Weltweit notwendige Infrastrukturprojekte sorgen für Investmentchancen. Foto: chungking / Fotolia

Private Equity als Investmentlösung für Real Assets

Autor: Dr. Sofia Harrschar

Der anhaltende Performancedruck macht Real Assets für Investoren immer interessanter. Dies gilt besonders für Institutionen, die langfristige Verbindlichkeiten aufweisen und nach Anlagen mit langem Zeithorizont, stabilen Cashflows und relativ geringem Risiko suchen. Sachwertanlagen können diese Anforderungen erfüllen, sie stellen aber regulatorisch, steuerlich und administrativ größere Herausforderungen als traditionelle Assets. Dr. Sofia Harrschar, Leiterin Product Solutions bei Universal-Investment, erläutert, wie ein effizienter Zugangsweg für Real Assets im Bereich Private Equity möglich ist.

Dr. Sofia Harrschar, Leiterin Product Solutions Universal-Investment

Als Real Assets bezeichnet man Anlagen in Sachwerte wie erneuerbare Energien, Wald und Immobilien, aber auch Investitionen in Infrastrukturbauten wie Brücken, Straßen, Wasserwege, Flughäfen, Schienen- Telekommunikations- und Energienetze sowie in Schulen, Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen. Neben den derzeit viel diskutierten Investitionen in das Fremdkapital dieser Anlagen besteht für Anleger auch die Möglichkeit, in Form von privaten Unternehmensbeteiligungen in das Eigenkapital entsprechender Gesellschaften zu investieren. Mit anderen Worten: in Private Equity.


Gesetzgeber macht den Weg frei

Das Ausmaß der regulatorischen Investierbarkeit von Private Equity war für die dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) unterliegenden Anleger bis vor kurzem aufgrund gesetzlicher Neuregelungen unklar. Maßgeblich für VAG-Anleger, zu denen neben Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds auch mittelbar durch das VAG regulierte Unternehmen wie Pensionskassen und Versorgungswerke zählen, sind die entsprechenden Regelungen in der Anlageverordnung für Versicherungsunternehmen (AnlV) oder der weitgehend deckungsgleichen Kapitalanlageverordnung für Pensionsfonds (PFKapAV). Mit der Umsetzung der AIFMD-Richtlinie in das neue deutsche Investmentrecht mussten diese Regelungen zur Kapitalanlage auch in Bezug auf Private Equity-Anlagen angepasst werden.

In ersten Entwürfen zur AnlV-Novellierung waren die Anforderungen an Private-Equity-Dachfonds sehr rigide. So hätte beispielsweise nicht nur die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) des Dachfonds eine Erlaubnis gemäß KAGB und einen Sitz im OECD- oder Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gebraucht, sondern auch alle Zielfonds. Weil ein Großteil der Zielfonds diese Vorgaben nicht erfüllt, wäre der Dachfonds als beliebtes Private-Equity-Vehikel durch diese Regulierung kaum noch umsetzbar gewesen, denn das Universum an investierbaren Zielfonds wäre sehr klein geworden.

Auf Jahressicht gehört Private Equity 2014 zu den großen Performancetreibern.

Dr. Sofia Harrschar

Inzwischen herrscht Klarheit: Am 25. Februar 2015 wurde im Bundeskabinett eine neue Anlageverordnung verabschiedet, die Private-Equity-Dachfonds als geschlossene Publikums- oder Spezial-AIF ausdrücklich zulässt und zudem die Anforderungen an Zielfonds realistisch gestaltet. Die Erwerbbarkeit von Private-Equity-Dachfonds innerhalb der Beteiligungsquote von 15 Prozent ist damit gesichert, und dem Anleger steht über entsprechende Vehikel ein breites Anlageuniversum offen. Für Investoren sind das gute Nachrichten, denn Private Equity kann nicht nur langfristig Performancevorteile gegenüber anderen Anlageklassen bieten. Auch auf Jahressicht gehörte Private Equity 2014 zu den großen Performancetreibern. Einen ansehnlichen Teil dieser Performance verdanken die Private-Equity-Anlagen auch Investitionen in Real Assets.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld können Rentenanlagen die Ertragsziele vieler Investoren nicht mehr bedienen; die weitere Rendite- und Risikoentwicklung bei Aktien ist bei der aktuellen Börsenlage schwer einzuschätzen. Private Equity dagegen weist relativ hohe und stabile Renditen auf, außerdem sind die Korrelationen zu anderen Anlageklassen während der Haltedauer relativ niedrig. Private Equity bietet zudem eine hohe Diversität, sowohl hinsichtlich der möglichen Beteiligungsphasen und Sektoren als auch in geographischer Hinsicht, so dass eine Anpassung an die strategische Ausrichtung der Kapitalanlagen innerhalb der Anlageklasse möglich ist.