BRW Invest setzt auf eine Drei-Säulen-Strategie Foto: tunart Quelle: iStock

Fehler als Grundlage zukünftiger Erfolge

Autor: Bastian Bosse, BRW AG & Co.

Bei der Diskussion um das optimale Portfolio scheiden sich immer wieder die Geister. BRW Invest setzt hier auf eine Drei-Säulen-Strategie, mit der über alle Marktphasen hinweg positive Erträge erzielt werden sollen. Bastian Bosse, Leiter Asset Management bei BRW AG & Co. Vermögensmanagement, zeigt auf, wie diese Strategie umgesetzt wird und weshalb aktives Zyklusmanagement und systematische Ergänzungen durch Short-Positionen im Portfolio für den Erfolg so entscheidend sind.

Bastian Bosse, Leiter Asset Management, BRW AG & Co. Vermögensmanagement Quelle: BRW Invest

Im Dezember 1962 kaufte die Investorenlegende Warren Buffett über sein Investmentvehikel Buffett Partnership Ltd. (BPL) erstmalig Aktien der Berkshire Hathaway zu einem Kurs von 7,50 US-Dollar. Zum damaligen Zeitpunkt handelte es sich bei Berkshire Hathaway um ein Unternehmen, das Textilwaren an der Ostküste der Vereinigten Staaten herstellte. Trotz aufkommender Sorgen um die Konkurrenzfähigkeit heimischer Textilproduzenten übernahm die BPL wenige Jahre später die Aktienmehrheit – ein Schritt, den Buffett selbst im Jahr 2015 als seinen „100-Milliarden-Dollar-Fehler“ bezeichnete. Doch trotz (oder gerade wegen?) dieses Fehlers florierte Berkshire Hathaway unter Buffetts Führung. Heute, mehr als 55 Jahre nach dem Erstinvestment, gilt die Aktie der Berkshire Hathaway Inc. mit einem Kurs von rund 300.000 US-Dollar als teuerste Aktie der Welt.

Es wäre unangemessen, sich auf eine Stufe mit Warren Buffett zu stellen. Und doch scheint sein Handeln, ebenso wie sein offener Umgang mit Fehlern, in vielerlei Hinsicht vorbildlich. Gleiches gilt für zahlreiche (erfolgreiche) Unternehmen aus dem Silicon Valley, die mit teils atemberaubender Geschwindigkeit voranschreiten und es sich schlicht nicht leisten können, keine Fehler zu machen. Anstatt Fehler um jeden Preis vermeiden zu wollen, heißt das Motto dort: Gut zu sein, trotz Fehler. Hiermit ist die Fähigkeit, in Updates zu denken, unmittelbar verbunden. Denn Updates beseitigen nicht nur Fehler, sondern führen auch neue Leistungsmerkmale ein.

Ein anderer Blick auf Fehler, ein veränderter Umgang mit diesen sowie das Denken in Updates: Diese drei Fakten beschreiben sehr treffend den Weg, der bei der Verwaltung des Fonds „BRW Balanced Return Plus“ beschritten wird und von der renommierten Rating-Agentur Asset Standard sowohl auf Ein- wie auf Dreijahressicht mit fünf Sternen ausgezeichnet worden ist. In der täglichen Praxis spiegelt sich dieses Vorgehen in einer Drei-Säulen-Strategie wider.

