicherungen dagegen erhöhten die Aktienquote in ihren Spezialfonds auf der Plattform von Universal-Investment relativ kontinuierlich weiter, auf einen Höchststand von fast 41 Prozent per Ende Februar 2018.

Weniger Fondsanteile und Cash

Relativ deutliche Unterschiede zwischen Versicherern und der Anlegergesamtheit zeigen sich bei den Barbeständen und der Anlage in Fonds, die nicht dem Aktien- oder Rentenbereich zuzuordnen sind. Auf solche Fondsanteile entfielen bei der Gesamtheit aller Investoren per Ende Februar 2018 im Schnitt 12,2 Prozent, die Cashquote lag bei 11,9 Prozent. Bei Versicherern hatten solche Fondsanteile dagegen einen Anteil von nur 7,7 Prozent, auch die Cashquote fiel mit 5,6 Prozent deutlich niedriger aus als beim Durschnitt aller institutionellen Investoren.

Langfristig gute Performance

Auf lange Sicht haben Versicherungen mit ihren indirekten Anlagen auf der Plattform von Universal-Investment minimal besser als die Gesamtheit der Investoren abgeschnitten. Die jährliche Performance der Versicherungen betrug in den letzten zehn Jahren per Ende Februar 2018 4,08 Prozent, während die Anlegergesamtheit in diesem Zeitraum eine jährliche Rendite von 3,97 Prozent erzielte. Auf Sicht von drei und fünf Jahren liegt die Gesamtheit der Anleger mit ihrer durchschnittlichen Jahresperformance über den Versicherern, ebenso in den letzten zwölf Monaten per Ende Februar 2018. Auf Jahressicht verzeichneten die Assekuranzen eine Performance von 3,04 Prozent, während die Anlegergesamtheit in diesem Zeitraum einen Wertzuwachs von 3,15 Prozent erwirtschaftete.

Zoom
Asset-Quoten von Versicherungen im Vergleich zur Gesamtheit institutioneller Investoren I Quelle: Universal-Investment
Zoom
Asset-Quoten von Versicherungen im Vergleich zur Gesamtheit institutioneller Investoren II Quelle: Universal-Investment

Private Equity und Immobilien als Performancetreiber

Größte Performancetreiber unter den Spezialfonds der Versicherungen waren inden letzten zwei Jahren Private-Equity-Fonds, die jährlich um über 13 Prozent zulegten. Auch Immobilien-Spezialfonds leisteten mit einer Jahresperformance von rund sieben Prozent in diesem Zeitraum einen starken Beitrag, gefolgt von Aktienfonds mit 6,5 Prozent Jahresperformance, Dachfonds mit 5,2 Prozent und gemischten Fonds mit fünf Prozent Jahresrendite. Das Schlusslicht tragen die Renten-Spezialfonds, die auf Zweijahressicht nur eine Rendite von 2,8 Prozent im
Jahr einbrachten.

Finanzwerte liegen bei Versicherern vorn

Die Sektorengewichtung im Aktienbereich zeigt, dass Versicherungen Finanzwerte mit einem Anteil von rund zehn Prozent am gesamten Aktienbestand am höchsten gewichtet haben. Bei der Gesamtheit aller institutionellen Anleger liegt der Finanzaktienanteil mit durchschnittlich fast 16 Prozent allerdings noch höher. Informationstechnologie und langlebige Konsumgüter sind mit Anteilen von rund acht Prozent die zweit- und drittgrößten Aktiensektoren in der indirekten Anlage der Versicherer.

Zoom
Quelle: Universal-Investment


Schwerpunkt Unternehmensanleihen

Während Staatsanleihen in den indirekten Rentenanlagen der Versicherer mit einem Anteil von knapp 28,8 Prozent nur gering übergewichtet sind gegenüber der Rentenquote der Investorengesamtheit von 26,4 Prozent, besteht bei Unternehmensanleihen eine starke Übergewichtung: Versicherer kommen auf einen Corporates-Anteil von über 41,6 Prozent, die Anlegegesamtheit dagegen nur auf 29,7 Prozent. Ein deutlicher Unterschied besteht auch bei Schuldscheindarlehen / Loans, die in den Rentenportfolios der Versicherer weniger vertreten sind. Alle Investoren sind im Schnitt zu 5,3 Prozent in diesem Rentensegment investiert, bei Pensionskassen und Versorgungseinrichtungen beträgt der Anteil sogar 12,2 Prozent, bei Banken 26,8 Prozent. Die Auswertung erfasst alle Anlagen in Spezialfonds bei Universal-Investment für den Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis 28. Februar 2018 und wird monatlich aktualisiert. Das Gesamtvolumen der analysierten Assets under Administration von Universal-Investment beträgt derzeit rund 267 Milliarden Euro. Dieses Volumen entspricht einem Marktanteil von gut 17 Prozent des gesamten vom Deutschen Fondsverband BVI erfassten Spezialfondsvermögens in Höhe von 1.600 Milliarden Euro (per Ende Januar 2018). 

Zoom
Quelle: Universal-Investment

Autor: Markus Neubauer, Geschäftsführr Universal-Investment
Erscheinungsdatum: 02.07.2018