Frankfurt am Main, 4. November 2019

Institutionelle Investoren rechnen noch viele Jahre lang mit niedrigen Zinsen

Institutionelle Investoren stellen sich auf eine langanhaltende Dürre an den Zinsmärkten und auf viele weitere magere Jahre ein. Denn 41 Prozent rechnen damit, dass die Rendite der zehn-jährigen Bundesanleihen noch länger als acht Jahre unter einem Prozent bleiben wird. 29 Prozent gehen von fünf bis acht Jahren aus und 24 Prozent von drei bis fünf Jahren. Nur sechs Prozent schätzen, dass die Zinsen in einem bis drei Jahren wieder nach oben gehen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter institutionellen Investoren aus Pensionskassen und Versorgungseinrichtungen, Versicherungen, Unternehmen, Finanzinstituten oder Stiftungen anlässlich einer Konferenz mit rund 100 Teilnehmern von Universal-Investment zur Zukunft der institutionellen Kapitalanlage.

Optimistischer sehen die Befragten die Aussichten für die europäischen Aktienmärkte: Den EuroStoxx50 sieht eine Mehrheit von 41 Prozent in den nächsten zwölf Monaten bei einem Plus von einem bis fünf Prozent. Fast 20 Prozent erwarten sogar eine Steigerung zwischen fünf und zehn Prozent und fünf Prozent von über zehn Prozent.

Entwicklung des Anteils Alternativer Assets

Zu den Ergebnissen zählt in der Konsequenz auch die Erkenntnis, dass der Trend hin zu einer stärkeren Diversifizierung der Portfolios durch alternative Anlageformen anhält. Fast die Hälfte der Anleger gab an, ihre Anteile beispielsweise in Beteiligungen wie Private Equity, Infrastrukturprojekten oder Erneuerbare Energien leicht erhöhen zu wollen. Ein Fünftel plant sogar, hier stärker zuzulegen, das heißt, ihre Volumina um fünf Prozent oder mehr zu steigern. 21 Prozent wollen ihre Bestände auf dem aktuellen Niveau belassen und acht Prozent werden diese eher verringern.

Bei Immobilieninvestments sieht das Bild ähnlich aus, nur dass hier 35 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre Gewichtung nicht verändern wollen, während weitere 35 Prozent diese leicht erhöhen werden. „Institutionelle Anleger investieren schon seit Jahren verstärkt in Alternative Assets, damit sie auch zukünftig ihre Ausschüttungsversprechen erfüllen können. Ein gutes Verhältnis von Risiko und Rendite zu finden wird allerdings immer anspruchsvoller,“ sagt Markus Neubauer, Geschäftsführer von Universal-Investment.

Wie Investoren ihren Anteil alternativer Assets in ihrer Allokation anpassen möchten.

Noch mehr Diversifizierung durch Alternative Assets und Immobilien

Anleger interessieren sich mehr und mehr für digitale Assets

Nachholbedarf bei Ausrichtung der Portfolios nach ESG-Kriterien

ARUG II weiter kaum Thema

Interesse an Investments in digitale Assets

Recht offen zeigt sich die Investorengruppe gegenüber neuen Formen der Anlage. Mehr als die Hälfte der institutionellen Investoren kann sich vorstellen, zukünftig in digitale Assets zu investieren. Voraussetzung ist allerdings, dass sich sowohl die Regulatorik als auch die Möglichkeiten rund um die Blockchain-Technologie noch weiterentwickeln. Jeder zehnte Profianleger möchte so lange nicht warten, sondern am liebsten sofort damit starten. Allerdings hat rund ein Drittel der Befragten noch große Vorbehalte gegenüber dieser Form der Vermögensanlage.

ESG ist nicht überall auf der Agenda

Auf die Frage nach dem großen Trend der Branche, nämlich der Ausrichtung der Anlagen auf Kriterien bezüglich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, kurz ESG, ergibt sich ein gemischtes Bild: Während ein Teil der professionellen Investoren ihre Portfolios bereits komplett ESG-optimiert hat, sind die meisten noch auf dem Weg dorthin oder haben noch nicht damit angefangen. Auf einer Skala von eins (noch gar nicht) bis fünf (Portfolio ist ESG-optimiert) zeigt der durchschnittlich angegegebene Wert von 2,7, dass es hier noch Luft nach oben gibt. Auch mit regulatorischen Themen werden sich Investoren in Zukunft beschäftigen müssen: Die Umsetzung der zweiten EU-Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) haben bisher aber nur die wenigsten Umfrageteilnehmer auf der Agenda. Auf der Skala von 1-5 lag der Durchschnitt bei niedrigen 1,4.

Bernd Obergfell

Head of Communications

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