Aktives Zyklusmanagement

Die erste Säule umfasst das aktive Zyklusmanagement: Die vorherrschende Meinung geht davon aus, dass das Gros der Erträge im letzten Drittel der Hausse verdient wird. Diese Aussage stimmt, wenn man diese letzte Phase isoliert betrachtet. Sie stimmt nicht, wenn man die anschließende Baisse-Phase miteinbezieht. So konnte der deutsche Aktienindex DAX vom Tief des Jahres 2003 bis zu seinem Höchststand im Jahr 2007 zwar um rund 270 Prozent zulegen, der anschließende Rückgang von fast 55 Prozent machte jedoch nicht nur die Gewinne des letzten Drittels binnen weniger Monate zunichte. Solchen Entwicklungen begegnet BRW Invest mit einem aktiven Zyklusmanagement, das  jede Hausse-Bewegung an den globalen Aktienmärkten systematisch in drei Phasen unterteilt und unterschiedliche Ziele und Handlungsweisen bedingt. Die nachstehende Grafik veranschaulicht noch einmal anschaulich die unterschiedlichen Hausse-Phasen:

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Quelle: BRW, aktives Zyklusmanagement – vwd portfolio manager Version 5.51

Aufbrechen des Portfolios in die Wert- und Preisseite

Die zweite und dritte Säule umfasst die Wert- und Preisseite. Ein konsequentes Aufbrechen des Portfolios in die zwei verschiedenen Seiten des Wertes und des Preises hat zwei angenehme Effekte: Es hilft dem Portfoliomanagement dabei, sich mit der nötigen Ruhe und dem Ziel der langfristigen Beteiligung auf die wertgetriebene Fundamentalanalyse zu konzentrieren und so die gesuchten unternehmensspezifischen Chancen langfristig über einen Aktienmarktzyklus hinweg zu berücksichtigen und zu wahren. Auch können die übergeordneten Phasen eines Börsenzyklus ebenso wie die kurzfristigen Irrationalitäten des Marktes adäquat gemanagt werden. Ein gutes Beispiel bietet die Entwicklung rund um den Brexit-Entscheid im Jahr 2016. Gestartet bei 10.200 Punkten Ende Mai fiel der DAX bis zur Monatsmitte um über sieben Prozent, nur um am 23. Juni 2016 – den Tag des Brexit-Entscheids – wieder seinen Ausgangswert von Ende Mai zu erreichen. Ein Nein zum Brexit schien somit aus Sicht der Marktteilnehmer beschlossene Sache. Bekanntermaßen kam es anders. In der unmittelbaren Folge korrigierte auch der DAX scharf. Die Situation war besorgniserregend, doch nicht lange. Sich in Erwartung einer solchen Phase erhöhter Marktpreisrisiken von unternehmerischen Beteiligungen zu trennen, die auf lange Sicht gedacht sind, scheint wenig überzeugend. Weit sinnvoller war es aus der Sicht von BRW Invest, die Brandmauern über die Short-Seite hochzuziehen und so das gewünschte Maß an Preissicherung zu erreichen, ohne das Tafelsilber verkaufen zu müssen. So fiel der Rückgang im Anteilspreis des BRW Balanced Return Plus mit gerade einmal einem Prozent am Nach-Brexit-Freitag deutlich geringer aus als das DAX-Minus von mehr als sieben Prozent. Dank eines dynamischen Prozesses sowohl auf der Wert- als auch der Preisseite, konnte der Vor-Brexit-Stand zudem bereits wenige Tage später wieder erreicht werden – zum gleichen Zeitpunkt befand sich der DAX noch über sechs Prozent im Minus.

Fazit

Mit der Drei-Säulen-Strategie ist der Investor für alle Marktphasen gut gewappnet. Mit den Zielen, den Zyklus aktiv zu managen und so den Blick zum richtigen Zeitpunkt auf Abwärtsphasen zu richten, sich langfristig an aussichtsreichen Unternehmen zu beteiligen und mit ihnen im besten Falle über Jahre und Jahrzehnte zu wachsen und Marktpreisrisiken durch die sowohl systematische als auch punktuelle Hinzunahme von Short-Positionen auf bedeutende Indizes zu reduzieren, konnte BRW Invest erfolgreich den BRW Balanced Return Plus (DE000A1110J4)  verwalten. 

Autor: Bastian Bosse, BRW AG & Co.
Erscheinungsdatum: 30.05.2018