Frankfurt am Main, 18. Dezember 2018

Vermögensverwalterumfrage 2019: Vermögensverwalter vorsichtig optimistisch für Börsenjahr 2019

Unabhängige Vermögensverwalter bleiben trotz protektionistischer Handelspolitik und Brexit optimistisch für das Jahr 2019 und prognostizieren Kursgewinne an den Aktienmärkten bei unveränderten Zinsen und leicht steigenden Rohstoffpreisen. Das ist das zentrale Ergebnis der siebten jährlichen Vermögensverwalter-Umfrage von Universal Investment. Etwa die Hälfte der Befragten erwartet eine gebremste wirtschaftliche Entwicklung in der Euro-Zone, Privatanlegern empfehlen die Profis dennoch Aktien aus Industrienationen und insbesondere Europa. Die größten Chancen sehen sie mit einem Zuwachs von fast 15 Prozent gar im DAX (auf Basis der Werte vom 10. Dezember), dessen Stand Ende 2019 auf durchschnittlich 12.384 Punkte prognostiziert wird.

Nach einem durchwachsenen Börsenjahr sehen die Investmentexperten im deutschen Leitindex für 2019 damit doppelt so viel Potenzial wie noch im Vorjahr. Starke Zuwächse in Höhe von durchschnittlich 13,6 Prozent erwarten die Befragten auch für den Euro Stoxx 50. Etwas gedämpfter sind die Erwartungen für den S&P 500 (9,1 Prozent) sowie den Nikkei 225 (8,1 Prozent). Ebenso positiv wird die Entwicklung der Rohstoffpreise gesehen: So sollten Gold und Silber um 8 Prozent beziehungsweise 10 Prozent zulegen. Trotz der verhaltenen Stimmung nach dem jüngsten Beschluss der „Opec+“-Gruppe und bisher keiner klaren Tendenz in der Preisentwicklung, erwarten die Vermögensverwalter dennoch einen Anstieg von 22 Prozent für WTI-Rohöl auf 64 US-Dollar je Barrel.


Positive Entwicklung in Europa – trotz Trump und Brexit 

Befragt wurden die Vermögensverwalter auch nach den Auswirkungen des Handelsstreits und des Brexits auf die wirtschaftliche Entwicklung der Euro-Zone im kommenden Jahr – und waren uneins: Etwas weniger als die Hälfte erwartet einen trüberen Ausblick, während 41 Prozent keine Veränderung voraussehen. Gut 12 Prozent antizipieren gar eine stärkere positive Entwicklung. Dennoch sorgt der Brexit für eine Veränderung in der Allokation von Assets: zwei Fünftel wollen ihre Investments reduzieren und begründen dies meist mit den nicht absehbaren Risiken. Auf globaler Ebene halten 58 Prozent China für das größte Sorgenkind, den zweiten Platz teilen sich mit je 12 Prozent Italien und die USA.

Universal-Investments jährliche Umfrage unter unabhängigen Vermögensverwaltern zeichnet vorsichtig optimistisches Bild für 2019 

Privatanleger sollten breit streuen, profitieren aber vor allem von Kursgewinnen an den Aktienmärkten in Europa

Quelle: Universal-Investment

"Obwohl die unabhängigen Vermögensverwalter ein positives Börsenjahr erwarten, ist der Einfluss geopolitischer Entwicklungen auf die Prognosen nicht abzustreiten. Ob US-Strafzölle, Brexit oder italienischer Haushaltsstreit: die Unwägbarkeiten – und möglicherweise Volatilität – für Vermögensverwalter sind 2019 vielfältig", erklärt Katja Müller, Bereichsleiterin Sales & Relationship Management und Mitglied der Geschäftsleitung von Universal-Investment. 

Insgesamt bleibt die Erwartungshaltung gegenüber der Wirtschaft Europas jedoch positiv. Großen Anteil daran dürfte auch der Ausblick auf die hiesige Ökonomie haben. Fast drei Viertel rechnen mit einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von einem bis zwei Prozent und liegen damit in Einklang mit den jüngsten Prognosen führender Wirtschaftsinstitute.

Der anhaltende Optimismus gegenüber Europa ist auch an die Währungsmärkte gekoppelt. Über 80 Prozent der Vermögensverwalter rechnen inzwischen damit, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar stärker werden wird. Für 2018 war noch ein Anstieg des US-Dollars gegenüber dem Euro prognostiziert worden. Eine Veränderung des Leitzinses in der Euro-Zone wird indes nicht erwartet und auch die von der US-Notenbank FED bereits eingeleitete Zinswende werde sich laut der Vermögensverwalter zukünftig nicht signifikant weiterentwickeln. Das realistischste geldpolitische Szenario ist für zwei Drittel Inflation.

Quelle: Universal-Investment

Was heißt das für Privatanleger?

Die unabhängigen Vermögensverwalter haben ebenfalls klare Empfehlungen für das ideale Privatanleger-Depot im kommenden Jahr: "Aktien bleiben die erste Wahl", bringt es Christoph Gum von Private Alpha Switzerland auf den Punkt. Der Fokus sollte mit über 50 Prozent auf Wertpapieren liegen, dann folgen Renten mit 26 Prozent sowie Alternative Investments. Der Schlüssel bleibt allerdings die Risikostreuung. Breit über verschiedene Anlageklassen wie Immobilien, Gold und Edelmetalle oder ESG streuen und auf Aktien aus (europäischen) Industrienationen setzen, empfehlen die Profis. "Gemäß der alten Kaufmannsregel liegt der Gewinn des Jahres 2019 im billigen Einkauf 2018. Wenn man systematisch breit gestreut mit vielen unabhängigen Einzelideen global investiert, stellen sich die Erträge über die Trefferquote automatisch ein", untermauert Lutz Röhmeyer von Capitulum Asset Management seine Empfehlung.

Bei der Wahl der richtigen Länder ist im Vergleich zum Vorjahr der Anteil von Aktien aus Industrienationen um sechs Prozentpunkte auf 43 Prozent gestiegen, während Emerging Markets in der Gunst der Experten ebenso viel verloren haben und nur noch sechs Prozent des Depots ausmachen sollten.

Den größten Block im Ländervergleich sollten europäische Werte (26 Prozent) bilden, dicht gefolgt von US-Aktien (25 Prozent) und deutschen Papieren (24 Prozent). "Aus einer fundamentalen Bewertungssicht sind Aktien in Europa günstig bewertet, wenn es keine globale Rezession geben wird", begründet unter anderem Manfred Gridl von Gridl Asset Management die Empfehlungen. Bezogen auf die unabsehbaren Risiken durch politische Entwicklungen empfiehlt Henning von Issendorf von Tungsten Capital: "Im kommenden Jahr muss man Volatilität aushalten und in seiner strategischen Asset Allocation langfristig denken."

Bernd Obergfell

Head of Communications

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