Hochzins- und Schwellenländer-Unternehmensanleihen bieten höhere Renditen, die als Puffer gegen steigende Zinsen dienen. Foto: Sterling750 Quelle: iStock

Der richtige Puffer fürs Portfolio

Autor: Klaus Blaabjerg und Timo Lüllau

High-Yield- und Emerging-Markets-Anleihen können eine echte Alternative in Nullzinszeiten sein. Absalon Capital hat sich auf diese beiden Anleiheklassen spezialisiert. Die dänische Investmentboutique betreut die beiden Fonds ABSALON – Global High Yield (ISIN LU1138630212 / LU1138630139) und ABSALON – EM Corporate Debt (ISIN LU1138630998 / LU1138630725), bei denen diese Anlageklassen im Fokus stehen. Im Gespräch mit ChampionsNews erläutert Klaus Blaabjerg, Chief Portfolio Manager bei Absalon Capital, wie man erfolgreich Portfolios mit Hochzins- und Schwellenländeranleihen strukturiert.

Klaus Blaabjerg, Chief Portfolio Manager bei Absalon Capital Quelle: Alexander Habermehl

ChampionsNews: Herr Blaabjerg, Sie konzentrieren sich in Ihrem Anlageprozess auf Hochzins- und Schwellenländeranleihen. Da die Anleihenmärkte in der Regel weniger effizient und liquide sind, stellt sich die Frage: Wie erzielen Sie mit dieser Strategie konstante Erträge?

Blaabjerg: Konstante Erträge sind, abgesehen von Bankeinlagen, in jeder Anlageklasse schwer zu erzielen. Wir setzen in unserem Portfoliomanagement allerdings auf ein Quantum gesunden Menschenverstands, um den Umfang potenzieller Verluste zu begrenzen. So kaufen wir etwa keine CCC- oder Problemkredite, auch wenn sie in unserer Benchmark enthalten sind. Wir wollen die Ausfälle in unseren Portfolien gering halten und suchen im Markt aktiv nach Anleihen von Unternehmen mit nachweislichen Erfolgen und geringen Schulden in der Bilanz. Und wir untergewichten auch unter diesem Aspekt problematische Länder, zum Beispiel halten wir kein Engagement in Argentinien.

ChampionsNews: Hochzins- und Schwellenländeranleihen sind in Zeiten niedriger Zinsen eine echte Alternative zur Erzielung angemessener Erträge. Welches sind die Vorzüge der beiden Anlageklassen gegenüber traditionellen Anleiheninvestments?

Verglichen mit traditionellen Anleiheinvestments bieten Hochzins- und Schwellenländer-Unternehmens- anleihen höhere Renditen.

Klaus Blaabjerg

Blaabjerg: Verglichen mit traditionellen Anleiheninvestments bieten Hochzins- und Schwellenländer-Unternehmensanleihen höhere Renditen, die als Puffer gegen steigende Zinsen dienen. Damit ist die Korrelation von Hochzinstiteln und Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern mit klassischen Anleiheninvestments recht niedrig. Dies ist aus der Portfolioperspektive sehr attraktiv, denn nach der Standard-Portfoliotheorie würden Hochzins- und Schwellenländer-Unternehmensanleihen als Beimischung zu einem Portfolio aus lediglich klassischen Anleihen und Aktien dazu beitragen, die erwarteten Erträge bei jedem gegebenen Risikoniveau zu erhöhen.

ChampionsNews: Welche Hochzins- und Schwellenländeranleihen waren in den vergangenen sechs bis zwölf Monaten in Ihren beiden Fonds erfolgreiche Investments? Bitte nennen Sie mindestens zwei Beispiele und erläutern Sie die Investmententscheidung.

