Frankfurt am Main, 7. Dezember 2015

Vermögensverwalter-Umfrage: Anlagechancen 2016 vor allem in Aktien aus Industrienationen

Führende unabhängige Vermögensverwalter in Deutschland erwarten für das kommende Jahr einen weiteren Kursanstieg der wichtigsten Aktienindizes, gleichbleibende Leitzinsen im Euro-Raum und ein wachsendes Risiko für die Weltwirtschaft durch die Entwicklungen in China und in den Schwellenländern.

Führende unabhängige Vermögensverwalter in Deutschland erwarten für das kommende Jahr einen weiteren Kursanstieg der wichtigsten Aktienindizes, gleichbleibende Leitzinsen im Euro-Raum und ein wachsendes Risiko für die Weltwirtschaft durch die Entwicklungen in China und in den Schwellenländern.

3. Befragung unabhängiger Investmentexperten
Prognose: Kurse der Leitbörsen steigen, keine Zinswende in Euro-Zone
China als größtes Risiko für die Weltwirtschaft im kommenden Jahr

Quelle: Universal-Investment

Für Privatanleger leiten die Investmentprofis daraus die Empfehlung ab, das Hauptgewicht in ihren Portfolien auf Aktien aus Industrienationen zu legen. Dies sind die Kernergebnisse der jährlichen Vermögensverwalter-Umfrage von Universal-Investment. Die Frankfurter Kapitalverwaltungsgesellschaft hatte für ihre mittlerweile dritte Studie im November 2015 knapp 20 unabhängige Vermögensverwalter befragt, die auf der Publikumsfonds-Plattform von Universal-Investment erfolgreiche Fonds mit einem Gesamtvolumen von mehreren Milliarden Euro betreuen.

Für drei der bedeutendsten Aktienindizes prognostizieren die Vermögensverwalter steigende Kurse in 2016; allerdings fallen ihre Erwartungen bezüglich der Steigerungen nicht mehr ganz so hoch aus wie in der Vorjahresbefragung. Konkret gehen die Experten von einem Anstieg des DAX im kommenden Jahr um etwa acht Prozent (Basis ist der Schlusstand vom 27.11.2015) auf einen durchschnittlichen Stand von 12.224 Punkten aus. Auch für den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 erwarten die Vermögensverwalter bis Ende 2016 ein Plus um etwas über acht Prozent auf 3.778 Punkte. Beim US-amerikanischen Unternehmensindex S&P 500 soll der prognostizierte Zuwachs im selben Zeitraum mit rund fünf Prozent auf 2.201 Punkte etwas geringer ausfallen.

Nach dem für die meisten Rohstoffinvestoren in diesem Jahr enttäuschenden Rückgang der Preise auf breiter Front sind die Investmentspezialisten nun wieder hoffnungsvoller für Öl und Edelmetalle: Nach ihrer Vorhersage soll der Goldpreis bis Jahresende 2016 um fast zwölf Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs auf dann durchschnittlich 1.181 US-Dollar pro Unze gestiegen sein. Für Silber gehen die Vermögensverwalter von einem Anstieg um 15 Prozent auf 16,24 US-Dollar pro Unze aus. Auch das Barrel WTI-Rohöl soll 21 Prozent teurer werden und Ende 2016 54,38 US-Dollar kosten.


Zwei Drittel halten EZB-Ankaufprogramm für „Grundstein der nächsten Finanzkrise“
Der anhaltende Druck auf die Euro-Zone schlägt sich auch in der Erwartung der Vermögensverwalter in Bezug auf die Zinsentwicklung nieder. Zwar nimmt die Mehrheit von ihnen an, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am aktuell niedrigen Niveau der Leitzinsen von 0,05 Prozent im Jahresverlauf nichts ändern wird. Erstmals aber äußerten mehrere der befragten Investmentspezialisten die Vermutung, der Zinssatz könnte in den negativen Bereich abrutschen. Für die USA rechnet die Mehrheit der Befragten nun mit einer Zinswende und einem Anstieg der US-Leitzinsen binnen Jahresfrist von 0,25 auf 0,5 Prozent.

