Ferrari 458 Speciale: Der italienische Luxusautohersteller ist im Portfolio des Aktien Südeuropa UI Foto: Sjoerd van der Wal Quelle: iStock

Bella Figura

Autor: Carsten Behrens, DAS INVESTMENT

Die Aktienmärkte in Südeuropa sind noch ein gutes Stück von ihren alten Hochs entfernt. Angesichts des Wirtschaftsaufschwungs könnten diese Märkte ihre Aufholjagd jetzt beschleunigen. Anleger profitieren mit einem Stockpicker-Regionenfonds von Habbel, Pohlig & Partner.

Andreas Hauser, Portfoliomanager, Habbel, Pohlig & Partner Foto: Andreas Mann Quelle: Das Investment

Der frühe Vogel fängt den Wurm, lautet ein bekanntes Sprichwort, das häufig auch auf die Börse zutrifft. Habbel, Pohlig & Partner (HP&P) haben es sich zu Herzen genommen – und wurden belohnt.Vor knapp fünf Jahren legten die Wiesbadener Vermögensverwalter den Aktien Südeuropa UI auf. Seitdem hat sich das Portfolio sehr gut entwickelt. „Im Durchschnitt haben wir einen Wertzuwachs von 7,5 Prozent pro Jahr erwirtschaftet“, zieht Fondsmanager Andreas Hauser Bilanz.

Hauser erinnert sich: 2013 machte die Investmentgemeinde einen großen Bogen um spanische, italienische oder portugiesische Aktien. Die Anleger sorgten sich um den Euro. Wegen hoher Schuldenstände in diesen Staaten schien ein Auseinanderbrechen der Währungsunion nicht mehr ausgeschlossen. Die Befürchtungen erwiesen sich jedoch als übertrieben. „Die Geldpolitik der EZB stabilisierte die bedrängten Volkswirtschaften, die so Zeit für Reformen erhielten“, so Hauser. Diese Fortschritte machen sich nun bezahlt. Haushalte und Banken haben sich stabilisiert, ebenso wie der Euro selbst. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Wettbewerbsfähigkeit steigt. Nicht nur in Hamburg oder München, sondern auch in Mailand, in Madrid und neuerdings sogar in Athen.

Preisgünstige Unternehmen

Lange Zeit ignorierte die Masse der Anleger noch etwas anderes: Zahlreiche international gut aufgestellte Unternehmen aus Südeuropa wiesen beständig solide Bilanzen und stabile Gewinne aus. Die Börsennotierungen spiegelten diesen Sachverhalt aber nicht wider. Diese Unterbewertungen riefen die Stockpicker von HP&P auf den Plan. Die Vermögensverwalter selektieren vorzugsweise preisgünstige Unternehmen, die einer ausführlichen Einzelbewertung unterzogen werden. Branchen oder Indexgewichtungen spielen für die aktive Aktienauswahl der Portfoliomanager dagegen keine Rolle.

Südeuropa bietet ein ideales Umfeld für diese Strategie. „Besonders aussichtsreiche Titel identifizieren wir mithilfe unserer Bottom-up-Analysen“, so Hauser. Hierfür steht ein hauseigenes Firmenscreening- Tool bereit. Gemeinsam mit seinen Kollegen beobachtet der Manager rund 500 Gesellschaften, von denen sich 40 bis maximal 60 für das Portfolio qualifizieren. Bei der Auswahl legt Hauser besonderen Wert auf langfristig stabile Gewinne, krisenfeste Bilanzen und auch Wachstum.

Aktives Management

Am höchsten gewichtet sind derzeit die Sektoren Industrie und zyklische Konsumgüter. Banken meidet Hauser dagegen bis heute.

Im Portfolio des Aktien Südeuropa UI ist viel Bewegung. „Einerseits halten wir gute Aktien über viele Jahre“, berichtet Hauser. Andererseits wird der Portfolioanteil eines Titels auch schon einmal heruntergefahren, sollte dessen Notiz ihren fairen Wert erreicht haben oder sogar überschreiten.Jüngst geschah dies beispielsweise bei der italienischen Gesellschaft Interpump, Marktführer bei Spezialpumpen für die Ölindustrie. Vorangegangen war ein deutlicher Kursanstieg.

Dem Luxusautohersteller Ferrari, einem der absoluten Überflieger des Börsenjahrs 2017, hält Hauser indessen die Treue. Zu den HP&P-Dauerfavoriten zählen ferner die spanische Amadeus, führender Anbieter von IT-Software für Fluggesellschaften und Reiseveranstalter, die spanische Hotelkette NH-Hotels (Hauser: „Ein preiswerter Titel mit Übernahmefantasie“) sowie die bekannte Modekette Inditex.

Nach der Aktienrally der vergangenen Monate hat sich der Fonds etwas konservativer aufgestellt. Hauser fuhr beim Aktien Südeuropa UI zuletzt die Barmittelquote auf 8 Prozent hoch und vergrößerte den Portfolioanteil vergleichsweise konservativer französischer Titel auf 37 Prozent.„Damit sichern wir das sehr gute 2017er Ergebnis ab und schaffen zugleich Platz für neue Ideen“, lautet die Begründung des Portfoliomanagers.

Aktien Südeuropa UI

  • ISIN: DE000A1J9A74
  • BVI-Kategorie: Aktien
  • Auflagedatum: 1. Februar 2013
  • Fondsvolumen (inkl. aller Anteilklassen): 28,36 Millionen Euro

Stand: 15. Februar 2018

Weitere Informationen zum Fonds finden Sie in unserem Fondsselektor .

Neuer Blick auf die Märkte

Neue Käufe könnten erfolgen, sobald die Anzeigetafel wieder vermehrt Unterbewertungen anzeigen. Denn zum wertorientierten Ansatz gehört es eben auch, niemals zu viel für eine Gesellschaft zu bezahlen, nur weil sie von den Investoren gerade hochgejubelt wird.

Um das konjunkturelle Umfeld sorgt sich Hauser nur am Rande. „Nach dem beherzten Eingreifen der Notenbank erwarten wir jetzt, dass die Regierungen ihre Reformen weiter vorantreiben und der Aufschwung voranschreitet.“ Zudem werde die EZB dafür sorgen, dass die Zinsen niedrig bleiben. In diesem Umfeld könnten Anleger generell auch höhere KGVs akzeptieren als vor Jahren.

Das gilt insbesondere für Aktien aus Südeuropa. So notiert das Shiller-KGV, das die langfristigen Gewinnmultiplen vergangener Jahre misst, insbesondere für Spanien und Italien weiterhin massiv unterhalb des historischen Mittelwerts. Weiteres Aufholpotenzial ist somit vorhanden. 

Autor: Carsten Behrens, DAS INVESTMENT
Erscheinungsdatum: 19.02.2018