Japan bietet nach wie vor interessante Investmentmöglichkeiten Foto: oluolu3 Quelle: iStock

Fokus auf Ertragsperlen

Autor: Christian Mallek

Frühzeitig in die richtigen Fondskonzepte zu investieren, um für den Investor langfristig einen kontinuierlichen Mehrwert zu erzielen, hat sich Christian Mallek, Fondsberater des SIGAVEST Vermögensverwaltungsfonds UI (DE000A0MZ317) auf die Fahnen geschrieben. Wie die aussichtsreichsten Ansätze erfolgreich fürs Portfolio herausgefiltert werden, berichtet er im Gespräch mit Universal-Investment.

Christian Mallek, SIGAVEST Vermögensverwaltung Quelle: SIGAVEST Vermögensverwaltung

Wir sind davon überzeugt, dass ein aktives Management einen deutlichen Mehrwert gegenüber passiven Investments bietet.

Christian Mallek

Universal-Investment: Herr Mallek, ein Schwerpunkt des SIGAVEST-Fonds stellen Investments in Fondsanteile dar. Sie setzen derzeit mehrheitlich auf aktive Fondsmanager. Wieso bevorzugen Sie aktives Management gegenüber passiven Ansätzen? Nach welchen Kriterien werden die Fonds fürs Portfolio ausgewählt?

Mallek: Wir sind davon überzeugt, dass ein aktives Management einen deutlichen Mehrwert gegenüber passiven Investments bietet. Wir konzentrieren uns bei der Auswahl der Manager auf die Spezialisten, die in ihrer jeweiligen Kernkompetenz unter Beweis gestellt haben, dass sie Märkte schlagen können. Das zeigt sich oftmals gerade auch in Abschwungphasen, wenn Verluststrecken deutlich begrenzt werden. Wir geben aber auch jungen Strategien ohne langen Track Record eine Chance, wenn uns die Manager und ihr Konzept überzeugen.

Wir möchten gerne frühzeitig an Bord sein. Nur wenn wir für einen Markt, den wir abdecken wollen, kein geeignetes aktives Investment finden, greifen wir auch auf ETFs zurück. Das Schöne ist, dass uns alle Anlageinstrumente zur Verfügung stehen. Wir decken ein international aktienorientiertes Portfolio ab, das aufgrund der Beimischung von volatilitätsarmen Investments jedoch deutlich stabilere Ergebnisse aufweist. Darauf aufbauend suchen wir unsere Zielinvestments aus.

Universal-Investment: Ein Merkmal Ihrer Strategie ist das frühzeitige Investment in Fonds, die aufgrund ihres Ansatzes als besonders vielversprechend gelten und aufgrund von hohen Zuflüssen ihr Anlagevolumen begrenzen. Wie filtern Sie mögliche erfolgreiche Fonds mit Soft-Closing-Tendenzen frühzeitig heraus?

Mallek: Bei einem Investment in einen Zielfonds steht ein eventuelles Soft Closing nicht im Vordergrund. Dass sich das bei dem einen oder anderen Fonds ergibt, zeigt uns, dass wir besonders interessante Fondskonzepte auch dank unserer guten Vernetzung in der Branche oftmals rechtzeitig entdecken. Ein Beispiel dafür ist das Investment in den Magna New Frontiers Fund. Wir suchten bereits vor einiger Zeit ein Investment im Bereich der New-Frontiers-Märkte zur Ergänzung unserer Emerging-Markets-Positionen.

Dabei sind wir auf den von Stefan Böttcher gemanagten Magna New Frontiers aufmerksam geworden. Böttcher ist ein absoluter Kenner der Frontiers-Märkte mit einem sehr guten Track Record. Schon beim ersten Gespräch deutete sich an, dass ab einem Volumen von 400 Millionen Euro ein Soft Closing kommen wird, damit der Fonds seine Anlageziele in diesen engen Märkten auch weiter verfolgen kann. In den nächsten Wochen wird die absolute Obergrenze von 500 Millionen Euro voraussichtlich erreicht und der Fonds dann geschlossen werden. Uns überzeugte letztlich das Gesamtkonzept, so dass wir den Fonds mit knapp zwei Prozent Gewichtung allokierten.

Universal-Investment: Welche Investmentfonds haben sich zuletzt als besonders erfolgreich fürs Portfolio erwiesen?

Mallek: Besonders performancestark war in diesem Jahr der Mainfirst Germany Fund mit einem Zuwachs von über 35 Prozent bis Mitte November. Fondsmanager Olgerd Eichler investiert vor allem in wachstumsstarke unterbewertete deutsche Mittelstandsunternehmen, wobei er sich auf ein konzentriertes Portfolio von rund 30 Titeln fokussiert. MDAX und SDAX wurden nicht nur in 2017 deutlich geschlagen, sondern auch in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr outperformt.

Mit dem Atlantis Japan befindet sich seit Sommer ein exzellenter Japan-Fonds im Portfolio, der uns in den ersten drei Monaten bereits einen Gewinn von gut zwölf Prozent einbrachte. Das Hauptaugenmerk legt Fondsmanagerin Taeko Setaishi im Rahmen ihres mehrstufigen Analyseprozesses auf kleinere Werte mit starkem Wachstums- und Erholungspotenzial. Mit der 2011 aufgelegten Eurotranche (+25,4 Prozent p. a.) schlug Setaishi den marktbreiten Topix (+10,6 Prozent p. a.) in den vergangenen Jahren deutlich.

Universal-Investment: Einzelaktien und Rentenpapiere sind in einem geringeren Umfang momentan enthalten. Welche Anlagekriterien kommen bei der Auswahl der Einzeltitel zum Tragen? Welche Einzeltitel haben sich zuletzt besonders positiv aufs Portfolio ausgewirkt?

Mallek: Die Einzelaktien, die wir in unserem Fonds allokieren, stammen in erster Linie aus der Umsetzung der Strategie eines Wirtschaftsinformationsdienstes mit über 50 Jahren Erfahrung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf ausgewählten deutschen Value-Aktien. Die erfolgreichsten Titel in diesem Jahr waren Süss Microtec mit einem Zuwachs von 155 Prozent und AT&S mit 105 Prozent. In diesem Jahr liegt die Performance dieser Strategie bei +25 Prozent und seit Beginn der Umsetzung am 1. Dezember 2011 bei +110 Prozent. Diese Ergebnisse sind umso eindrucksvoller, als die Strategie in den letzten Jahren mit einer Liquiditätsquote von fast 50 Prozent arbeitete. Investitionen in Anleihen sind dagegen eher die Ausnahme. Wenn sich hier aber interessante Opportunitäten anbieten, nutzen wir sie, wie etwa bei der siebenprozentigen Nachranganleihe von Grenke Leasing, die wir im September aus der Emission zu 100 Prozent gezeichnet hatten. Aktuell notiert die Anleihe bei über 112 Prozent. 

Autor: Christian Mallek
Erscheinungsdatum: 25.01.2018

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