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Investieren gegen den Strom

Autoren: Peter Heim, Balthasar Meier, Thomas Germann

Erscheinungsdatum: 29. September 2021

  • Fondsauflage
  • Publikumsfonds
Keynote Funds bietet ein konzentriertes Portfolio von Qualitätsunternehmen abseits des Mainstreams an. Foto: OgnjenO Quelle: iStock

Investieren abseits des Mainstreams

„Wir fokussieren uns auf ineffiziente Marktsegmente, in die andere nicht investieren können oder wollen“, sagt Thomas Germann, Fondsmanager von Keynote Funds aus der Schweiz. Warum dies in seinen Augen so erfolgversprechend ist, erklärt er anhand des Keynote - Equity Opportunities Fund. Die weiteren Investmentteam-Mitglieder, Peter Heim und Balthasar Meier, berichten zudem darüber, warum Keynote Funds 2019 gegründet wurde und wie sie die anschließende Corona-Pandemie 2020 erlebt haben. Zum Schluss gibt Germann noch einen Ausblick auf die Entwicklung der „ineffizienten Marktsegmente“ in den nächsten Jahren.

ChampionsNews: Der Keynote - Equity Opportunities Fund (ISIN LU1920072326 (AK I-EUR) / ISIN LU1920072672 (AK R-EUR)) wurde im August zwei Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch! Durch die Corona-Pandemie wurde der noch recht junge Aktienfonds gleich vor große Herausforderungen gestellt. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Peter Heim: Die Tätigkeiten verliefen dank frühzeitiger Dezentralisierung in der Schweiz und Luxemburg und der cloudbasierten IT-Infrastruktur auf der operativen Seite reibungslos. So konnten wir uns auf die Einflüsse der Pandemie auf unser Fondsportfolio konzentrieren und die notwendigen Maßnahmen ergreifen. Da der Keynote - Equity Opportunities Fund das Corona-Jahr 2020 mit einem zweistelligen Plus beendete, darf man wohl sagen, dass wir die pandemiebedingte Feuertaufe erfolgreich bestanden haben.

Herr Meier, Sie haben einen der größeren unabhängigen Vermögensverwalter in Zürich aufgebaut, der später mit der Bank Julius Bär fusionierte. Wie kam es zur Gründung der Keynote Funds AG?

Balthasar Meier: Die Weiterführung der WMP Vermögensverwaltung unter dem Dach der Bank Julius Bär hat angesichts der zu großen Unterschiede in der Investmentphilosophie nicht funktioniert. Die Bank Julius Bär wollte nach der Fusion die erfolgreichen Aktienstrategien letztlich nicht weiterführen. Somit haben wir uns als Team dazu entschieden, diese Fondsstrategien unseren Investoren neu, unter eigenem Dach, zur Verfügung zu stellen.

Gemeinsam mit Ihrem Bruder, Dieter Meier, sind Sie bekanntlich auch in vielen anderen Branchen und Projekten aktiv, unter anderem bei den BVZ Bergbahnen, im Weinbau und in der Herstellung von Schokolade. Spiegelt sich dieser unternehmerische Esprit auch in der Investmentphilosophie des Fonds wider?

Balthasar Meier: Unser unternehmerischer Esprit spiegelt sich am deutlichsten darin wider, dass wir bei unseren Investitionen immer über ein „gründliches Wissen“ verfügen wollen, bevor wir investieren. Meine vergangenen und aktuellen Tätigkeiten in verschiedenen Branchen haben mich aber ebenfalls gelehrt, vorsichtig zu agieren und den Unternehmensführern nicht einfach alles zu glauben, sondern auch mögliche Schwachpunkte ausfindig zu machen.

Wir sprechen lieber mit Spezialisten aus der Branche als mit Analysten von Großbanken.

Balthasar Meier

Sie konzentrieren sich auf die Anlagekategorien „Spin-offs“, „Plattformunternehmen“ und „Transformative Qualität“. Erzählen Sie gerne mehr hier.

Wir fokussieren uns auf ineffiziente Marktsegmente, in die andere nicht investieren können oder wollen.

Thomas Germann

Thomas Germann: Bei Spin-offs ist meist nur eine beschränkte Finanzhistorie verfügbar, was die Analyse erschwert. Zudem handelt es sich dabei oft um Marktführer in Nischenbereichen. Die Aussichten dieser Unternehmen sind auf den ersten Blick nur schwer zu beurteilen. Bei den Plattformunternehmen unterschätzen Analysten die positiven Auswirkungen von Netzwerkeffekten, weshalb dieses Segment ebenfalls interessante Opportunitäten eröffnet. Bei der transformativen Qualität führen die Konsolidierung innerhalb einer Branche, geografische Expansion oder neue Produktkategorien zu Unsicherheiten, die die Investoren an der Seitenlinie verharren lassen. Mit einem investigativen Research-Prozess und einem tiefen Verständnis des Geschäftsmodells lassen sich aber gerade in diesen Segmenten frühzeitig interessante Opportunitäten aufdecken.

Wodurch zeichnet sich Ihre Fondsstrategie noch aus? Wie reagieren Sie auf volatile Märkte?

Peter Heim: Alle Unternehmen im Portfolio durchlaufen unsere proprietäre Checkliste. Dabei eruieren wir mittels 50 Fragen die Qualität des Geschäftsmodells, das Management, die Bewertung sowie die Reputationsrisiken im Nachhaltigkeitsbereich.

Es geht nicht darum, intelligenter als andere sein zu wollen, sondern einen bewährten Ansatz diszipliniert umzusetzen.

Peter Heim

Wenn wir ein komplettes Bild eines Unternehmens haben, sehen wir volatile Märkte eher als Chance, gute Unternehmen zu einem attraktiven Preis erwerben zu können.

Welche Entwicklung erwarten Sie in den nächsten Jahren?

Thomas Germann: Transformative Events gibt es immer wieder – dieser Bereich bleibt unverändert attraktiv. Das Plattform-Geschäftsmodell hingegen wird in Zukunft durch die Digitalisierung vieler Lebensbereiche weiter an Bedeutung gewinnen, so dass wir hier viele neue Möglichkeiten erwarten. Obwohl die Abspaltung von Unternehmensteilen (Spin-offs) noch sehr US-lastig ist, scheinen zunehmend auch europäische und asiatische Konzerne die Vorzüge der Separierung, also die Fokussierung auf das Kerngeschäft und eine einfachere Bewertung der Einzelteile durch die Investoren, zu erkennen. Auch hier könnten sich für uns attraktive Chancen eröffnen. Wir freuen uns entsprechend, unseren Investoren weiterhin ein konzentriertes Portfolio von Qualitätsunternehmen abseits des Mainstreams anbieten zu können.

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