Transition Management – Case Study 2

Externes Transition Management

Schlüsselfakten zur geplanten Transition:

  • Umstrukturierung eines bestehenden passiven Aktienportfolios
  • Verschiebung der regionalen Ausrichtung (von EuroStoxx zu Aktien global/exkl. Europa)
  • Kein Asset-Manager-Austausch

Die Ausgangssituation: Ein institutioneller Investor ist mit einem Schwerpunkt in Europa investiert und beabsichtigt, ein Segment seines Masterfonds in Höhe von 200 Mio. Euro aus einem passiv gemanagten EuroStoxx-Mandat in ein passives globales Mandat exklusive Europa umzustrukturieren. Ein Asset-Manager-Wechsel ist nicht geplant. Daher besteht für den Investor die Möglichkeit, die Transaktion durch den Asset Manager durchführen zu lassen – oder ein Transition Management hinzuzuziehen.

Für den Asset Manager spricht, dass bis auf die notwendige Änderung der Anlagerichtlinien keine weiteren Schritte unternommen werden müssen. Häufig wird für die Umstrukturierungsphase eine Performance-Pause vereinbart. Üblicherweise wird der Asset Manager die Transition mit Benchmark-Schlusskurs (Closing) des jeweiligen Marktes handeln. Dies ist aus Sicht des Asset Managers wegen des zu diesem Zeitpunkt äußerst liquiden Handels nachvollziehbar, da er nahe der Benchmarkpreise handelt und damit einen entsprechend geringen Tracking Error generiert.

Doch dieses Vorgehen eines für die Transition nicht incentivierten Asset Managers wirft Fragen auf, die aus der neutralen Position des Transition Managers thematisiert und analysiert werden können. Etwa: Wie sieht dabei das Intraday-Risikoprofil aus?

Hierfür sind die unterschiedlichen globalen Handelszeiten zu berücksichtigen:

  • Asien/Pazifik: Japan und Australien beenden den Handel vor Börseneröffnung in Europa um 7:00 Uhr bzw. 6:00 Uhr deutscher Zeit. Singapur und Hongkong überschneiden sich mit der Börseneröffnung bis 10:00 Uhr bzw. 9:00 Uhr.
  • Europa: Die Hauptmärkte Europas beenden den Handel um 17:30 Uhr.
  • Amerika: USA und Kanada handeln bis 22:00 Uhr deutscher Zeit.

Bei einem Handel zum Closing sieht das Intraday-Profil (Abb. 1) folgendermaßen aus: Überinvestition nach Abschluss des asiatischen und australischen Handels in Höhe von 120 %, da der Handel in Asien/Pazifik abgeschlossen wurde und die europäischen Aktien noch nicht verkauft wurden. Um 17:30 Uhr sind die europäischen Aktien verkauft und der Investitionsgrad des Fonds beträgt 20 %. Die Käufe in den USA und Kanada werden um 22:00 Uhr gehandelt und der Fonds befindet sich in seiner Zielstruktur mit 100 % Investitionsgrad. Unter Benchmarkgesichtspunkten ist der Handel gut abgewickelt worden, weist allerdings angesichts der Volatilität ein erhebliches Intraday-Risiko auf.

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Quelle: Portfolio Management Universal-Investment-Luxembourg S.A., Niederlassung Frankfurt am Main

Im Rahmen des Transition Managements können erhebliche risikomindernde Strategien implementiert werden, die das Intraday-Profil (Abb. 2) deutlich verbessern und ein durchgängiges risikooptimiertes Investment sicherstellen. Auch hier werden Australien und Japan zum Börsenschluss gekauft. Dies führt zu einer Überinvestition in Höhe von 110 % bis zur Börseneröffnung in Europa. Mit dieser werden 20 % der europäischen Gattungen unter Berücksichtigung der Sektorenrisiken veräußert und zeitgleich die verbleibenden asiatischen Märkte Hongkong und Singapur erworben. Der Fonds ist zirka 30 Minuten nach der Börseneröffnung in Europa wieder mit 100 % investiert. Dabei wird bei den verbleibenden europäischen Aktien ein Augenmerk auf das Risikoprofil gelegt, um eine möglichst geringe Abweichung zum Risiko des Zielportfolios zu erhalten. Die amerikanischen Gattungen werden zu Beginn des US-Handels erworben. Zeitgleich werden die verbleibenden europäischen Gattungen veräußert. Der Fonds bleibt durchgehend mit 100 % investiert.

Das Ergebnis: Mit der vom Transition Management eingebrachten Optimierung unterliegt der Investitionsgrad nur geringen Abweichungen. Die Liquidität und die Risikoprofile der zu handelnden Gattungen werden berücksichtigt. Ein im Vorfeld sorgfältig geplanter Transition-Management-Prozess führt zu einer erheblichen Reduzierung der Risiken und ist unabdingbar für eine sichere Umstrukturierung sowohl auf der Aktien- als auch auf der Rentenseite.

Welche Umstrukturierung im Portfolio planen Sie? Lassen Sie uns darüber sprechen. Wir freuen uns auf den Austausch.