Der Merck Finck Stiftungsfonds UI ist auf die Bedürfnisse von Stiftungen zugeschnitten. Somit stehen die Themen robuste und hohe Ausschüttungen wie auch Kapitalerhalt im Mittelpunkt. Foto: Arndt Vladimir Quelle: iStock

Augenmerk auf robuste und satte Ausschüttungen

Autor: Marc Decker und Timo Lüllau

Trotz des niedrigen Zinsniveaus können viele Asset Manager gerade bei robusten und konservativen Mischfonds auf Anleihen nicht verzichten. Wie dennoch mit Rententiteln ein attraktives Renditeniveau taktisch erzielt werden kann, erklärt Marc Decker, Head of Asset Management bei Merck Finck Privatbankiers, im Interview mit ChampionsNews. Er spricht zudem auch darüber, wie neben Einzeltiteln auch Fondsanteile zum Einsatz im Portfolio des Merck Finck Stiftungsfonds UI (ISIN DE0008483983) kommen.

Marc Decker, Head of Asset Management bei Merck Finck Privatbankiers Quelle: Merck Finck Privatbankiers

ChampionsNews: Herr Decker, der deutsche Aktienindex DAX hat zuletzt deutlich korrigiert. Auch hat sich der Ifo-Geschäftsklimaindex wegen drohender Handelskriege seit langem wieder eingetrübt. Mit welchen Entwicklungen rechnen Sie für den deutschen Aktienmarkt in den kommenden sechs Monaten?

Decker: Unserer Meinung nach befindet sich der aktuelle Konjunkturzyklus in seinem letzten Drittel. Allerdings ist es fast unmöglich vorherzusagen, wie lange sich diese Phase noch hinziehen wird, bevor dann tatsächlich ein stärkerer Abschwung einsetzt. Derzeit bereiten uns weder der makroökonomische Datenkranz noch die Unternehmensberichte des dritten Quartals größere Sorgen. Aufgrund der diversen politischen Damoklesschwerter und schwelenden Handelsstreitigkeiten rechnen wir bis Ende des Jahres allerdings mit einem volatilen Marktumfeld. Innerhalb dieses Rahmens sind wir weiterhin verhalten optimistisch und schließen auch die Möglichkeit einer Jahresendrallye nicht aus.

ChampionsNews: Das anhaltende Niedrigzinsumfeld bietet aktuell auch wenige Renditequellen. Auf welche Rententitel setzen Sie? Oder werden Rententitel unter Umständen verkannt?

Als aktiver Manager heben wir Renditepotenziale auf der Rentenseite durch eine variable Anpassung des Zinsänderungsrisikos oder über die aktive Steuerung der Sub-Rentensegmente.

Marc Decker

Decker: In der Tat sind die Renditeniveaus auf den ersten Blick nicht sonderlich attraktiv. Gerade in einem robusten und konservativen Mischfondsprodukt wie dem Merck Finck Stiftungsfonds UI (ISIN: DE0008483983)  kann jedoch auf Anleihen nicht verzichtet werden. Als aktiver Manager heben wir Renditepotenziale auf der Rentenseite durch eine variable Anpassung des Zinsänderungsrisikos oder über die aktive Steuerung der Sub-Rentensegmente. In den schwankungsreichen Märkten eröffnen sich für uns immer wieder Chancen, opportunistisch Anleihen mit einem attraktiven Chance-Risiko-Profil zu erwerben. So haben wir zuletzt beispielsweise dem Portfolio kurze italienische Staatsanleihen unter taktischen Gesichtspunkten beigemischt. Darüber hinaus erachten wir auch kurze US-Staatsanleihen als sehr attraktiv, die im Vergleich zu Europa ein deutlich höheres Renditeniveau aufweisen.

ChampionsNews: Mit Blick auf Ihre größten Aktienposten im Portfolio dominieren große Titel aus dem DAX. Liegt der Fokus ausschließlich auf dem DAX? Oder kommen auch Titel außerhalb des Leitindexes als Investment infrage?

Decker: Als deutsche mittelständisch geprägte Privatbank mit einer tendenziell konservativen Klientel haben wir einen fast natürlichen Fokus auf den Heimatmarkt. Selbstverständlich ist unser Investmentuniversum auf der Aktienseite jedoch deutlich breiter und umfasst auch Substanzaktien aus Europa und den USA.

ChampionsNews: Fondsanteile kommen ebenfalls zum Einsatz in Ihrem Portfolio. Nach welchen Kriterien wählen Sie passende Fondsanteile aus? Kommen mehrheitlich aktive oder passive Lösungen zum Einsatz?

Decker: Den mit Abstand größten Anteil des Portfolios allokieren wir über eine eigene Einzeltitelselektion auf der Aktien- und Rentenseite. Es wäre jedoch vermessen zu behaupten, dass wir sämtliche Vermögensklassen in der notwendigen Tiefe in der Analyse abdecken können. Daher verwenden wir für Spezialthemen, wie beispielsweise Renten- und Aktienwerte aus Schwellenländern, externe Lösungen über aktiv gemanagte Fonds und passive ETFs.

ChampionsNews: Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr Aufmerksamkeit bei Investoren. Berücksichtigen Sie auch Nachhaltigkeitsaspekte im Management des Fonds?

Decker: Auch wir haben das Thema Nachhaltigkeit auf der Agenda und sehen, dass es deutlich an Relevanz gewonnen hat. Wir berücksichtigen beispielsweise unternehmensweit grundlegende Ausschlusskriterien wie kontroverse Waffen und UN-Sanktionen. In unserem Investmentprozess haben wir darüber hinaus einen sogenannten ESG-Score (Environmental, Social, Governance) implementiert, der auch im Rahmen von Transparenz dem Thema Nachhaltigkeit noch mehr Gewicht verleiht. Damit entsprechen wir übrigens auch den Kriterien des „Forum für Nachhaltige Geldanlagen e.V.“, die unseren ESG-Score seit Oktober 2018 durch das Europäische Transparenz-Logo für Nachhaltigkeitsfonds bestätigen.

ChampionsNews: Der Fonds trägt „Stiftung“ im Fondsnamen. Sind Stiftungen daher das einzige Zielklientel für dieses Fondsprodukt?

Decker: Dieser Fonds ist in der Tat auf die Bedürfnisse von Stiftungen zugeschnitten. Somit stehen die Themen robuste und hohe Ausschüttungen als auch Kapitalerhalt im Mittelpunkt der Anlagestrategie. Nichtsdestotrotz genießt die Ausrichtung auf diese Themen natürlich auch bei anderen Kundengruppen hohe Priorität, beispielsweise bei karitativen beziehungsweise kirchlichen Einrichtungen, Pensionskassen oder auch bei allen risikoaversen Anlegern, welche auf eine Investition in Aktien nicht verzichten möchten. Ab dem 15. Dezember 2018 bieten wir diese Strategie in einer etwas höheren Risikoausprägung als Merck Finck Stiftungsfonds Balanced UI an. Je nach Risikotragfähigkeit und -präferenz können Anleger dann aus zwei Fonds mit der exakt gleichen Anlagestrategie, aber unterschiedlichen Risikoparametern auswählen. 

Autor: Marc Decker und Timo Lüllau
Erscheinungsdatum: 10.12.2018