Bei Infrastrukturunternehmen gibt es gut prognostizierbare Cashflows. Foto: Nikada Quelle: iStock

Rentenmarkt: Satte Zinsen durch Infrastrukturinvestments

Nach der Niedrig- und Nullzinsphase folgt jetzt eine Zeit der negativen Zinsen. Weltweit rentieren mittlerweile Anleihen in einem Volumen von 16 Billionen US-Dollar im roten Bereich. Im Gespräch mit ChampionsNews erläutert Rainer Fritzsche, Mitglied im Anlageausschuss des OVID Infrastructure HY Income UI (ISIN DE000A112T83 / DE000A112T9), wie sich am Rentenmarkt dennoch gutes Geld verdienen lässt. Er beleuchtet dabei auch Investitionen in Anleihen von Infrastrukturunternehmen, die Mautstraßen, Bahntrassen und Flughäfen betreiben.

Rainer Fritzsche, Geschäftsführender Gesellschafter der Investmentboutique OVIDpartner

ChampionsNews: Herr Fritzsche, deutsche Bundesanleihen rentieren mittlerweile über alle Laufzeiten negativ. Gehört der sichere Zins der Vergangenheit an?

Fritzsche: Es ist richtig, dass sich derzeit mit deutschen Bundesanleihen, aber auch mit vielen anderen Bonds kein Geld mehr verdienen lässt. Es gab aber auch schon früher ausgedehnte Phasen, in denen die Rendite von Bonds unter der Inflationsrate lag, die Verzinsung real also negativ war. Es stimmt nicht, dass sich an den Rentenmärkten generell keine Erträge mehr erzielen lassen.

ChampionsNews: Können Erträge nur erzielt werden, wenn Anleger in schlechtere Bonitäten ausweichen, also mehr Risiko in Kauf nehmen?

Fritzsche: Tatsächlich schichten Anleger in Richtung High Yield um, damit sie überhaupt noch Erträge erzielen. Aber dort gibt es enorme Unterschiede. Nach einer Untersuchung der Rating-Agentur Moody’s belief sich die Ausfallrate von Unternehmensanleihen, ohne die Emissionen von Finanzinstituten, von 1983 bis 2005 nach zehn Jahren Laufzeit auf rund acht Prozent. Bei Anleihen von Infrastrukturunternehmen lag die Quote dagegen nur bei gut einem Prozent. Das zeigt, dass diese Bonds als vergleichsweise sicher gelten können.

ChampionsNews: Wie erklären Sie sich das?

Fritzsche: Es handelt sich hier um Unternehmen, die Mautstraßen, Bahntrassen oder Flughäfen betreiben. Da haben Sie es mit sehr gut prognostizierbaren Cashflows zu tun. Auf Basis der Vergangenheitsdaten lässt sich recht genau vorhersagen, welche Einnahmen in der Zukunft zu erwarten sind. Die entsprechenden Geschäftsmodelle sind robust und gut berechenbar. Außerdem sind sie vergleichsweise konjunkturunabhängig. Die Menschen benutzen ihr Smartphone nicht weniger, weil die Wirtschaft einmal nicht so rund läuft. Infrastrukturunternehmen verfügen über Hunderttausende Kunden. Das Geschäft ist kleinteilig, dafür aber sehr stabil.

ChampionsNews: Wie kommt es, dass die entsprechenden Bonds so schwache Ratings erhalten?

Fritzsche: Das hängt mit der relativ hohen Verschuldung der entsprechenden Unternehmen zusammen. Es ist einfach extrem kapitalintensiv, eine Autobahn, eine Bahntrasse oder ein Mobilfunknetz der fünften Generation (5G) zu bauen. Denken Sie einmal an die Kosten des Flughafens BER oder der letzten Versteigerung neuer Mobilfunklizenzen. Infrastrukturunternehmen haben in der Regel einen hohen Bedarf an Fremdkapital. Rating-Agenturen mögen das nicht, offenbar unabhängig von den tatsächlichen Ausfallraten.

ChampionsNews: Und wie können Anleger in Anleihen von Infrastrukturunternehmen investieren?

Fritzsche: Die Anleihen von Infrastrukturunternehmen lassen sich natürlich über die Börse kaufen, wie andere Bonds oder Aktien auch. Und zwar weltweit. Wir sind zum Beispiel neben Europa, stark in Asien investiert.

Die Emissionen kommen generell immer häufiger in einer Stückelung von 100.000 oder 200.000. Dadurch spart sich der Emittent den Prospekt. Das ist für die meisten Anleger nicht finanzierbar und, wenn doch, ergeben sich meistens erhebliche Klumpenrisiken. Deshalb steht mit dem OVID Infrastructure HY Income UI (ISIN DE000A112T83 / DE000A112T91 ) eine Fondslösung zur Verfügung, die regelmäßig ein attraktives Einkommen sowie tägliche Liquidität bietet und auch für den kleinen Geldbeutel erwerbbar ist.

ChampionsNews: Und mit welcher Rendite können Anleger des Fonds rechnen?

Fritzsche: Bei Fondsauflage im Oktober 2014, haben wir unseren Anlegern einen jährlichen ordentlichen Ertrag von 3,5 bis fünf Prozent in Aussicht gestellt – und zwar nach Kosten, sowohl für institutionelle als auch private Anleger. Diese Erträge liefern wir bis heute – ohne Unterbrechung.

ChampionsNews: Eine Frage zum Schluss: Bei weltweit streuenden Fonds, wie dem OVID Infrastructure HY Income UI, spielen auch Währungsrisiken eine Rolle, nicht wahr?

Fritzsche: Das ist auch unsere Erfahrung. Deswegen sind wir in Europa mit rund 60 Prozent übergewichtet. In den USA, dem größten Rentenmarkt weltweit, sind wir dagegen nur mit weniger als zehn Prozent engagiert. Denn ausländische Währungen sichern wir ab. Im Fall der USA bleibt dann von den Anleihenrenditen aber kaum noch etwas übrig. Anders sieht das bei Dollar-Bonds aus Asien aus. Hier fallen die Zinserträge so hoch aus, dass auch nach einer Währungs-Absicherung noch eine attraktive Rendite bleibt – und dies, obwohl es sich um stabile Emittenten handelt, die mit hoher Zuverlässigkeit ihre Kupons bedienen. 


Erscheinungsdatum: 12.11.2019