Martin Wilhelm, Fondsberater des ACATIS IfK Value Renten UI und Geschäftsführer des Instituts für Kapitalmarkt (IfK) Foto: Martin Wilhelm Quelle: Institut für Kapitalmarkt

Internationale Anleihen

Gastautor: Martin Wilhelm und Timo Lüllau Autor: Martin Wilhelm und Timo Lüllau

Der Fondsmarkt ist breit gefächert und bietet eine Vielzahl von Produkten mit unterschiedlichen Investmentstilen, Marktfokussierungen und Anlageklassen. Diese Vielfalt spiegelt sich auch auf der Fondsplattform von Universal-Investment wider. Universal-Investment stellt ein neues Produkte aus dieser Palette vor und hat den verantwortlichen Fondsberater befragt.

Bundesanleihen spielen seit längerer Zeit keine Rolle mehr

Martin Wilhelm ,
Geschäftsführer des Instituts für Kapitalmarkt

Universal-Investment: Herr Wilhelm, seit Jahren sind Sie erfolgreich mit einem Value-Ansatz bei Rentenpapieren. Das spiegelt sich im ACATIS IfK Renten Value UI wider. Worauf achten Sie besonders bei der Auswahl der Einzeltitel für das Portfolio?

Wilhelm: Ja in der Tat, wir übertragen die vom großen Investor Warren Buffett geprägte Philosophie „Value in Aktien" auf die Asset-Klasse Anleihen. Seit Start vor rund acht Jahren konnten wir das Kapital verdoppeln, um 101 Pro zent. Zugegebenermaßen gehört auch etwas Glück dazu, trotz all den Irrungen und Wirrungen in dieser Zeit, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Wir betrachten unsere Anlagephilosophie als Handwerk, das ein hohes Maß an Disziplin sowie Leidenschaft und Passion für das Geschäft erfordert. Eine wichtige Säule der Analyse ist das IfK-Scoring-Modell mit 27 Faktoren, 20 quantitativen und sieben qualitativen. Darauf aufbauend ist es von essenzieller Bedeutung, die Prospekte, also den Kreditvertrag der Anleihen (teilweise bis zu 400 Seiten), intensiv zu studieren und in der Tiefe zu Ende zu verstehen.

Universal-Investment: Viele Staatsanleihen, die ein niedriges Risiko haben, er weisen sich zunehmend als wenig attraktiv für eine Geldanlage. Gibt es dennoch Staatsanleihen, die für Sie als Anlage infrage kommen?

Wilhelm: Bundesanleihen spielen seit längerer Zeit keine Rolle, da sie bei einer Rendite von einem Prozent keinen Value hatten und somit auch bei 0,25 oder 0,5 Prozent nicht haben. Im Bereich der Staatsanleihen und supranationalen Emittenten (Weltbank/EIB) ist der Fonds momentan mit etwa 25 Prozent gewichtet. Zusätzlich sind wir beispielsweise seit 2009 in argentinischen Staatsanleihen investiert: Zum einen wirkt sich der Regierungswechsel positiv aus, und zum anderen liegt die Staatsverschuldung bei nur etwa 50 Prozent – also weniger als der Hälfte der Eurozone. Mit einer Verzinsung von sieben Prozent in Euro sind wir auch weiterhin positiv für die Zukunft gestimmt.

Universal-Investment: Welche Anleihen haben Sie gerade besonders im Fokus? Welche Einzeltitel haben sich in den letzten Monaten als richtiges Investment erwiesen?

Wilhelm: Das Mandat des Fonds ist es, mit internationalen Anleihen und Obligationen sowie Spezialitäten im Rentenbereich entsprechend Geld zu verdienen. Die Kategorie ist „Rentenfonds international“ und momentan ist circa ein Drittel des Portfolios in Währungen angelegt (nach Hedge rund 25 Prozent). Die Haltedauer liegt bei etwa drei bis vier Jahren und sollte sich im Hinblick auf die deutlich höhere Verzinsung, verglichen zum Euroraum, entsprechend bezahlt machen.

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Universal-Investment: Welche Anleihen haben Sie gerade besonders im Fokus? Welche Einzeltitel haben sich in den letzten Monaten als richtiges Investment erwiesen?

Wilhelm: Das Mandat des Fonds ist es, mit internationalen Anleihen und Obligationen sowie Spezialitäten im Rentenbereich entsprechend Geld zu verdienen. Die Kategorie ist „Rentenfonds international“ und momentan ist circa ein Drittel des Portfolios in Währungen angelegt (nach Hedge rund 25 Prozent). Die Haltedauer liegt bei etwa drei bis vier Jahren und sollte sich im Hinblick auf die deutlich höhere Verzinsung, verglichen zum Euroraum, entsprechend bezahlt machen.

Universal-Investment!: Wie schätzen Sie das immer weiter ausufernde Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) ein? Birgt die Ausweitung auf Unternehmensanleihen nicht auch große Gefahren?

Wilhelm: Wir haben bis 2015 den Weg der EZB als Partner des Kapitalmarktes für richtig und sinnvoll erachtet. Bezüglich des Anleihekaufprogramms hätten wir uns eine kleine, aber feine Änderung im Wortlaut gewünscht: nicht Ankauf „von 80 Milliarden“ sondern von „bis zu 80 Milliarden". Damit könnte die EZB das Programm nach den Erfordernissen gestalten, und es gäbe keinen permanenten Anlagedruck, jeden Monat, also auch im umsatzschwachen Sommer oder Dezember, kaufen zu müssen. Ganz bewusst ist der Ansatz „Value in Anleihen" darauf ausgerichtet, individuelle Geschichten mit Renditeaufschlag zu finden (aktuelle Verzinsung rund vier Prozent). Damit ist die Schnittmenge des Portfolios mit den von der EZB ankaufsfähigen Wertpapieren bei lediglich fünf Prozent. Das ist auch gut so.

 

Autor: Martin Wilhelm und Timo Lüllau
Erscheinungsdatum: 22.05.2017