Deutschland bleibt Anlageziel Nummer eins, Resteuropa holt auf, und bei den Nutzungsarten wird stärker diversifiziert Foto: iStock

Umfrage bei institutionellen Investoren: Immobilienanleger setzen auf Risikostreuung

Die fünfte Jahresumfrage von Universal-Investment beleuchtet das Verhalten institutioneller Immobilienanleger. Es haben sich Institutionen mit verwaltetem Gesamtvermögen von rund 60,5 Milliarden Euro daran beteiligt, das Immobilienkapital der Befragten beträgt rund 5,1 Milliarden Euro.

Der Heimatmarkt bleibt beliebt: 46,8 Prozent der Befragten (Vorjahr: 45,0 Prozent) planen Neuinvestitionen in Deutschland. Verstärkt wird das europäische Ausland ins Auge gefasst, dort wollen 30,8 Prozent der Umfrageteilnehmer (Vorjahr: 25 Prozent) neu investieren. Stabil sind die Werte für Nordamerika, das 18,9 Prozent (Vorjahr: 19 Prozent) als Anlageziel nennen. Die Region Asien / Pazifik dagegen sinkt in der Gunst, dort planen nur noch 3,5 Prozent (Vorjahr: 8,0 Prozent) Neuanlagen. Bei Neuinvestitionen in Wachstumsmärkten wie Brasilien, Russland, Indien und China sind die Anleger noch zurückhaltender als im Vorjahr (3,0 Prozent). „Auch die Analyse der realen Immobilienbestände auf unserer Plattform zeigt, dass institutionelle Anleger innerhalb der etablierten Märkte breiter diversifizieren“, sagt Alexander Tannenbaum, Geschäftsführer für das Immobiliengeschäft von Universal-Investment.

Zoom
Quelle: Universal-Investment

Bei den Nutzungsarten zeigt sich der Wunsch nach mehr Diversifikation klar: In Büroimmobilien wollen nur noch 30,4 Prozent der Befragten (Vorjahr: 37 Prozent) neu anlegen, die Anpassung der Vorjahre setzt sich fort. Leichte Einbußen gibt es in den Bereichen Einzelhandel und Wohnen, während sich der Anteil von Hotelimmobilien als Anlageziel mit 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt hat. Alexander Tannenbaum erläutert: „Neben den steigenden Preisen in den klassischen Segmenten Büro, Einzelhandel und Wohnen, spielt bei Investitionen in Produkte wie dem Hotelsegment oder Gesundheitsimmobilien gerade auch die sektorale Diversifikation grundsätzlich eine wichtige Rolle.“

Zoom
Quelle: Universal-Investment

Renditeerwartungen gehen weiter zurück

Die Erwartung an die jährliche Ausschüttungsrendite passt sich weiter an das Marktumfeld an und liegt inzwischen bei vier Prozent (Vorjahr: 4,13 Prozent). Als realisierte Gesamtrendite (durchschnittlich und über alle Assetklassen) erwarten die Anleger 4,72 Prozent, die jährliche Gesamtrendite, etwa nach der BVI-Berechnungsmethode, sehen die Befragten bei 4,57 Prozent.

Immobilien-Spezialfonds nach KAGB sollen für 62,5 Prozent der Befragten das Vehikel künftiger Investitionen sein, in Masterfonds sollen 37,5 Prozent der neuen Mittel fließen. Bei Wertpapier-Spezialfonds werden aktuell rund 70 Prozent nach dem Masterfonds-Prinzip gesteuert, das Potenzial für Master-KVGs im Immobilienbereich ist also groß. Erstmals gefragt wurde nach der Form der Anlage mit Blick auf eventuell gemeinsame Investitionen mit institutionellen Partnern, doch rund 70 Prozent der Anleger ziehen einen Individualfonds vor.

Immobilienanteil soll weiter steigen, Reporting-Art ist wichtig

Der Immobilienanteil in den Portfolien der Befragten soll von 13 auf 13,2 Prozent steigen, von den Geldern für Neuanlagen sollen 70 Prozent in Fondsanlagen fließen und rund 30 Prozent in direkte Immobilienanlagen. Mit Blick auf das Reporting wünschten sich die Befragten vor allem eine zumindest grundlegende Reporting-Standardisierung, quartalsweise IRR-Angaben für Unterinvestments, wie zum Beispiel in Zielfonds, und detaillierte Informationen zu den einzelnen Renditebestandteilen. 

Zoom
Quelle: Universal-Investment


Erscheinungsdatum: 02.07.2018