Frankfurt am Main, 24. November 2016

Umfrage: Alternative Investments als Retter in der Not?

Fast die Hälfte, immerhin 44 Prozent der institutionellen Anleger, sehen keine Auswirkungen des Brexit auf die kontinentaleuropäischen Kapitalmärkte; allerdings sind 37 Prozent doch skeptisch, dagegen aber immerhin 19 Prozent sogar positiv gestimmt. Dieses überraschende Ergebnis brachte eine TED-Umfrage unter rund 100 institutionellen Investoren anlässlich einer Konferenz von Universal-Investment zur Zukunft der institutionellen Kapitalanlage. Die EZB-Geldpolitik dagegen ist für die Befragten ein rotes Tuch. So sehen 84 Prozent hier den Grundstein für die nächste Finanzkrise. Zum Vergleich: 2014 waren es immerhin nur zwei Drittel. 83 Prozent können auch keine baldige Zinswende in Europa erkennen.

Fast die Hälfte der institutionellen Anleger erwartet keine Brexit-Auswirkungen auf europäische Kapitalmärkte

86 Prozent werten EZB-Zinspolitik als Grundstein für die nächste Finanzkrise

Anteil alternativer Investments in den Portfolios steigt weiter an

„Angesichts des Niedrigzinsumfeldes werden Anlagen in Aktien und Alternatives für institutionelle Anleger immer mehr nachgefragt“, so Markus Neubauer, Geschäftsführer von Universal-Investment. Das zeige sich auch an den realen Kapitalströmen auf der Plattform von Universal-investment. Demnach investierte diese Anlegergruppe in den vergangenen Jahren bereits sechs Milliarden Euro in Immobilien, parallel wurden rund 16 Milliarden Euro in anderen Alternative Investments strukturiert. In Relation zum gesamten Spezialfondsvolumen von inzwischen 207 Milliarden Euro entspricht dies einer Quote von über zehn Prozent.

Zu ihrem eigenen Anlageverhalten im Bereich Alternative Assets wie Private Equity, Infrastruktur oder Loans befragt, zeigt sich, dass vier von zehn Investoren künftig drei bis sechs Prozent seiner Kapitalanlagen in diesen Bereich investieren möchten. Jeder Vierte will die Quote für alternative Anlagen auf neun bis zwölf Prozent steigern, etwas mehr als jeder zehnte will sogar mehr als zwölf Prozent der Anlagen in diese Asset-Klasse lenken. Dabei stehen verbriefte und unverbriefte Kredite (Loans / Private Debt) knapp vor Immobilien und Private Equity / Infrastruktur. Hedgefonds spielen dagegen kaum noch eine Rolle.

Der Finanzplatz Luxemburg gewinnt auch durch das neue Vehikel RAIF, also Reserved Alternative Investment Funds, an Attraktivität. Der RAIF ermöglicht neben einer hohen Flexibilität vor allem ein sehr kurze Auflagedauer. Die große Mehrheit mit 83 Prozent ist sich sicher, dass RAIF den Fondsstandort Luxemburg deutlich fördern wird.

Darlehensfonds stehen hoch in der Gunst der Anleger

Quelle: Universal-Investment

Ausgang der US-Wahlen überrascht auch institutionelle Investoren

Auch das Gros der institutionellen Anleger hatte mit einem anderen Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen gerrechnet. Nur rund jeder zehnte Befragte hatte im Vorfeld mit Donald Trump als nächstem Präsidenten gerechnet. Davon rechnet wiederum etwas mehr als die Hälfte mit negativen Folgen für die weltweitern Kapitalmärkte.

Zur Umfrage: Im Rahmen einer Konferenz hat Universal-Investment im Oktober rund 100 institutionelle Investoren, also Pensionskassen und Versorgungseinrichtungen, Unternehmen, Finanzinstitute, Versicherungen und Stiftungen, befragt. Die Erhebung erfolgte im TED-Verfahren direkt in der Konferenz. Die Investmentprofis zählen zu den größten Anlegern in Deutschland. Sie verwalten insgesamt deutlich mehr als 400 Milliarden Euro.

Bernd Obergfell

Head of Communications

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