Von Private Equity bis zu Debt Funds – die richtige Struktur bringt Asset, Regulierung und Administration unter einen Hut. Foto: toos Quelle: iStock

Passend für Pensionsinvestoren

Autor: Dr. Sofia Harrschar, Universal-Investment

Von Private Equity bis zu Debt Funds – Alternatives sind gefragt und bieten das, was besonders bav-Einrichtungen suchen: Duration, Diversifikation, niedrige Vola und interessante Renditen. Der Umgang mit ihnen ist jedoch anspruchsvoll. Die richtige Struktur bringt Asset, Regulierung und Administration unter einen Hut.

Dr. Sofia Harrschar, Abteilungsleiterin Product Solutions, Universal-Investment Foto: Manjit Jari Quelle: Universal-Investment

Universal-Investment: Warum streben institutionelle Investoren, namentlich Pensionsinvestoren, in die Asset-Klasse Alternatives?

Sofia Harrschar: Alternative Assets ermöglichen es gerade Pensionsinvestoren, wichtige Aspekte ihrer Kapitalanlage abzudecken – beispielsweise langfristige Anlagen und eine relative Unabhängigkeit von der Volatilität der Aktienmärkte. Zudem bietet diese Asset-Klasse ein breites Feld an Investitionsmöglichkeiten. Dazu gehören Private Equity, Infrastruktur, Projektfinanzierungen, Debt Funds und auch Real Estate.

Universal-Investment: Welche Rolle spielt der Niedrigzins, wie wirkt er sich aus, und welche Treiber gibt es noch? Duration? Diversifikation?

Sofia Harrschar: Bis vor etwa zehn bis 15 Jahren waren Alternative Assets in Deutschland eigentlich ein Nischenprodukt, im echten Sinn ein "alternatives" Investment. Die Finanzkrise und die seitdem vorherrschende Niedrigzinsphase haben viele Investoren dazu bewegt, ihre Kapitalanlage strategisch neu zu überdenken. Dabei spielen die historisch interessanten Renditen alternativer Anlagen sicher eine Rolle – insbesondere mit Blick auf die Diversifikation und die eher geringe Korrelation zu Aktienmärkten. Insgesamt sollten Investoren bei ihren Überlegungen, in Alternative Assets zu investieren, auch berücksichtigen, dass damit gerade bei Pensionsinvestoren ein Gleichlauf der Verbindlichkeiten mit der Investitionsdauer möglich wird. Das längere Halten bedeutet allerdings auch, dass bei diesen Investments nicht in gleichem Maße der Druck zu kurzfristigen Renditen wirkt und damit auch schwierigere Marktphasen durchlaufen werden können.

Alternative Assets ermöglichen es gerade Pensionsinvestoren, wichtige Aspekte ihrer Kapitalanlage abzudecken.

Dr. Sofia Harrschar ,
Abteilungsleiterin Product Solutions, Universal-Investment
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Institutionelle Investoren setzen bei Alternative Assets auf Diversifizierung Quelle: Universal-Investment

Universal-Investment: Alternatives sind technisch anspruchsvoll, auch in der Administration. Welche Strukturen bieten sich an?

Sofia Harrschar: Anspruchsvoll ist ein guter Begriff! Der Investor sollte sich genau klarmachen, welche Personal- und Know-how-Ressourcen in der eigenen Institution vorhanden sind, um die Assets zu administrieren. Gerade bei Zielfonds wird dies häufig unterschätzt. Die üblichen Commitment-Strukturen erfordern ein hohes Maß an Administration der Zahlungsflüsse und des Reportings. Wir empfehlen auf die Anforderungen des Kunden ausgerichtete Plattformlösungen, bei denen sich der Kunde auf die Anlagestrategie konzentrieren kann und wir die aifm-Funktion und die Administration übernehmen.

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Typische Struktur eines Loan-Fonds Foto: Universal-Investment

Universal-Investment: Darlehensfonds stehen derzeit im Fokus vieler Anleger. Was muss dabei beachtet werden? Und wie sieht eine typische Struktur hier aus?

Sofia Harrschar: Die ersten Darlehensfonds haben wir vor fast fünf Jahren aufgelegt und sind sehr beeindruckt, wie sich dieser Bereich entwickelt. Dabei arbeiten wir sowohl mit Banken und Asset Managern zusammen, die Assets haben und ein Investorenvehikel brauchen, als auch mit Institutionellen. In dieser Zeit hat sich gerade in Deutschland auch regulatorisch eine Menge getan. Die wesentlichen Unterschiede zu anderen Alternative Assets liegen in der Regulierung für Kreditvergabe und der Struktur der Zahlungsströme. Beides hat Auswirkungen auf die Administration und die Reporting- Anforderungen. Unsere institutionellen Kunden wollen ihre Darlehensstrukturen gerne über die gleichen Plattformen investieren wie ihre anderen Alternative Assets – und das ist grundsätzlich möglich. Je nach Art der Kredite können beispielsweise regelmäßige Zahlungsflüsse dargestellt werden. Die konkrete Ausgestaltung eines Fonds hängt von den Anforderungen der Kunden ab, sei es aufsichtsrechtlich, steuerrechtlich oder mit internen Vorgaben. Diese diskutieren wir intensiv und setzen dann maßgeschneiderte Lösungen auf. In vielen Fällen legen wir Darlehensfonds als regulierte Luxemburger sicav-sif-Strukturen in der Rechtsform einer scs oder sa auf. In manchen Fällen bieten wir auf Wunsch der Investoren auch gesonderte Zugangswege über Verbriefungen an. 

Autor: Dr. Sofia Harrschar, Universal-Investment
Erscheinungsdatum: 15.12.2017