Katja Müller ist Geschäftsführerin und Chief Customer Officer bei Universal-Investment in Frankfurt am Main. Sie und ihr Team betreuen Fondsinitiatoren, institutionelle Investoren und Insourcing-Kunden wie Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGs) und Asset Manager. Quelle: Das Investment

Wir schaffen Lösungen für unsere Kunden

Autor: Claudia Lindenberg, Das Investment

Katja Müller, Chief Customer Officer und Geschäftsführerin bei Universal-Investment, über digitale Assets und die Rolle, die das Thema Nachhaltigkeit im Geschäft mit Private-Label-Fonds und im eigenen Haus einnimmt

Das Investment: Ihr Haus hat ausgerufen, die führende europäische Fonds-Service-Plattform werden zu wollen. Wie wollen Sie dies umsetzen?

Katja Müller: Unsere Strategie umfasst vier Säulen: organisches und anorganisches Wachstum, Internationalisierung und digitale Transformation, und das jeweils mit Blick auf unsere DNA – das sind das Kerngeschäft Fondsadministration sowie der Fokus auf unsere Fondsinitiatoren.

Wo steht Ihr Haus hinsichtlich der Digitalisierungsstrategie derzeit?

Müller: Wir haben ein Emerging-Tech-Team zusammengestellt, das Technologie-Trends identifiziert und deren möglichen Nutzen für Universal-Investment und unsere Kunden evaluiert. So können wir die Möglichkeiten, die etwa Robotics, Künstliche Intelligenz und Machine Learning bieten, adäquat berücksichtigen. Auch am Thema Blockchain arbeiten wir sehr konkret, weil wir bei Auflage, Administration und Vertrieb viel Potenzial für diese neue
Technologie sehen.

Zudem möchten Sie Innovationsführer in der Fondsbranche werden. Wie gehen Sie vor, um dieses Ziel zu erreichen?

Müller: Wir haben bereits in der Vergangenheit gemeinsam mit unseren Kunden erfolgreich Innovationen vorangetrieben und waren unter anderem Vorreiter in puncto Master-KVG und Private-Label-Fonds. Zudem gehört Universal-Investment zu den ersten Fonds-Service-Plattformen, die Lösungen für alle Asset-Klassen anbieten. Diese Innovationskraft unseres Unternehmens werden wir systematisch stärken und dies zum Nutzen unserer Kunden. Durch den Launch neuer Produkte, unterstützt durch moderne Technologien, werden wir unsere Dienstleistungen um interessante und spannende Themen erweitern.

Neben digitalen Assets und Innovationsmanagement spielt auch Nachhaltigkeiteine Schlüsselrolle bei Universal-Investment. Inwiefern setzt Ihr Haus dieses Ziel selbst um?

Müller: Wir sind überzeugt, dass Nachhaltigkeit kein Modethema ist. Es wird Anleger und Asset Manager langfristig begleiten. Als Plattform schaffen wir seit 1968 Lösungen für unsere Kunden. Das gilt mehr denn je auch mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Wir unterstützen unsere Partner und Kunden dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Auch für uns selbst entwickeln wir derzeit eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie.

Inwiefern unterstützt Universal-Investment ihre Partner bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitskonzepten? Wie hat sich die Nachfrage der Anleger geändert?

Müller: Wir registrieren eine steigende Nachfrage seitens der Investoren und sehen uns in diesem Bereich gut aufgestellt. So haben wir als Master-KVG den Überblick über die Anlagen von institutionellen Investoren und bieten ihnen mit einem ausgezeichneten ESG-Reporting ein Werkzeug für die Entwicklung nachhaltigerer Portfolios. Durch die geänderten regulatorischen Anforderungen wird jeder Fonds bei der Zielmarktdefinition auf verfolgte ESG-Strategien einzustufen sein. Hier werden wir uns wie immer bei solchen Themen eng mit unseren Fondsinitiatoren abstimmen und beratend zur Seite stehen. Auch in unserem eigenen, ausschließlich regelgebundenen Portfolio Management spielt das Thema Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle: So agiert das Team entsprechend den UN-PRI-Richtlinien für verantwortungsvolles Investieren, und wir haben unser Produktangebot beispielsweise für Indexanlagen um ESG-Ansätze erweitert.

Haben Sie ein paar Beispiele für bewährte und neu entwickelte Investmentlösungen in diesem Segment?

Müller: Fondsinitiatoren wie zum Beispiel EB-SIM, der Asset Manager der Evangelischen Bank, oder J. Safra Sarasin bieten schon seit vielen Jahren nachhaltige Strategien über unsere Plattform an. Und viele unserer Partner setzen derzeit weitere Nachhaltigkeitsfonds auf – auch in Segmenten, in denen man es nicht sofort vermuten würde wie dem Rohstoffsektor.

Abgesehen vom Thema Nachhaltigkeit: Wo sehen Sie die Stärken von Universal-Investment im Bereich Private-Label-Fonds? Welche Alleinstellungsmerkmale zeichnen Ihr Haus im Vergleich zum Wettbewerb aus?

Müller: Wir punkten neben unserer Service-Qualität insbesondere mit unserer Unabhängigkeit und unserem Ansatz, Lösungen für alle Asset-Klassen zu bieten. Auch in den Bereichen Digital Funds und Digital Assets haben wir uns vorgenommen, ganz vorn dabei zu sein. Künftig wird es Finanzinstrumente geben, die nur noch digital, in Form von sogenannten Tokens, zu kaufen sind – hier wollen wir einen Zugang für unsere Kunden schaffen.

Welche Anlagetrends sehen Sie bei Private-Label-Fonds?

Müller: Neben dem erwähnten gestiegenen Interesse an ESG-Ansätzen ist die Nachfrage nach vermögensverwaltenden Mischfonds angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds weiterhin hoch. Zudem steht Qualität im Fokus, wie unsere aktuelle Auswertung zu den Top-10-Aktien in unseren Publikumsfonds zeigt. Immer mehr gewinnt auch die digitale Transformation an Bedeutung – Letzteres übrigens nicht nur als Anlagethema, sondern auch als Werkzeug für Fondsstrategien, bei denen Künstliche Intelligenz Fondsmanager unterstützt oder eigenständig Anlagen aussucht. 

Autor: Claudia Lindenberg, Das Investment
Erscheinungsdatum: 13.02.2020

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