Campus der EBS Universität für Wirtschaft und Recht: Die Gründer der Vermögensverwaltung Source For Alpha machen sich die Erkenntnisse der Kapitalmarktforschung für ihre Anlagestrategie zunutze. Quelle: EBS Business School

Wissenschaft statt Bauchgefühl

Autor: Claudia Lindenberg, Das Investment

Bei den Anlagestrategien der Frankfurter Vermögensverwaltung Source For Alpha nehmen die Erkenntnisse der Kapitalmarktforschung eine Schlüsselrolle ein. Das gilt auch für den S4A Pure Equity Germany.

Drei Studienfreunde, ein Unternehmen: Christian Funke, Gaston Michel und Timo Gebken kannten sich bereits aus dem Studium an der privaten EBS Universität für Wirtschaft und Recht, als sie am Stiftungslehrstuhl Asset Management der Hochschule jeweils mit ihrer Promotion starteten. 2010 wagten die drei Doktoren dann den Schritt in die Selbstständigkeit und gründeten die Vermögensverwaltung Source For Alpha (S4A). Diese Zusammenarbeit hat sich bis heute bewährt, rund 200 Millionen Euro verwaltet das mittlerweile zwölfköpfige Team vom Firmensitz im Frankfurter Westend aus. Investieren können Anleger auf verschiedenen Wegen: Bei größeren Beträgen, ab 250.000 Euro, stehen individuelle Anlagekonzepte auf Multi-Asset- oder Aktienbasis zur Wahl. Die Retail-Tranchen der Aktienfonds S4A US Long, S4A EU Pure Equity und S4A Pure Equity Germany richten sich hingegen auch an Privatanleger mit schmalerem Budget.

Wie es der Firmenname bereits andeutet, haben es sich die promovierten Kapitalmarktforscher mit ihren Anlagelösungen zum Ziel gesetzt, eine Rendite zu erzielen, die über dem Niveau des Markts liegt. Die Funktionsweise des Ansatzes lässt sich beispielhaft am S4A Pure Equity Germany zeigen, bei dem die regelbasierte und auf Ergebnisse der Kapitalmarktforschung gestützte Strategie umgesetzt wird. Hierfür betreibt das Team zum einen eigene Studien und greift zum anderen auch auf sein Netzwerk im wissenschaftlichen Bereich zurück. Erscheint eine Studie überzeugend, wird diese anhand einer Analyse für liquide Anlagekategorien überprüft. Bestätigen sich die Ergebnisse für diese Märkte, erarbeitet das Team eine entsprechende Anlageregel. „Diese Herangehensweise bietet unter anderem den Vorteil, dass wir strikt systematisch vorgehen und die Gefahr psychologischer Überreaktionen wie etwa Gier umgehen“, skizziert Vorstand und Mitbegründer Christian Funke das Anlagekonzept.

Das Resultat der Strategie kann sich sehen lassen: So erzielte der im Dezember 2013 aufgelegte S4A Pure Equity Germany als Einziger seiner Vergleichsgruppe bei den Rating-Agenturen Lipper und Morningstar in jedem Kalenderjahr eine Outperformance gegenüber dem Dax – und seit Auflegung betrug der Vorsprung gegenüber dem deutschen Leitindex Dax 18,4 Prozentpunkte (Stand: 31. Oktober 2019), wobei der Fonds vor allem in fallenden Märkten die Nase vorn hatte. Dass die Rating-Agentur Morningstar den S4A Pure Equity Germany mit der Bestnote von fünf Sternen bewertet, überrascht daher nicht.

Aktien mit sehr hohem Risiko erzielen im Schnitt deutlich schlechtere Renditen als der Markt.

Dr. Christian Funke

Das gute Abschneiden des Fonds führt Funke unter anderem darauf zurück, dass riskante Titel strukturell untergewichtet werden. „Diese Vorgehensweise haben wir aufgrund der Erkenntnisse der empirischen Kapitalmarktforschung in den Anlageprozess integriert. Sie haben gezeigt, dass Aktien mit sehr hohem Risiko im
Schnitt deutlich schlechtere Renditen als der Markt erzielen“, erläutert er. Ein positiver Nebeneffekt: Der Fonds hat nicht nur den Dax hinter sich gelassen, sondern weist seit Auflegung auch ein deutlich niedrigeres Risiko auf – obwohl er stets zu 100 Prozent in Aktien investiert ist. Ein höheres Engagement geht das Team generell nicht ein. „Market Timing ist für uns kein Thema, daher bleiben Optionen, Futures oder andere derivative Finanzinstrumente beim Fonds generell außen vor“, betont der Fondsmanager.

Im Schnitt umfasst das Portfolio rund 40 bis 60 Titel, wobei die Gewichtung von Dax-Werten übers Jahr variiert. Der Grund: „Zum Jahresende hin schneiden Standardwerte in der Regel deutlich besser als Titel aus der zweiten Reihe ab, weil viele Fondsmanager zum Ende des Jahres ihre Risikobudgets reduzieren. Diese Tatsache machen wir uns zunutze, indem wir vorab entsprechende Positionen in klassischen Blue Chips eingehen“, erläutert Funke. Er zeigt sich zuversichtlich, dass der Fonds auch 2020 den Dax hinter sich lassen wird. „Wir glauben, dass sich die Aktienkurse im Spannungsfeld negativer geopolitischer Turbulenzen einerseits und positiver geldpolitischer Impulse andererseits bewegen werden. Letzteres wird sich positiv auf den Aktienmarkt auswirken, während unsere risikoärmeren Titel von den geopolitischen Risiken weniger betroffen sein dürften als der Rest des Markts.“ 

Autor: Claudia Lindenberg, Das Investment
Erscheinungsdatum: 21.01.2020

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