Marc Siebel erklärt die Renaissance des Long-Short-Fonds. Foto: Jaroslav Frank Quelle: istock

Die Renaissance des Long-Short-Fonds – Was die vergangene Hausse und Value-Aktien damit zu tun haben

Gastautor: Marc Siebel

Long-Short-Fonds waren bis 2017 sehr beliebt. Spätestens 2018 haben sie das Gros der Investoren enttäuscht. Zu abnormal war die Renditeverteilung, zu schnell stiegen Risikoprämien. Kaum eine Anlageform konnte sich Kursverlusten entziehen. Doch auch viele als Absolute Return verstandene Long-Short-Fonds verloren mitunter zweistellig. Morningstar bestätigt, dass dies insbesondere für Hedgefonds galt, die auf starke Bewertungsunterschiede innerhalb einzelner Aktien setzten, so, wie unser Aktienfonds, Peacock European Alpha Builder UI (ISIN LU0967289215), auch.

Eine entscheidende Rolle spielte hier das Auseinanderdriften von Growth-, Quality- und Value-Aktien auf ein historisch ungeahntes Ausmaß. Gut abzulesen ist dies am Kursverlauf unseres Fonds. Nicht nur wir haben diesen Grad der Irrationalität weit unterschätzt. Bei Anleihen sah es nicht besser aus. Wer hätte gedacht, dass die Zinsstrukturkurve selbst im 30-jährigen Bereich einmal im Negativen notiert und Unternehmensanleihen nur noch Kupons nahe Null bieten. Keine gute Voraussetzung, um mit klassischen Mischfonds künftig noch positive Renditen zu erzielen.

Mit dem Blick nach vorne gilt aber nun: Eine starke Erholungsphase zeichnet sich bei Long-Short-Fonds im Gegensatz zu Anleihen und Aktien am Ende einer Zehn-Jahres-Hausse ab: Value-Aktien haben zu einer deutlichen Kurserholung angesetzt. Die aktuelle Anomalie zwischen Aktien der Stile Value (vereinfacht Aktien mit niedrigem KGV, Preis-Buchwert, EV/EBITDA), Growth (Titel mit hohem Umsatzwachstum) und Quality (Titel mit hoher Profitabilität und solidem Cashflow) ist immer noch so stark ausgeprägt wie zuletzt vor 20 Jahren! Besonders auffällig war die Kurserholung bei Aktien von Banken, Autos und diversen Zyklikern. Deshalb sehen auch diverse angelsächsische Investmentbanken in diesem hohen Spread eine einmalige Anlagechance. Experten sprechen hier von einer längst überfälligen Style- oder Sector Rotation. Es wird deutlich: Das Risiko eines Aktienkursverlustes bemisst sich nicht allein an der Güte des Geschäftsmodells, sondern auch an dem Preis, den der Markt in einer bestimmten Phase dafür bereit ist zu zahlen. Erstaunt waren insofern jüngst viele Investoren darüber, dass Investoren ihre Gelder aus Quality-Aktien in Value-Aktien umschichteten.

Die starke Zunahme der Gewinnwarnungen bei wachstumsorientierten Unternehmen und die deutlich gesenkten Konjunkturprognosen weltweit bestätigen auch fundamental, dass die abnormale Wertentwicklung von Wachstums- und Qualitäts-Aktien zu Ende gehen dürfte. Die Investment-Boutique Peacock Capital geht nach einer Vielzahl von Gesprächen mit renommierten Aktienstrategen diverser Banken und der Auswertung von übergreifenden Studien davon aus, dass dieser Trend sich fortsetzen wird. Politische Störfeuer, wie beispielsweise der Brexit, lösen sich wieder auf und führen zu starken Umschichtungen von defensiven Branchen in zyklischere. Gleichzeitig begünstigt der Faktor „Größe“ bei Aktien aktuell Nebenwerte. Während Small Caps über Zeiträume von fünf Jahren große Standardaktien stets schlagen konnten, belegen Auswertungen von Morgan Stanley aktuell: Mittelstandsaktien haben ein Rezessionsrisiko deutlich stärker vorweggenommen als Blue Chips. Daher ist unsere Strategie: Übergewichten. Und auch das Liquiditätsrisiko bei Aktien spricht für Nebenwerte. So warnte jüngst der bekannte US-Hedgefonds-Manager Michael Burry: Nach der Subprime-Krise, die durch Kreditverbriefungen (CDOs) befeuert wurde, sind nun passive Investments und ETFs die nächste Blase, die vor allem Blue Chips treffen werde. Platze diese, ausgelöst durch automatisierte Verkaufsorders, dürften Blue Chips stärker unter Druck stehen als die oft in fester Hand befindlichen, eigentümergeführten Small Caps.


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Erscheinungsdatum: 15.11.2019