Der Earth Sustainable Resources Fund kombiniert die auf den ersten Blick widersprüchlichen Themen Rohstoffe und Nachhaltigkeit. Foto: Skyhobo Quelle: iStock

Evolution eines Rohstofffonds

Autor: Dr. Joachim Berlenbach, Dr. Pereshia Berlenbach, Earth Resource Investments

Rohstoffe begleiten die Menschheitsentwicklung seit der Steinzeit. Heute steht der Rohstoffabbau vor allem unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten häufig in der Kritik. Deswegen hat die renommierte und erfolgreiche Rohstoffboutique Earth Resource Investments (ERI) ebenfalls einen Wandel in ihren Strategien vollzogen und den Rohstofffonds Earth Sustainable Resources Fund aufgelegt, der die auf den ersten Blick widersprüchlichen Themen Rohstoffe und Nachhaltigkeit kombiniert.

Dr. Joachim Berlenbach, Gründer und Managing Director, Earth Resource Investments Foto: Rolf Schmidli (Atelier Schlossberg)
Dr. Pereshia Berlenbach, COO, Earth Resource Investments Foto: Rolf Schmidli (Atelier Schlossberg)

Im Interview sprechen Dr. Joachim Berlenbach, Gründer und Managing Director ERI, sowie seine Ehefrau Dr. Pereshia Berlenbach, COO ERI, die die wissenschaftliche Basis erarbeitet hat, über ihre Strategien im Rohstoffbereich und das neue, nachhaltige Konzept des Fonds. Dabei gehen sie auch auf die zentrale Rolle von Rohstoffen wie Kupfer, seltene Erden und Lithium beim nach- haltigen Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft ein. Hier müsse ein deutlich differenzierteres Bild gezeichnet werden.

universal spotlight: Herr Dr. Berlenbach, Sie sind nicht nur Fondsberater, sondern auch promovierter Geologe. Wie ist es möglich, in Rohstoffe zu investieren, gleichzeitig aber auch die Nachhaltigkeit im Auge zu behalten?

Dr. Joachim Berlenbach: Der Bedarf an Metallen, die wir benötigen, um die Industrie des 21. Jahrhunderts aufzustellen, ist exponentiell gestiegen. Inzwischen benötigen wir Rohstoffe wie Silber, Kobalt oder Lithium, die früher in der Industrie eine geringere Rolle gespielt haben; und das in historisch großen Mengen. Aber wo bekommen wir diese Metalle für den nachhaltigen Wandel her? Wir stellen ein Rohstoffparadoxon fest. Einerseits entstehen Emissionen beim Abbau der Rohstoffe, andererseits werden diese Rohstoffe für die Batterien von Elektroautos oder zur Herstellung von Solarpanels benötigt. Denn ohne diese Rohstoffe wäre eine nachhaltige Zukunft wesentlich herausfordernder.

Machen es sich viele Investoren also zu einfach, indem sie den Rohstoffsektor per se verteufeln?

Dr. Joachim Berlenbach: Ja. Viele Investoren lehnen Investments in Minenaktien ab und machen es sich im Hinblick auf die Rohstoffe und Materialien, die wir für eine nachhaltige Zukunft benötigen, zu leicht. Wir benötigen Rohstoffe wie Kobalt, Lithium oder Nickel, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Als Beispiel: Im nächsten Vierteljahrhundert wird die Welt mehr Kupfer abbauen müssen als in der gesamten bisherigen Menschheitsgeschichte.

Wie wollen Sie diesen Wandel mitgestalten?

Dr. Pereshia Berlenbach: Zentral ist die detaillierte Analyse der Unternehmen. Dazu haben wir unseren eigenen Ansatz für den Earth Sustainable Resources Fund entwickelt. Wir analysieren Unternehmen nach mehr als 90 Nachhaltigkeitskriterien, zum Beispiel der Kreislaufwirtschaft, dem CO2-Fußabdruck, messbaren positiven sozialen Ergebnissen, Armutsbekämpfung sowie der Berichterstattung der Unternehmen. Wir sprechen auch mit ihrem Management, wenn wir innovative Nachhaltigkeitslösungen für ihre Betriebe erkennen. Dadurch wollen wir einen aktiven Mehrwert sowohl für die Industrie als auch die Investoren erzielen. Wir glauben, dass Nachhaltigkeit in der gesamten Lieferkette berücksichtigt werden muss, und das beginnt bei den Minen.

Neben dem neueren nachhaltigen Fonds beraten Sie und das ERI-Team seit Langem erfolgreich mit dem Earth Exploration Fund UI und dem Earth Gold Fund UI zwei weitere Rohstofffonds. Diese dürften vor allem vom steigenden Goldpreis profitiert haben, oder?

Dr. Joachim Berlenbach: Das ist richtig. Wir haben noch nie so eine bullische Situation für Gold gesehen wie derzeit. Bei den aktuellen Zinssätzen, der globalen Verschuldung und einer möglichen Inflation ist Gold, je nach Risikoprofil der Anleger, in physischer Form oder als Anlage in Goldaktien unserer Meinung nach ein Muss für jede Portfoliobeimischung. Überall auf der Welt wird derzeit Geld gedruckt. Gold kann aber nicht gedruckt werden. Deswegen ist der Anstieg des Goldpreises nicht verwunderlich.

Die Rohstoffevolution

Bekannt wurde der unabhängige Rohstoffspezialist eri durch seinen besonderen Duale-expertise-Ansatz und die daraus resultierende starke Performance. Die Zusammenarbeit mit Universal-Investment startete 2006 mit der Auflage des Earth Exploration Fund UI (ISIN: DE000A1C2XE1) , 2008 wurde der Earth Gold Fund UI (ISIN: DE000A1CUGZ4) gemeinsam aus der Taufe gehoben und im November 2019 die Fondspalette um den Earth Sustainable Resources Fund (ISIN: DE000A2PMW37) ergänzt.

„Mit Universal-investment haben wir einen Partner gefunden, der bereit war, als Asset Manager zu fungieren und unsere Fondsideen auch mit sehr überschaubaren Startvolumina umzusetzen, sodass wir uns auf Research und Anlagevorschläge fokussieren konnten. Unser Anlagesegment Rohstoffe ist stark zyklisch und dadurch hohen Schwankungen ausgesetzt; Universal-investment stand immer verlässlich an unserer Seite – in guten wie in weniger guten Marktphasen“, kommentiert Dr. Joachim Berlenbach die Zusammenarbeit. Auch aktuell zeigt sich die besondere ERI-Kompetenz – der Earth Gold Fund UI dominiert mit dem ersten Platz seine BVI-Kategorie über unterschiedliche Zeiträume.1 Die Fondsvolumina verteilen sich gleichwertig zwischen Privatinvestoren und institutionellen Investoren. Für beide Segmente sind Anteilklassen verfügbar.

1 Quelle: BVI-Statistik Publikumsfonds, Peergroupvergleich per 31.12.2020; Zeiträume 3 Jahre und 5 Jahre; Kategorie Aktienfonds Rohstoff-/Energiewerte (AROH) Rang 1 und 2 (Anteilklassen EUR I und EUR R). 

Autor: Dr. Joachim Berlenbach, Dr. Pereshia Berlenbach, Earth Resource Investments
Erscheinungsdatum: 10.03.2021