"Die nachfolgenden Generationen werden es einem danken, wenn man nachhaltig investiert" Foto: Kuzmichstudio, Quelle: iStock

Für eine bessere Zukunft

Gastautor: Anton Bonnländer und Timo Lüllau

Vorausschauend investieren gehört zum Grundverständnis der Bank für Sozialwirtschaft (BfS), die sich auf Geschäftskunden aus den Branchen Soziales, Gesundheit und Bildung konzentriert. Wie der Sozial- und Nachhaltigkeitsaspekt in das Anlagekonzept der BfS-Investmentfonds Bfs Nachhaltigkeitsfonds Ertrag, BfS Nachhaltigkeitsfonds Green Bonds und BfS Nachhaltigkeitsfonds Aktien I – Anteilklasse B einfließt, berichtet Anton Bonnländer, Bereichsleiter Anlagemanagement der Bank für Sozialwirtschaft.

Es werden strikte Nachhaltigkeitskriterien angewendet

Anton Bonnländer ,
Bereichsleiter Anlagemanagement Bank für Sozialwirtschaft
Anton Bonnländer Quelle: Bank für Sozialwirtschaft

Universal-Investment: Herr Bonnländer, soziale Verantwortung und nachhaltiges Handeln sind zentrale Elemente der Bank für Sozialwirtschaft. Wie wird das gelebt und wie fließt das in die tägliche Arbeit mit dem Kunden ein?

Bonnländer: Unser Kerngeschäft ist traditionell fest mit der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit verankert. Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege haben die Bank für Sozialwirtschaft im Jahr 1923 gegründet und gehören bis heute zu unseren Anteilseignern. Vor diesem Hintergrund verstehen wir uns als Teil der Sozial- und Gesundheitswirtschaft, die gerade im Zuge des demografischen Wandels für eine zukunftsfähige Gesellschaft unverzichtbar ist. Als Universalbank konzentrieren wir uns dementsprechend ganz auf das Geschäft mit Unternehmen, Verbänden, Stiftungen und anderen Organisationen, die in den Branchen Soziales, Gesundheit und Bildung tätig sind. Mit dieser Konzentration erbringt unsere Arbeit einen hohen gesellschaftlichen Nutzen.

Universal-Investment: Wie unterscheidet sich die Bank für Sozialwirtschaft in ihrem Verständnis für nachhaltige Anlagen gegenüber Mitstreitern am Markt? Was zeichnet Sie hier aus?

Bonnländer: Mit unseren Produkten und Dienstleistungen fördern wir aktiv die Sozial- und Gesundheitswirtschaft in Deutschland. Zu unseren Kundengruppen zählen Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege, Krankenhäuser und Spezialkliniken, medizinische Versorgungszentren, Krankenkassen, Sozialversicherungsträger, Werkstätten und Wohnheime für Menschen mit Behinderung, Wohn- und Tageseinrichtungen für Kinder und Jugendliche, Schulen in freier Trägerschaft und andere Bildungsträger. Diese fördern wir nicht nur durch unser Kreditgeschäft, wir bieten unseren Kunden auch explizit nachhaltige Anlageprodukte an. Individuelle Vorgaben sowie weitere Ausschlusskriterien können, je nach Kundenwunsch, berücksichtigt werden.

Universal-Investment: Auch die Investmentfonds Ihres Hauses haben sich ganz der Nachhaltigkeit verschrieben. Nach welchem Ansatz werden die Einzeltitel in den Portfolios ausgewählt? Unterscheiden diese sich unter Umständen zwischen den Fonds "BfS Nachhaltigkeitsfonds Aktien", "Ertrag" und "Green Bonds"?

Bonnländer: Grundsätzlich werden bei allen drei Investmentfonds strikte Nachhaltigkeitskriterien angewendet. Wir haben hierbei gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Oekom Research gemacht. Der sozialwirtschaftliche Hintergrund unserer Kunden bedingt einen Investmentansatz mit Absolute-Return-Ausrichtung. Unsere Kunden verzichten im Zweifel auf etwas mehr Rendite, wenn damit deutlich höhere Risikopotenziale verbunden sind. Neben Kursstabilität sind kontinuierliche Ertragsausschüttungen wichtig, die meist direkt in soziale Aufgaben oder Projekte unserer Kunden einfließen. Mit diesem konservativen Ansatz haben wir es geschafft, den siebten Platz von 349 meist konventionell anlegenden Mischfonds zu erreichen (Analyse der "Wirtschaftswoche" mit der Fondsanalysegesellschaft MMD "Beste Vermögensverwalter des Jahres 2017", Beitrag in "Wirtschaftswoche", Ausgabe Nr. 9 vom 24. Februar 2017).

Universal-Investment: Wie können Sie sicherstellen, dass ausschließlich nachhaltige Aktien oder Anleihen in die Portfolios kommen? Viele Unternehmen erweisen sich oftmals nicht als vollständig nachhaltig bei genauerer Analyse?

Bonnländer: Beim BfS Nachhaltigkeitsfonds Green Bonds besteht beispielsweise die Gefahr des sogenannten Green Washings: Ein Emittent schreibt in die Anleihebedingungen, dass mit der Emission Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz oder nachhaltiges Bauen getätigt werden sollen – er lässt dies aber nicht extern überprüfen. Diese ungeprüften, nicht von einer Umweltprüfagentur gerateten Green Bonds berücksichtigen wir nicht. Daneben sprechen wir in vielen Fällen mit den begleitenden Emissionsbanken. Insbesondere Emittenten oder Unternehmen, die nicht auf den ersten Blick als Nachhaltigkeitsvorbilder gelten, prüfen wir sehr intensiv. Auf der Aktienseite stellen wir die Erfüllung der Nachhaltigkeit durch sorgfältige Selektion in Zusammenarbeit mit Nachhaltigkeitsagenturen wie Oekom Research sicher. Zusätzlich sichern eigene Recherchen durch das Fondsmanagement und die Auswertung von relevanten Ad-hoc-Meldungen in den Medien die Qualität unserer Nachhaltigkeitsportfolios ab. 


Erscheinungsdatum: 03.01.2018

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