Detaillierte Performanceanalysen sind bei Investoren gefragt. Quelle: chalabala / Fotolia

Reporting 4.0

Autor: Carsten Steimer

Die zunehmende Regulierung stellt höhere Anforderungen an das Fondsreporting, und auch die exakte Performance- und Risikoanalyse wird immer wichtiger. Universal-Investment unterstützt Investoren durch die Plattform PowerPortal, auf der zahlreiche Berichte und Analysen jederzeit abrufbar sind. Im Interview erläutert Carsten Steimer, Produktmanagement Reporting und Web Solutions Universal-Investment, die aktuellen Trends im Reporting.

Carsten Steimer, Produktmanagement Reporting & Web Solutions Foto: Universal-Investment

Universal-Investment: Herr Steimer, wie hat sich das Reporting in den letzten Jahren verändert?

Steimer: Früher stand das Reporting im Bewusstsein von Investoren nicht so sehr im Fokus: Asset Manager erstellten zu bestimmten Stichtagen Auswertungen für die von ihnen betreuten Fonds und präsentierten die Ergebnisse auf halbjährlichen oder jährlichen Sitzungen. Heute möchten Investoren jederzeit und umfassend rund um ihre Kapitalanlage informiert sein, und die Regulierung verlangt zusätzlich häufigere und umfangreichere Datenlieferungen. Beispiele für Regulierungen sind die geänderten Kapitalanforderungen an Versicherer nach Solvency II, die neuen Basel-III-Eigenkapitalrichtlinien für Banken oder die EU-Derivateverordnung EMIR. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs, zumal mit weiteren gesetzlichen Reportinganforderungen zu rechnen ist.

Universal-Investment: Was können institutionelle Investoren tun, um diesen Anforderungen gerecht zu werden?

Steimer: Innovative Reportinglösungen sind gefragt. Dabei ist die Unterstützung durch eine qualifizierte Master-KVG wichtig, denn die Implementierung eines stringenten Data-Governance-Prozesses sichert die Datenkonsistenz für den Investor und hilft bei der Aufbereitung der Daten. Universal-Investment bietet dazu über das PowerPortal eine Vielzahl regulatorischer Reportingauswertungen an.

Universal-Investment: Sind damit alle Wünsche an ein modernes Reporting schon erfüllt?

Steimer: Nein, denn beim regulatorischen Reporting können sich Master-KVGs nicht wesentlich von ihren Wettbewerbern unterscheiden. Echten Mehrwert dagegen liefern ein individuelles Kundenreporting und detaillierte Performance- und Risikoanalysen für verschiedenste Empfängerkreise. Unser PowerPortal zum Beispiel bietet über 100 Standardberichte zur direkten Verwendung, zudem gibt es Ad-hoc-Auswertungen zu Allokationen mit Drilldown, Fälligkeitsstrukturen, Performance und Ertrags- und Aufwandsrechnung. Aber nicht nur der Inhalt, auch die Form zählt: Gefragt sind tägliche, automatische Zustellungen individueller Informationen über unterschiedlichste Zugangswege, einschließlich Smartphones und Tablets.

Universal-Investment: Warum ist im heutigen Anlageumfeld eine detaillierte Performanceanalyse so wichtig?

Steimer: Angesichts der Vielzahl von Asset Managern, auf die Investoren heute setzen, ist es elementar, deren Performance exakt und unabhängig festzustellen, die Performancetreiber zu identifizieren und zu ermitteln, welche Investmententscheidungen zu einer Outoder Underperformance führen. Dabei muss von der aggregierten Ebene eines oder mehrerer Portfolios auf die einzelnen Positionen durchgeschaut werden. Wir halten seit 2012 die PerformanceAnalyse+ bereit, die Anlegern einen detaillierten Einblick in die Wertentwicklung ihres Portfolios und eine Entscheidungsgrundlage zur Bewertung ihrer Asset Manager gibt.

Universal-Investment: Welche Trends gibt es zurzeit bei der Risikoanalyse?

Steimer: Traditionell wird die erzielte Performance im Zusammenhang mit Ex-post-Risikokennzahlen wie Sharpe Ratio oder Treynor Ratio betrachtet. Um das Risiko zukünftiger potenzieller Verluste besser einschätzen zu können, sollte die risikoadjustierte Wertentwicklung allerdings auch unter Berücksichtigung des Ex-ante-Risikos dargestellt werden. Universal-Investment wird das PowerPortal bald um die Risiko-Analyse+ erweitern, die neben Ex-ante-Kennzahlen wie Value at Risk oder Expected Shortfall auch Darstellungen zur Risikoallokation und zu den Risikobeiträgen liefert. Damit kann der Investor erkennen, welche Asset-Klassen oder Risikofaktoren den größten Beitrag zum gemessenen Risiko haben. Mit flexiblen Stresstestmöglichkeiten und Szenarioanalysen können zudem die Auswirkungen externer Einflüsse – etwa von Zinsänderungen oder Aktienmarktschocks – analysiert und typische Was-wäre-wenn-Fragen beantwortet werden. Anleger erhalten so eine bessere Einschätzung des Risikogehaltes ihrer Portfolios. 

Autor: Carsten Steimer
Erscheinungsdatum: 09.09.2015