Mit dem „Summer of 2017“-Release des PowerPortals erweitert Universal-Investment das Reporting-Angebot der klassischen Berichte Foto: SectoR_2010 Quelle: iStock

Update RisikoAnalyse+: Ist Ihr Portfolio gestresst?

Autor: Carsten Steimer, Universal-Investment

Mit dem „Summer of 2017“-Release des "PowerPortals" erweitern wir das Reporting-Angebot der klassischen Berichte um ein Marktrisiko-Factsheet und die Sofortanalysen um Stresstestfunktionalitäten. Mit diesen neuen Auswertungen erhalten unsere Kunden einen tiefen Einblick in das Ex-ante-Risikoprofil eines Portfolios. Die Stresstestfunktionalitäten ermöglichen darüber hinaus ein kontinuierliches Monitoring der Kapitalanlagen im Rahmen von „Was wäre wenn?“-Fragestellungen.

Carsten Steimer, Direktor Produktmanagement Reporting & Web Solutions, Universal-Investment Foto: Manjit Jari Quelle: Universal-Investment

Die Ermittlung risikoadjustierter Performancekennzahlen gehört seit vielen Jahren zum Standardrepertoire des Kapitalanlagecontrollings. Dabei werden für den Berichtszeitraum meist die Schwankungen des Nettoinventarwert (NAV) als Risikomaß herangezogen, und die erzielte Wertentwicklung des Portfolios wird mit diesem ermittelten Ex-post-Risiko in Beziehung gesetzt.

Für das Risikomanagement ist allerdings die Messung und Beurteilung von Ex-ante-Risiken in den Vordergrund gerückt. Einerseits als notwendige Reaktion auf die Marktentwicklungen der letzten zehn bis fünfzehn Jahre, andererseits wegen der Wandlung des regulatorischen Umfeldes für die Anleger zu einem dynamischen Risikoverständnis in den vergangenen Jahren. Zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit – oder für die Steuerung von Risikobudgets – sind Verlustrisiken in der unmittelbaren Zukunft, etwa für den nächsten Tag, aber auch in der mittelbaren Zukunft, zum Beispiel für den nächsten Monat, von Bedeutung.

Zur Messung von Ex-ante-Risikokennzahlen, deren Beurteilung, und zur Durchführung von Stresstests wird neben der fachlichen Expertise eine aufwändige IT-Lösung benötigt. Diese hält neben einer Finanzbibliothek zur Modellierung des Marktrisikos auch den dafür notwendigen Datenhaushalt vor. Mit der Integration der RisikoAnalyse+ in unser Extranet "PowerPortal", haben unsere Kunden das volle Leistungsspektrum einer modernen Risikomessung zur Verfügung.

Die Einbindung in unser Kundenportal ermöglicht Risikoanalysen aus einem Guss mit Allokationsdarstellungen oder Performance-Analysen. Es sind keine Überleitungsrechnungen aufgrund von unterschiedlichen Stammdaten notwendig. Wir bieten damit ein zeitgemäßes konsolidiertes Reporting, darüber hinaus leisten die neuen Funktionen einen entscheidenden Mehrwert für unsere Kunden.

Marktrisiko auf einen Blick

Die am häufigsten verwendete Ex-ante-Risikokennzahl ist der "Value-at-Risk" (VaR). Mit dieser Kennziffer wird der maximale monetäre Verlust ermittelt, der mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit innerhalb eines angenommenen Zeitraums nicht überschritten wird.

Der klassische Bericht zum Marktrisiko beinhaltet als Übersicht die Darstellung des Ein-Tages-VaR auf Basis eines 99-Prozent-Konfidenzniveaus. Dabei wird das mit dem VaR gemessene Verlustpotenzial nach bewertungsrelevanten Risikofaktoren, wie beispielsweise Kurs-, Währungs-, Marktzins- oder Volatilitätsrisiko aufgeteilt. Darüber hinaus wird das Marktrisiko nach den UI-Asset-Klassen gesplittet dargestellt.

Die Portfoliostruktur folgt dabei der gewohnten einheitlichen Allokations- und PerformanceAnalyse+-Darstellung der bisherigen "PowerPortal"-Berichte. Das Factsheet enthält alle wichtigen Zahlen, die das Marktrisiko betreffen, auf einen Blick. Außerdem beinhaltet es die Visualisierung des Verlustpotenzials nach verschiedenen Kriterien: Neben dem historischen Verlauf des Value-at-Risk und einer Risiko-Benchmark, wird auch die Kennzahl Conditional-Valueat-Risk ("Expected Shortfall") im Zeitablauf dargestellt.

Damit werden Verlustpotenziale, die zwar sehr selten vorkommen, im Falle des Eintritts aber mit hohen Verlusten verbunden sind, ebenfalls chronologisch visualisiert. Ein Vergleich der Asset Allocation mit der Risikoallokation und das Erkennen der Portfoliodiversifikation in Bezug auf Risikoarten und Asset-Klassen, runden das Risikobild insgesamt ab.

Zur Beurteilung der Risikotreiber eines Portfolios werden die Top-Fünf-Positionen dargestellt, die den größten Anteil am Marktrisiko des Portfolios haben. Kombiniert mit den Top-Performance-Beiträgen aus der PerformanceAnalyse+, ermöglicht dies eine adäquate Beurteilung der risikoadjustierten Performance. Für die Auswirkung auf das Portfoliorisiko bei Liquidation einer Position werden die Top-Fünf-Marginal-VaR ausgewiesen.

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Marktrisiko auf einen Blick

Antworten mit den neuen Sofortanalyse-Stresstests

Mit dem neuen Sofortanalyse-Stresstest ermöglichen wir unseren Kunden, "Was-wäre-wenn"-Fragestellungen zu beantworten. Die auswählbaren Stresstestszenarien beinhalten einzelne Risikofaktoren, wie Aktienmarktschocks, Zinsschocks und Währungsverwerfungen. Es können aber auch historische Szenarien, wie die Lehman-Pleite oder das Erdbeben in Japan nachgestellt werden. Die Ergebnisse können als Wertänderung zwischen Bewertungs- und Vergleichsdatum angezeigt sowie im Zeitablauf visualisiert werden. Zusätzlich zu den einzelnen gewählten Stresstestszenarien zeigt der historische Verlauf auch den zeitlichen Verlauf der sogenannten Worst-Case-Stresstests. Dabei werden pro Risikofaktor des Portfolios die Szenarien, die zum Analysedatum den größten Verlust aufweisen, identifiziert und auf Portfolioebene aggregiert. 

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Antworten mit den neuen Sofortanalyse-Stresstests

Autor: Carsten Steimer, Universal-Investment
Erscheinungsdatum: 12.10.2017