Montagu investiert in unsere erfolgreiche Strategie und treibt sie mit uns voran. Foto: Andreas Mann Quelle: Das Investment

Universal-Investment will führende europäische Service-Plattform werden

Katja Müller, Mitglied der Geschäftsleitung bei Universal-Investment, über Trends im Geschäft mit Private-Label-Fonds, die Wachstumspläne ihrer Gesellschaft und die Vorteile der technologischen Revolution ihrer Branche

DAS INVESTMENT: Welche Trends sehen Sie aktuell bei Private-Label-Fonds?

Katja Müller: Zu unseren Kunden im Private-Label-Geschäft gehören führende unabhängige Vermögensverwalter, die uns mit der Administration ihrer Fonds beauftragen. Gerade unter diesen Fonds befinden sich eine Menge attraktiver „Perlen“. Diese sind sehr gefragt.Anleger schätzen das Know-how und die Unabhängigkeit der Manager. Bei vielen dieser Fondsperlen handelt es sich um Mischfonds. Diese Asset-Klassenübergreifenden Produkte sind wie auch schon in den vergangenen Jahren weiterhin beliebt. Es gibt aber auch andere tolle innovative Konzepte.

DAS INVESTMENT: Nennen Sie bitte ein paar Beispiele?

Müller: Da wäre etwa ein nachhaltiger Mischfonds, der in Unternehmen investiert, die Vorreiter beim Klimaschutz sind. Zudem betreuen wir den Fonds eines Vermögensverwalters, der einen Family-Office-Ansatz in seinen Fonds überträgt und für einzelne Segmente Spezialisten anbindet. Und wir haben einen ersten Fonds, der den Fondsmanager mittels künstlicher Intelligenz unterstützt. Ein weiterer Fonds setzt auf Factor Investing mithilfe wissenschaftlicher Methoden. Wie bereits ausgeführt, sind vermögensverwaltende Ansätze seit Jahren gefragt. Und parallel sind die Kapitalmärkte sehr gut gelaufen.

DAS INVESTMENT: Lohnt dann noch der Einstieg?

Müller: Den perfekten Einstiegszeitpunkt findet man meist nicht. Es ist daher viel wichtiger, das eigene Risikoprofil auszuloten und seinen Anlagehorizont zu kennen. Soll die Anlage mittel- oder langfristig dem Vermögensaufbau dienen, spielt die aktuelle Marktsituation eher eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist die Diversifizierung.

DAS INVESTMENT: Warum wählen Fondsinitiatoren Universal-Investment als Private-Label-Plattform aus?

Müller: Universal-Investment ist der Marktführer. Wir übernehmen die Administration für rund 600 Publikumsfonds mit rund 27 Milliarden Euro Gesamtvolumen. Daneben verwalten wir auch die Anlagen institutioneller Investoren. Insgesamt hat unser Haus etwa 360 Milliarden Euro Assets under Administration. Wir bieten eine sehr leistungsfähige Plattform und viele Service-Pakete. Die Administration von Private-Label-Fonds ist unser Kerngeschäft. Wir managen keine eigenen Publikumsfonds: Wir sind unabhängig und damit ohne Interessenskonflikte. Das schätzen unsere Partner sehr. Und letztlich profitieren auch die Privatanleger davon, da wir ihnen eine breite Palette verschiedenster Fondskonzepte anbieten können, aus der sie die zu ihren Anlagezielen passenden Produkte auswählen können.

DAS INVESTMENT: Welche Services bieten Sie neben der reinen Administration?

Müller: Wir sind beispielsweise führend im Commission-Management, das heißt, wir unterstützen unsere Kunden bei der Incentivierung ihrer Vertriebe. Und wir bieten unseren Fondsinitiatoren viele vertriebsunterstützende Maßnahmen, zum Beispiel Newsletter, Video-Interviews oder Roadshows.

DAS INVESTMENT: Die Digitalisierung hat die Finanzbranche erreicht.Wie gehen Sie mit dem Megatrend um?

Müller: Das ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Für uns bedeutet Digitalisierung die Chance, effizienter und besser zu werden, sowohl in den Prozessen als auch in der IT-Unterstützung. Daher investieren wir viel Zeit und Geld in unsere Technikplattform. Wir haben beispielsweise ein Pilotprojekt mit Software-Robotern gestartet, die systemübergreifende Prozesse automatisieren und beschleunigen. So bleibt mehr Zeit für die Betreuung unserer Kunden.

Ziel ist, führende europäische Service-Plattform zu werden.

Katja Müller

DAS INVESTMENT: Zu Jahresanfang hat Universal-Investment mit dem britischen Finanzinvestor Montagu einen neuen Eigentümer bekommen. Hat sich seitdem etwas für Ihr Haus verändert?

Müller: Wir setzen unser bewährtes Geschäftsmodell fort. Der neue Eigentümer investiert in unsere erfolgreiche Strategie und treibt diese mit uns voran. Wir wollen weiter wachsen, und unser regionaler Fokus wird sich deutlich erweitern. Künftig wollen wir neben den deutschen Fondsinitiatoren noch mehr internationale Spezialisten als heute unterstützen. Das Ziel ist, die führende europäische Fonds-Service-Plattform über alle Asset-Klassen hinweg zu werden. Wir wollen auch Fondsinitiatoren aus ganz Europa eine perfekte Administration ihrer Fonds bieten. Dabei haben wir die volle Unterstützung des neuen Eigentümers.

DAS INVESTMENT: Betreuen Sie bereits auch Kunden außerhalb Deutschlands?

Müller: Ja, wir haben auch jetzt schon eine ganze Reihe sehr interessanter Asset Manager aus der ganzen Welt für uns gewinnen können. Vor Kurzem ist beispielsweise ein Schwellenländer-Spezialist aus Finnland hinzugekommen, den wir in den deutschen Markt begleiten. Dieses internationale Angebot wollen wir weiter ausbauen. Dabei hilft uns, dass wir neben unserer deutschen Plattform auch einen Standort in Luxemburg haben. Klar ist: Für unsere bestehenden Kunden ändert sich durch die Übernahme nichts, zumindest nicht zu ihrem Nachteil. Aber sie werden natürlich davon profitieren, dass wir weiter in Technik investieren, um noch effizienter zu werden und unsere Leistungsfähigkeit kontinuierlich zu steigern. 


Erscheinungsdatum: 25.01.2018