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Erfolgreich mit Value-Strategien investieren

Autor: Timo Lüllau

Auf breite Resonanz beim diesjährigen Fonds professionell Kongress stieß der Vortrag „Value in Anleihen und Aktien“ von Dr. Uwe Rathausky, Gründer und Vorstand der GANÉ Aktiengesellschaft, und Martin Wilhelm, Gründer des Instituts für Kapitalmarkt IfK. Mehr als 160 Zuhörer verfolgten die Vorträge der beiden Fondsberater, die auf Einladung von Universal-Investment ihre Investmentstrategien präsentierten.

Martin Wilhelm, Firmengründer IfK, berichtete über Value Investing bei Anleihen. Foto: Universal-Investment

Dr. Uwe Rathausky, Fondsberater des ACATIS - GANÉ VALUE EVENT FONDS UI  , zeigte auf, wie man Value-Investing mit einer ereignisorientierten Vorgehensweise, einem so genannten Event-Driven-Ansatz, kombinieren kann, um damit neben fundamentalen Risiken auch Marktpreisrisiken zu reduzieren. „Risikoaversion liegt meinem Partner Henrik Muhle und mir schon aufgrund unserer schottischen und schwäbischen Wurzeln in den Genen“, berichtete Rathausky. Dass die beiden Fondsberater mit ihrem Ansatz gut fahren, zeigt sich an der Rendite, die sie jährlich seit Auflage erzielt haben: Zwölf Prozent, bei einer Volatilität von 7,7 Prozent im Jahr.

Eingehen von Risiken muss adäquat abgegolten sein

„Wir vermeiden Stress für die Anleger“, so Rathausky weiter. Das sei das oberste Gebot für ihn, um den Investoren ein Basisinvestment für eine langfristige und ausgewogene Vermögensallokation bieten zu können. Das Eingehen von Risiken müsse immer adäquat entgolten sein. „Wenn das nicht der Fall ist, halten wir Liquidität und üben uns in Geduld“, so der GANÉ-Gründer weiter. Wie er Value und Event zielgerichtet und risikoavers miteinander verbindet, erläuterte Rathausky anhand des Investmentbeispiels Berkshire Hathaway. So liege der faire Wert der Holdinggesellschaft fast 50 Prozent über dem aktuellen Börsenkurs. Gleichzeitig kaufe das Unternehmen eigene Aktien zu einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von maximal 1,2 zurück. Diese Rückkaufschwelle entspreche derzeit etwa dem aktuellen Börsenkurs und solle das Marktpreisrisiko minimieren. Somit wirke der Aktienrückkauf als Katalysator auf den zukünftigen Wert pro Aktie. Darüber hinaus, so Rathausky, dürften sowohl der faire Wert als auch der Buchwert der Holdinggesellschaft weiter um jährlich rund acht bis zwölf Prozent wachsen. Damit erfülle Berkshire-Hathaway exemplarisch die Kombination aus Value und Event. Und die Investoren des Fonds sollten weiterhin ruhig schlafen können.

Wilhelm, Fondsberater des ACATIS IfK Value Renten UI  erklärte, wie er mit einem Value-Ansatz erfolgreich Rentenpapiere für sein Portfolio auswählt. Dass er dabei ein recht gutes Händchen bisher bewiesen hat, beweisen seine Zahlen. So lag die jährliche Performance seit Dezember 2008 bei 8,3 Prozent, während die Volatilität 4,5 Prozent im Jahr im gleichen Zeitraum betrug. Auch im vergangenen Jahr, das für Rentenmanager nicht sehr einfach gewesen ist, schnitt Wilhelm gegenüber vergleichbaren ETF-Produkten besser ab und erzielte fast eine schwarze Null. Wilhelm richtet bei seinen Investments vor allem den Fokus auf Titel, die höhere Rücksetzer verkraften mussten, weil diese gute Chancen für Value-Investments darstellen.

Supermärkte sind Trumpf

Derzeit sind für den IfK-Gründer Anleihen von Unternehmen wie der Rohstoffhändler Glencore oder die Supermarktketten Tesco und Casino Guichard („manche davon bieten derzeit ein ordentliches Bild im Sinne der Cashflows“) spannend. Hier analysiert Wilhelm mit seinen Kollegen die Unternehmen im Detail auf value-relevante Aspekte, bevor ein Investment getätigt wird. Ein erfolgreiches Beispiel für einen Anleihekauf ist Hapag Lloyd. Das Transport- und Logistikunternehmen habe stabile Ankeraktionäre und biete gute Renditen, außerdem läge die Eigenkapitalquote bei über 40 Prozent, das bedeute eine hohe Rückzahlungswahrscheinlichkeit, so Wilhelm. Dank Laufzeiten der Coupons bis 2017 und 2019 könnten in einem überschaubaren Zeitraum aussichtsreiche Renditen erzielt werden.

Seit Auflage des Fonds vor rund sieben Jahren, hat der ACATIS IfK Value Renten UI einen deutlich höheren Ertrag und ein deutlich geringeres Risiko im Vergleich zur Benchmark, so der IfK-Fondsberater weiter. Die zu erwartende Mindestausschüttung liege bei vier Prozent, die sogenannten Ausschüttungsreserven im Fonds seien sehr hoch und würden für die nächsten Jahre bequem reichen. „Unser langfristiges Querdenkermodell mit einem hohen Freiheitsgrad ist erfolgreich, in sieben Jahren hatten wir keinen Default, Ausfall oder Insolvenz“, sagte Wilhelm abschließend.  

Autor: Timo Lüllau
Erscheinungsdatum: 04.02.2016