Frankfurt am Main, 17. Januar 2018

Vermögensverwalter-Umfrage: Eurozone bleibt nachhaltig auf Erholungskurs

Die unabhängigen Vermögensverwalter blicken erwartungsfroh in das Anlagejahr 2018. Bei der jährlich von Universal-Investment zum Jahresende durchgeführten Umfrage haben führende Investmentexperten eine Erhöhung des DAX um sechs Prozent und des EURO STOXX sogar um 13 Prozent bis Ende 2018 vorhergesagt.

Auch bei Rohstoffen und Edelmetallen sehen die Befragten gute Renditechancen; sowohl für WTI-Rohöl, Gold als auch für Silber prognostizieren sie Zuwächse im Jahresverlauf von 14 bis 16 Prozent Die europäischen Finanzmärkte dürften auch von weiterhin niedrigen Zinsen profitieren, dreiviertel der Anlageprofis rechnen mit einem weiterhin sehr niedrigen EZB-Leitzins von unter einem Prozent. „Mehr als die Hälfte schätzen das Wachstum 2018 auf ein bis zwei Prozent, was sich wiederum positiv auf den DAX auswirken dürfte“, so Katja Müller, Mitglied der Geschäftsleitung von Universal-Investment. Zudem gehen die Befragten einstimmig davon aus, dass die Inflation in die Euro-Zone zurückkehrt.

Bei der Wahl der Anlageklassen stehen weiterhin die Aktien der Industrienationen mit deutlichem Abstand auf Platz eins, gefolgt von Renten der Industrienationen, Aktien sowie Renten der Schwellenländer, Immobilien und Gold / Edelmetalle. Für Rainer Beckmann von ficon börsebius Invest sind Gold und Silber sogar das Maß aller Dinge. Überraschend landeten die derzeit viel besprochenen nachhaltigen Investments an letzter Stelle, auch wenn Karsten Kührlings von der GLS Bank der Überzeugung ist, das grüne Geldanlagen die Zukunft bestimmen werden. In der Zusammenfassung sollten Aktien demnach insgesamt die Hälfte des Portfolios ausmachen, drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. „In den kommenden Jahren wird aktives Risikomanagement wichtiger denn je. Dabei gilt es auch diszipliniert am Gold, Sachwerten und internationaler Streuung festzuhalten“, so Jürgen Mehrbreit von der UNIKAT Vermögensverwaltung. Und Andreas Heinrich von Hansen & Heinrich ergänzt: „Aktien sollten gegenüber Renten übergewichtet werden“.

Die Profi-Empfehlungen für die Aufteilung der Depots nach Anlageklassen

Investmentexperten erwarten weiteren DAX-Höhenflug

Größtes Sorgenkind für die Weltwirtschaft nicht USA oder China, sondern Italien

Bitcoin und Zinswende Investmentworte des Jahres

Quelle: Universal-Investment

Bezüglich der Länderallokation empfehlen die Anlageprofis im Vergleich zum Vorjahr einen stärkeren Umbau des Portfolios. Deutschland liegt erstmals mit 27 Prozent ganz vorne, gefolgt vom restlichen Europa mit 25 Prozent. Der Anteil von US-Anlagen soll um sieben Prozentpunkte auf nun 20 Prozent gesenkt werden. Anlagen in China und Japan sollen dagegen in der Summe um die Hälfte auf nun 15 Prozent erhöht werden. Dazu passt auch die Einschätzung von Andreas Meißner vom gleichnamigen Vermögensverwalter: „Aktien, insbesondere aus Europa, sollten weiterhin den Schwerpunkt der Anlagen bilden.“ In die gleiche Richtung zielt auch Christian Müller von SIGAVEST: „Ohne die Investition in Aktien wird es nur sehr schwer möglich sein, positive Realrenditen zu erwirtschaften.“

Die regionalen Empfehlungen der Anlageexperten

Quelle: Universal-Investment

Sorgenkind Italien

Das größte Sorgenkind mit Blick auf die Entwicklung der Weltwirtschaft sehen die Befragten mit 43 Prozent in Italien. Danach folgen China und Großbritannien gleich auf, gefolgt von den USA. Erfreulich dabei: Die Experten schätzen die derzeitige Erholung der Eurozone als eher nachhaltig ein. 63 Prozent gehen davon aus, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro an Stärke gewinnt. Auch einem möglichen Ende der EZB-Anleihekäufe noch im nächsten Jahr blicken sie gelassen entgegen. Fast zwei Drittel denken, dass es kein oder nur ein geringes Risiko für eine Zinskorrektur der Assets geben wird. „Ein Ende der Anleihekäufe ist längst überfällig. Die EZB befeuert die Asset-Price-Blase!“, so Daniel Zindstein von der Zindstein Vermögensverwaltung.

Das Investmentwort des Jahres hat dieses Mal zwei Gewinner. Neben der Zinswende, die bei der letzten Umfrage am häufigsten genannt wurde, hat es 2017 auch Bitcoin geschafft. ESG, Robo-Advice, Blockchain und die künstliche Intelligenz wurden auf die Plätze verwiesen. Torben Leitner von HONESTAS Finanzmanagement begründet seine Wahl so: „Bitcoins sind zu einem reinen Spekulationsobjekt geworden und erinnern zusehends an die Dotcom-Blase. Man hat den Eindruck, dass jeder zurzeit in Bitcoins investiert, obwohl keiner so recht versteht, was sich genau dahinter verbirgt.“ Thomas Lange von Lange Assets & Consulting votiert für die Zinswende und plädiert gleichzeitig für eine Neubesetzung der EZB-Spitze.

Tipps für Privatanleger

„Kurskorrekturen an den Börsen kann man nicht prognostizieren – aber man kann sie nutzen!“, so sieht Dr. Manfred Schlumberger von StarCapital die Lage an den Kapitalmärkten. Thomas F. Seppi von FPM Frankfurter Performance Management empfiehlt: „Don’t be afraid“ und Peter Griesser von der Volksbank Pforzheim ergänzt: „Risiko bringt Rendite“. Sein Kollege Andreas Grünewald von FIVV rät, weiterhin dividendenstarke Aktien von Weltmarktführern überzugewichten, da zum einen Hunderte Millionen junger und immer besser ausgebildeter Menschen weltweit erstmals in den Konsum hinein wachsen würden. Zum anderen fänden die Unternehmen hervorragende Rahmenbedingungen vor, wie steigende Bildung, Kaufkraft und Kundenanzahl, historisch niedrige Refinanzierungskosten, aber auch gesunkene Energie- & Rohstoffpreise.

Weitere Umfrageergebnisse, interaktive Grafiken und die Einzelempfehlungen ausgewählter Vermögensverwalter finden Sie auf infogr.am .

Bernd Obergfell

Head of Communications

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