Merck Finck aus München: Fonds mit regelbasierter Strategie auf Basis der Theorie der relativen Stärke. Foto: tigerstrawberry Quelle: iStock

Dem Trend auf der Spur

Autor: Andreas Gauweiler und Yvonne Raßbach

Die Münchner Privatbank Merck Finck bietet ihren Kunden neben klassischen Vermögensverwaltungen auch regelbasierte Strategien an. Eine davon ist TOGA, die sowohl als Vermögensverwaltung wie auch als Fonds (ISIN DE000A0YJF18) verfügbar ist. Andreas Gauweiler, Senior Portfolio Manager bei Merck Finck, erläutert im Gespräch mit ChampionsNews die Strategie, die auf der „Theorie der Relativen Stärke“ des US-Finanzwissenschaftlers Robert A. Levy sowie den Erkenntnissen aus der Smart-Beta-Forschung fußt. Zudem erklärt er, warum die Strategie nicht im direkten Vergleich mit kostengünstigen ETFs steht und wie er den Aktienmarkttrends auf der Spur bleibt.

Andreas Gauweiler, Senior Portfolio Manager Foto: Andreas Gauweiler Quelle: Merck Finck

ChampionsNews: Herr Gauweiler, der TOGA UI (ISIN DE000A0YJF18)  ist bereits der zweite Publikumsfonds von Merck Finck, der nach einem quantitativen Ansatz verwaltet wird. Wie kam es zu diesem Schritt?

Gauweiler: Wir setzen die Strategie bereits seit Mitte 2013 erfolgreich bei unseren Kunden als Vermögensverwaltung um. Von vielen Investoren erhielten wir zudem jedoch die Anfrage, ob die Strategie auch über einen Fonds erwerbbar ist. Dies hat uns 2017 veranlasst, die Strategie zusätzlich als Publikumsfonds anzubieten. Dafür haben wir einen bestehenden Fonds Ende 2017 umgewandelt.

ChampionsNews: Nach welchen Kriterien investieren Sie in Ihrer Strategie?

Gauweiler: Das zugrunde gelegte Regelwerk basiert auf der „Theorie der Relativen Stärke“ des US-Finanzwissenschaftlers Robert A. Levy sowie den Erkenntnissen aus der Smart-Beta-Forschung. Wir analysieren in regelmäßigen Abständen unser Aktienuniversum und investieren dann in die Aktien und Branchen, die den stärksten Trend aufweisen, mit dem Ziel, zu großen Teilen davon für unsere Anleger zu profitieren.

ChampionsNews: Mit einer solchen Strategie stehen Sie im direkten Vergleich mit kostengünstigen ETFs. Ist das nicht problematisch?

Ich denke, wir bieten mehr als ein passiver ETF.

Andreas Gauweiler

Gauweiler: Ich denke, wir bieten mehr als ein passiver ETF. Auch wenn wir davon überzeugt sind, mit dieser Selektionsmethode den Aktienmarkt langfristig zu schlagen, so verliert auch eine solche Strategie in negativen Aktienmärkten. Aus diesem Grund basiert unser Investmentprozess außer auf der reinen Aktienselektion zusätzlich auf einer regelbasierten Steuerung des Aktienexposures zwischen 0 und 100 Prozent, die das Portfolio möglichst weitgehend vor ausgeprägten Baisse-Phasen schützen soll.

ChampionsNews: In welche Aktienmärkte und Marktsegmente investieren Sie?

Gauweiler: Bei Vollinvestition, weil unser Regelwerk einen positiven Trend an den Aktienmärkten ausmacht, ist das Portfolio ungefähr zu je einem Drittel in Deutschland, Europa und international investiert. Der Schwerpunkt liegt hier bei Large Caps, zudem werden auch Mid Caps beigemischt.

ChampionsNews: Wie hat sich der Fonds im vergangenen Börsenjahr entwickelt und wie positionieren Sie sich für 2019?

Gauweiler: Der TOGA UI konnte sich lange von der negativen Entwicklung der europäischen Aktienmärkte abkoppeln und lag bis zum Spätsommer 2018 sogar im Gewinn. Danach hat auch unser Portfolio an Wert verloren, bis wir Anfang November das Aktien-Exposure auf null Prozent gesenkt haben und so weitere Verluste vermeiden konnten. Besonders erfreulich war die Entwicklung des Fondsvermögens, das sich 2018 auf über 50 Millionen Euro mehr als verdoppelt hat. Aktuell kann unser System noch keinen nachhaltig positiven Trend an den Aktienmärkten erkennen, weshalb wir weiterhin nahezu kein Netto-Aktien-Exposure im Portfolio haben. Sollte sich hier etwas ändern, würden wir die Aktienquote in wenigen Schritten wieder aufstocken.   

Autor: Andreas Gauweiler und Yvonne Raßbach
Erscheinungsdatum: 18.03.2019