Das ESG-Reporting ermöglicht einen ersten Schritt ins "Sustainable Impact Investing". Foto: robertsrob Quelle: iStock

Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage: ESG-Reporting schafft Transparenz

Nachhaltigkeit ist in aller Munde, auch bei der institutionellen Kapitalanlage. Universal-Investment hilft Investoren mittels ESG-Reporting (Environmental, Social and Governance), Portfolios anhand von Nachhaltigkeitskriterien zu analysieren.

Nachhaltigkeit ist nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung ein positiv besetztes und forciertes Thema, Nachhaltigkeit ist auch bei der Kapitalanlage angekommen. Immer mehr Investmentfonds, insbesondere neu auf den Markt kommende, wollen ihre Investments „nachhaltig“ anlegen. Aber was bedeutet das? Oder geht es hier „nur“ um Marketing? Richtig ist, nachhaltiges Investieren hat für Kapitalanleger einen potenziellen Imagegewinn und lässt sich so für Marketingzecke nutzen. Nachhaltiges Investieren bedeutet aber vor allem, dass Risiken verringert werden. Ob Treibhausgas-Reduktion, Ressourcenschonung, Arbeitssicherheit, ethisches Verhalten, faire Vergütung oder Korruptionsvermeidung: Bei allen Nachhaltigkeitskriterien geht es darum, „schädliche“ Entwicklungen zu vermeiden. ESG-orientierte Portfolios verringern tendenziell damit auch weitere negative Folgen – etwa durch Kosten, die für Umweltschäden oder durch Verbraucher- Arbeitsrechts- und Korruptionsklagen entstehen. Warum also nicht auch darüber reden, wenn ein Thema einen positiven gesellschaftlichen Einfluss hat.

Ergänzung statt Widerspruch

Die traditionelle Risikomessung wird durch die Einbeziehung von ESG-Kriterien ergänzt: Nun sind nicht mehr nur der Portfolioinhaber und seine möglichen Verluste, sondern auch Auswirkungen seines Portfolios auf das Gemeinwohl im Blick. ESG-Kennzahlen widersprechen dem klassischen finanziellen Reporting daher nicht, vielmehr ergänzen sie es.

Eine Performance-Analyse zum Beispiel ist damit nicht mehr auf klassische Stammdaten wie Land, Sektor, Rating oder Restlaufzeit beschränkt. Werden Nachhaltigkeits-Stammdaten einbezogen, können Performance-Beiträge auch nach den einzelnen ESG-Kriterien aufgeschlüsselt werden. Natürlich kann ein Portfolio eine gute Performance und ein akzeptables Risiko aufweisen, aber gleichzeitig schlechte ESG-Werte haben. Dann scheinen klassische und ESG-Kennzahlen im Widerspruch zu stehen. Doch das muss nicht sein, ein gutes Rendite-Risiko-Profil ist auch mit einem guten ESG-Scoring vereinbar.

Keine Performance-Nachteile

Welche Auswirkungen eine nachhaltige Geldanlage auf die Performance hat, ist derzeit schwer einheitlich zu beantworten – dazu müsste zunächst übergreifend definiert werden, welche Kriterien im Detail zugrunde gelegt werden. Der Umkehrschluss ist allerdings auch nicht zulässig. Das heißt, dass die Auswahl ESG-orientierter Unternehmen für das Portfolio per se zu einer schlechteren Performance führte. Wissenschaftliche Studien legen überwiegend einen positiven Zusammenhang von ESG und Performance nahe. Darüber hinaus zeigen positive Erfahrungen in Frankreich oder den Niederlanden, dass Nachhaltigkeit bei der Anlage von zum Beispiel Pensionsvermögen ohne Performancenachteile berücksichtigt werden kann.

Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat in einer Studie festgestellt, dass sich „die Berücksichtigung von ESG-Kriterien im Investmentprozess positiv auf den Ertrag beziehungsweise die risikoadjustierten Erträge der Portfolios auswirken kann“. Zudem bestehe „ein positiver Einfluss von ESG-Kriterien auf das Risikomanagement beziehungsweise die Reduktion von extremen Verlusten („tail risks“)“. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass nach GDV-Angaben bereits mehr als 75 Prozent der deutschen Versicherer ESG-Konzepte bei der Kapitalanlage berücksichtigen – und rund 90 Prozent in Zukunft Nachhaltigkeitsaspekte verstärkt in der Kapitalanlage berücksichtigen wollen.

Wie sieht das ESG-Reporting auf der Universal-Investment Plattform aus?

Das ESG-Reporting basiert aktuell auf dem ESG Research von MSCI. Dieser Anbieter liefert eine sehr breite Emittenten-Abdeckung, die in der Universal-Investment Infrastruktur gut umsetzbar ist. Diese Zusammenarbeit ist aber nicht exklusiv. Wenn Kunden es  wünschen, können auch andere Rating- oder Scoring-Methoden, beispielsweise für die Prüfung von Anlagerichtlinien, in die Plattform implementiert werden.