Über die Folgen des erst kürzlich ausgeweiteten Anleihekaufprogramms der EZB in monatlicher Milliardenhöhe bricht die Mehrheit der Vermögensverwalter den Stab: „Durch den EZB-Ankauf von Staatsanleihen, ABS-Papieren und anderen Maßnahmen wird der Grundstein für die nächste Finanzkrise gelegt“, kritisieren mehr als zwei Drittel von ihnen (69 Prozent). Das restliche Drittel (31 Prozent) ist dagegen der Auffassung, dass „die Ausweitung der Geldmengen und die Aufkaufprogramme die einzige Möglichkeit zur Stabilisierung der Finanzmärkte sind und waren.“

Nach Frankreich im Vorjahr: China als größtes Risiko für die Weltwirtschaft
Bei den volkswirtschaftlichen Szenarien für die kommenden zwölf Monate rechnet etwas mehr als die Hälfte der Befragten mit einer stagnierenden Weltwirtschaftslage (2015: 63 Prozent). Mit einer Inflation rechnen 38 Prozent der Vermögensverwalter (Vorjahr: 25 Prozent). Auch in Bezug auf die Länder, welche in absehbarer Zeit das größte Risiko für Investoren darstellen werden, gaben die Vermögensverwalter ein Statement ab. Der Fokus ihrer Besorgnis hat sich nach Asien verlagert: Galt im Vorjahr noch Frankreich als größtes Sorgenkind, votierten dieses Mal knapp die Hälfte (47 Prozent) für China Optimistisch bleiben die Befragten für das deutsche Wirtschaftswachstum in Deutschland, das 2016 bei etwa 1,4 Prozent liegen dürfte.

Anlageempfehlungen: Mehr Geld in Aktien aus Industrienationen
Basierend auf dieser globalen Einschätzung bat Universal-Investment die Vermögensverwalter um zwei Empfehlungen: Welche Anlageklassen sollten Privatanleger in den nächsten Monaten bevorzugen? Auf welche Anlageregionen sollten sie dabei setzen? Wie bei der Befragung im Vorjahr raten die Vermögensverwalter auch diesmal dazu, mehr als die Hälfte (53 Prozent) des Anlagebetrages in Aktien zu investieren. Dabei sollten Anteilsscheine von Unternehmen aus Industrienationen (46 Prozent) den Vorrang vor solchen aus den Emerging Markets (sieben Prozent) bekommen. Der Anteil von Anleihen sollte nur noch knapp ein Viertel (26 Prozent) betragen, nach 30 Prozent im Vorjahr. Wieder aufgeteilt auf Herkunftsregionen empfehlen die Vermögensverwalter eine Allokation von 19 Prozent Anleihen aus Industrie- und sieben Prozent aus Schwellenländern.

Quelle: Universal-Investment
Quelle: Universal-Investment

Heruntergebrochen auf die Regionen und Länder, in denen Investoren im kommenden Jahr ihr Geld bevorzugt anlegen sollten, zeigt sich einmal mehr der starke Drang der Vermögensverwalter zu wirtschaftlich weiterentwickelten Nationen und ihre Zurückhaltung bei Emerging Markets: Fast neun Zehntel (87 Prozent) ihres verfügbaren Geldes sollten Privatanleger in Wertpapiere mit Herkunft Europa ohne Deutschland (31 Prozent), den USA und Deutschland (jeweils 25 Prozent) sowie Japan (sechs Prozent) investieren, raten die Spezialisten – das sind neun Prozentpunkte mehr als 2015 (78 Prozent). Im Gegenzug sanken die Empfehlungen für Anlagen in Schwellenländern ohne China (von 14 Prozent 2015 auf sechs Prozent 2016), für China selbst (von sechs auf fünf Prozent) und die übrigen Länder (von sechs auf drei Prozent).

Trend zu spezialisierten Themenstrategien und Absolute-Return-Konzepten hält an
„Fonds von unabhängigen Vermögensverwaltern werden wegen deren hoher Expertise immer stärker nachgefragt“, so Katja Müller, Bereichsleiterin Sales & Relationship Management bei Universal-Investment. Die hohe Nachfrage zeigt sich auch am Wachstum der Publikumsfondsplattform von Universal-Investment: Inzwischen werden dort über 550 Private-Label-Fonds mit einem Volumen von rund 25 Milliarden Euro verwaltet. „Wir konnten in den vergangenen zwölf Monaten unsere Marktführerschaft für Private-Label-Fonds und unseren Status als zentrale Plattform für unabhängige Asset Manager weiter ausbauen“, so Müller. Neben immer ausgefeilteren Mischfonds wird nach Ansicht von Müller 2016 der Trend zu spezialisierten Themenstrategien und Absolute-Return-Konzepten weiter anhalten.

Weitere Umfrageergebnisse, interaktive Grafiken und die Einzelempfehlungen ausgewählter Vermögensverwalter finden Sie unter https://infogr.am/vermogensverwalterumfrage_2016

Ihr Ansprechpartner

Bernd Obergfell
Pressesprecher

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