Blaabjerg: Einige der erfolgreichsten Unternehmensanleihen in unseren zwei Fonds ABSALON – Global High Yield ( ISIN LU1138630212 / LU1138630139 ) und ABSALON – EM Corporate Debt (ISIN LU1138630998 / LU1138630725 ) stammen aus dem Energiesektor. So halten wir eine Anleihe des Förderunternehmens Noble Holding International, einem Zulieferer der öl- und gasproduzierenden Industrie. Diese Anleihe hat dieses Jahr bisher um zehn Prozent zugelegt - eine hohe Kurssteigerung, die zu einer starken Annäherung an den von uns zugrunde gelegten fairen Wert geführt hat. Entsprechend haben wir Gewinne mitgenommen. Ein weiteres Beispiel ist Enquest PLC, ein Ölproduktions- und -entwicklungsunternehmen. Die Anleihen des Unternehmens haben dieses Jahr bisher einen Ertrag von über 20 Prozent erwirtschaftet, sind aber immer noch günstig. Wir haben uns für diese zwei Anleihen entschieden, weil sie mit attraktiven Risiko-Ertrags-Profilen aufwarten: sinkende Schulden, Konzentration auf weiteren Schuldenabbau und hohe Spreads.

ChampionsNews: Hochzinsanleihen werden wegen schwankender Liquidität und hoher Volatilität häufig infrage gestellt. So heißt es, dass der Hochzins-Anleihenmarkt unter massiven Druck gerate, sobald die EZB ihre lockere Geldpolitik zurückfährt. Sehen Sie das auch so? Ist die Angst der Anleger unberechtigt?

Blaabjerg: Ehrlich gesagt frage ich mich das auch. Meine Überlegungen zu dieser schwierigen Frage sind wie folgt: Die europäischen Renditedifferenzen sind dieses Jahr bereits deutlich hinter den US-Spreads zurückgeblieben, obwohl die Ausfallquoten in Europa niedriger sind als in den USA und obwohl europäische Unternehmen unter Bonitätsaspekten konservativer geführt werden und daher geringere Ausfallraten haben. Ich glaube, dass die Finanzmärkte zukunftsorientiert sind und ein Zurückfahren der lockeren Geldpolitik seitens der EZB bereits teilweise in den Kursen berücksichtigt ist. Manche argumentieren, dass die Märkte eine komplette Einstellung der lockeren Geldpolitik durch die EZB noch nicht voll eingepreist haben. Dem halte ich entgegen, dass die aktuellen Spreads im Hinblick auf die erwarteten Ausfallniveaus bereits zu hoch sind.

ChampionsNews: Welche Entwicklungen erwarten Sie in den nächsten sechs bis zwölf Monaten an den Hochzins- und Schwellenländer-Anleihenmärkten?

Blaabjerg: Für die globalen Hochzinsmärkte signalisiert unser Ausfallmodell eine Ausfallquote von etwa zwei Prozent. Wenn wir darauf aufbauend eine Erholungsrate von konservativen 25 Prozent ansetzen, folgen daraus in den nächsten zwölf Monaten erwartete Verluste durch Ausfälle von etwa 1,5 Prozent. Die in Euro abgesicherte Rendite unserer globalen Hochzinsfonds liegt derzeit bei 5,75 Prozent. Ohne Spread-Verengungen würde ich daher davon ausgehen, dass unser globales Hochzinsportfolio einen Ertrag von 4,25 Prozent erzielt. Für die Schwellenländer sind sehr hohe Ertragserwartungen im aktuellen Markt schwierig, weil es mehrere Problemkandidaten gibt, wie zum Beispiel Argentinien, die Türkei, China, Brasilien wegen der Wahlen und Russland hinsichtlich der Sanktionen. Ich glaube jedoch, dass wir ein sehr leistungsfähiges Portfolio aus Schwellenländer-Unternehmensanleihen aufgebaut haben, und denke, dass wir mit den Einschätzungen einer Rendite von 4,25 Prozent gut liegen. Ohne US-Präsident Trump wären die Chancen auf eine weit höhere Rendite deutlich besser. 

Autor: Klaus Blaabjerg und Timo Lüllau
Erscheinungsdatum: 24.09.2018