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Eindeutige langfristige Wettbewerbsvorteile entscheidend

Autor: Dr. Carl Otto Schill, Managing Partner Value Partnership

Kleinere und mittlere Unternehmen stehen ganz im Fokus von Value Partnership. Wie man gezielt über den Fonds Value Partnership (DE000A14UV29/DE000A14UV37) in Unternehmen des Mittelstands mit einem Value-Ansatz investiert, erläutert Dr. Carl Otto Schill, Managing Director Value Partnership, im Gespräch mit Universal-Investment.

Dr. Carl Otto Schill, Managing Director Value Partnership Quelle: Value Partnership

Universal-Investment: Herr Dr. Schill, der Value Partnership hat den Untertitel „Der Unternehmerfonds“. Können Sie uns das bitte erklären?

Schill: Ich bin Quereinsteiger und war über 20 Jahre geschäftsführender Gesellschafter einer internationalen Unternehmensgruppe. Daneben habe ich mich seit dem Studium der Betriebswirtschaft intensiv mit dem Aktienmarkt beschäftigt. Warren Buffett hat die Synergien zwischen diesen beiden Welten meiner Meinung nach treffend beschrieben: „Investor zu sein hat mich zu einem besseren Unternehmer gemacht, und Unternehmer zu sein hat mich zu einem besseren Investor gemacht“.

Universal-Investment: Sie haben sich bei Ihrer Anlagestrategie dem Value Investing verschrieben. Wie spiegelt sich das in der Aktienauswahl für das Fondsportfolio wider?

Schill: Als Unternehmer habe ich in der Praxis erfahren, dass eine Überrendite auf das investierte Kapital langfristig nur mit exzellenten Unternehmen zu erzielen ist. Entsprechend steht im Mittelpunkt unserer Analyse das Geschäftsmodell des Unternehmens. Nur wenn wir eindeutige langfristige Wettbewerbsvorteile, wie Netzwerkeffekte oder Wechselkosten identifizieren, ist für uns ein Investment interessant. Wir orientieren uns hier am modernen Value Investing, wie es an der Columbia University gelehrt wird.

Universal-Investment: Sie haben einen Schwerpunkt auf Small-Cap- und Mid-Cap-Unternehmen gelegt. Wie filtern Sie die richtigen unterbewerteten Nebenwerte aus dem Gesamtuniversum heraus?

Schill: Neben den schon oben beschriebenen Wettbewerbsvorteilen müssen unsere Beteiligungen moderat bewertet sein. Dies finden wir hauptsächlich bei kleineren Unternehmen, die nicht so im Fokus des Kapitalmarktes stehen. Nur wenn der von uns errechnete innere Wert eines Unternehmens mindestens 30 Prozent über dem Börsenkurs liegt, werden wir in die Aktie investieren. Diese Sicherheitsmarge ist für uns sehr entscheidend, um auch bei schwierigen Märkten einen ausreichenden Puffer zu besitzen.

Universal-Investment: Kleine Unternehmen können oftmals wegen mangelnder Liquidität am Markt nicht ausreichend gehandelt werden. Wie gehen Sie mit diesem Problem im Portfolio um?

Schill: Da der Fonds noch relativ klein ist, haben wir meistens keine Probleme bezüglich mangelnder Liquidität. Uns ist aber klar, dass unser Fonds nur bis zu einem bestimmten Volumen diese vorteilhaften Investmentmöglichkeiten hat. Deshalb müssen wir unser Fondsvolumen bei stärkeren Zuflüssen begrenzen. Das ist aber heute noch kein Thema.

Universal-Investment: Welche Unternehmen haben sich zuletzt als besonders erfolgreich für das Fondsportfolio erwiesen? Wo lassen sich derzeit die Hidden Champions finden?

Schill: Der Schwerpunkt unserer Investments befindet sich in den Nischen der Megatrends wie der Digitalisierung oder Globalisierung. Hier investieren wir gerne in die Hidden Champions. Dies sind meist Familienunternehmen mit einer führenden Marktstellung und einer langfristigen Ausrichtung. Ein Beispiel ist das Schweizer Familienunternehmen Bossard, das eine herausragende Position bei Verbindungstechniken von Produkten hat. Die digitale Transformation der industriellen Produktion wird durch Bossard aktiv vorangetrieben. Mit dem Know-how des Unternehmens können bis zu 50 Prozent der Verbindungskosten eingespart werden. Prominente Kunden von Bossard sind zum Beispiel Tesla und John Deere. Ein anderes Unternehmen im Fonds ist GK Software. Das deutsche Familienunternehmen ist ein führender Anbieter von Handelssoftware und bietet modernste Lösungen für die Vernetzung, Steuerung und Kontrolle von großen Filialnetzen. Neue Produkte sind cloudbasierte Omni-Channel-Lösungen für das Zusammenspiel von Online und Offline. Strategischer Partner beim Vertrieb und Miteigentümer ist SAP. Kunden, wie etwa Lidl und Cartier, befinden sich weltweit in über 40 Ländern. 

Autor: Dr. Carl Otto Schill, Managing Partner Value Partnership
Erscheinungsdatum: 27.10.2017