Wie kann man Nachhaltigkeit messen?

Die Nachhaltigkeit wird mit einem Scoring-Modell auf einer Skala von 0 bis 10 gemessen. Der ESG-Score eines Kundenportfolios wird in der Auswertung mit den ESG-Scores einer Nachhaltigkeits-Benchmark und einer konventionellen Markt-Benchmark verglichen. Weitere Analysen zeigen, welche Einzelpositionen besonders positive oder negative Nachhaltigkeits-Scores aufweisen. Daraus lässt sich eine Top-10-Übersicht der besten und schlechtesten Portfoliopositionen identifizieren. Von sehr großem Interesse ist für viele Anleger das „Business Involvement“ oder der „Impact Monitor“: Diese Einzelauswertungen geben an, welche kontroversen Industrien, Länder oder Praktiken in einem Portfolio besonders stark vertreten sind.

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MSCI® ist eine eingetragene Marke von MSCI Inc. Quelle: Universal-Investment

Wichtig bei der Betrachtung ist, dass man bestimmte Branchen nicht komplett beim Scoring sanktioniert. Stattdessen erlaubt der „best-in-class“-Ansatz dem Investor, auch in solchen Branchen zu investieren, die ohne Berücksichtigung sektorbezogener Materialitäten von ESG-Kriterien schlechte ESG-Scores erhalten würden. Dabei wird einbezogen, dass sich Unternehmen im Vergleich zu anderen Firmen ihres Sektors deutlich nachhaltiger verhalten können.

Europäische Union will nachhaltige Geldanlage fördern

Derzeit gibt es keine EU-weit verpflichtenden Handlungsvorgaben, aber erste Ansätze, Nachhaltigkeit zu fördern. Die seit Anfang 2017 geltenden Vorgaben der CSR-Richtlinie (Corporate Social Responsibility) etwa verpflichtet Unternehmen ab einer bestimmten Größe zur Veröffentlichung nichtfinanzieller Informationen, die vor allem Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange sowie die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung betreffen. Freiwillig können Unternehmen zudem den von den Vereinten Nationen unterstützten Prinzipien für verantwortungsbewusste Geldanlage (UN Principles for Responsible Investment ) folgen, die unter anderem vorsehen, ESG-Themen in Analyse- und Entscheidungsprozesse im Investmentbereich einzubeziehen.

Seit dem Pariser Klimagipfel, im Jahr 2015, ist allerdings klar, dass das damals vereinbarte Klimaziel ohne die Einbeziehung von Finanzströmen und damit von Kapitalanlagen gar nicht erreichbar wäre. Die EU-Kommission hat deshalb in diesem Jahr einen Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums vorgelegt, der zehn Punkte umfasst. Wieviel davon letztlich in Gesetzesform gegossen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Begrifflichkeiten und Benchmarks

Noch in dieser Wahlperiode will die EU Fragen der Taxonomie klären, also der Definition von Nachhaltigkeit. 2019 soll die Darstellung aktueller Kapitalanlagen auf Basis von Nachhaltigkeits-Kriterien geklärt und ein Vergleichsmaßstab im Sinne der Benchmark-Verordnung aufgebaut sein. Letzteres ist ein sensibles Thema, denn passives Investieren wird immer wichtiger. Unternehmen, die in regulatorisch vorgegebenen Nachhaltigkeits-Benchmarks enthalten sind, würden allein durch regelgebundene oder passive Fonds massiv gekauft.

Wenn die genannten Punkte 2019 geklärt wären, hätte man schon viel erreicht. Die Regulatorik würde damit die Anlegerentscheidungen zwar noch nicht in eine bestimmte Richtung lenken, aber viel fehlt dazu dann nicht mehr. Wenn die Definitionen hergestellt und Transparenz über das eigene Portfolio sowie einheitliche Vergleichsmaßstäbe geschaffen sind, kommt schnell öffentlicher Druck auf. Anleger dürfte dies bewegen, verstärkt in Nachhaltigkeit zu investieren.

Warum Universal-Investment?

Das ESG-Reporting ermöglicht institutionellen Investoren die Portfolios anhand von Nachhaltigkeitskriterien zu analysieren und damit einen ersten Schritt in das „sustainable impact investing“ zu gehen. Ein weiterer Vorzug: Wer bereits Reporting-Leistungen von Universal-Investment bezieht, muss keine weiteren Dienstleister beauftragen, um ein Nachhaltigkeits-Reporting für das Portfolio zu bekommen. Wie in allen Belangen rund um die institutionelle Geldanlage gilt: Unsere Kunden können auch in Sachen Nachhaltigkeit auf das Qualitätssiegel Universal-Investment vertrauen. 


Erscheinungsdatum: 09.11.2018