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Rückenwind für Value-Stockpicker

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Autoren: Martin Wirth, FPM Frankfurt Performance Management

Erscheinungsdatum: 04. April 2022

  • Publikumsfonds
Drachenflieger Martin Wirth sieht insgesamt ein konstruktives Umfeld für Aktien, da FPM mit einem langfristigen Blick investiert. Foto: 1971yes Quelle: iStock

Seit über 21 Jahren werden deutsche Aktientitel im FPM Funds Stockpicker Germany All Cap frei von Benchmarks und Indizes allokiert. Mit diesem Ansatz erzielte der Fonds mehrfach den ersten Platz in der Kategorie „Aktienfonds Deutschland“ und wurde erneut mit dem €uro Fund Award 2022 ausgezeichnet. Erfahren Sie im Interview mit Fondsmanager Martin Wirth, FPM Frankfurt Performance Management, wie sich im Lauf der Jahre die Marktgegebenheiten und sein Vorgehen im Portfolio Management verändert haben, welchen wichtigen Stellenwert eigenes Research hat und welche guten Chancen ein bewertungsorientierter Investor im aktuellen Umfeld vorfindet.

Martin Wirth
Wachstum, Kapitalintensität, Stabilität und Regulierungsumfeld sind nur einige Stichworte für das, was bei der Aktienauswahl zu beachten ist. 
Martin Wirth, Fondsmanager, FPM Frankfurt Performance Management

Herr Wirth, vor über 21 Jahren haben Sie den FPM Funds Stockpicker Germany All Cap Classic (ISIN LU0124167924 (AK C)) gestartet, der erneut den ersten Platz in der Kategorie „Aktienfonds Deutschland“ im Rahmen der €uro Fund Awards 2022 erzielt hat. Wie haben sich die Gegebenheiten und Ihr Vorgehen in den vielen Jahren verändert?

Martin Wirth: Unser Ansatz ist seit 2001, die Bewertung eines Unternehmens als entscheidendes Kriterium bei der Aktienauswahl zu nutzen. Wachstum, Kapitalintensität, Stabilität und Regulierungsumfeld sind nur einige Stichworte für das, was bei der Aktienauswahl zu beachten ist. Das hat sich bei uns nicht verändert. Auch die regelmäßigen persönlichen Gespräche mit dem Management der Unternehmen, bei denen wir auch gerne „tief bohren“, sind weiterhin das Kernelement unserer Analysen.

Was sich verändert hat, ist das Marktumfeld. Insbesondere die Regulierung, die aus meiner Sicht offenbar davon auszugehen scheint, dass die Mehrheit der Marktteilnehmer nur durch Vorschriften der öffentlichen Verwaltung bis ins kleinste Detail auf dem Weg der Tugend gehalten werden kann. Wie gut das klappt, kann man meiner Meinung nach daran erkennen, dass das klassische Investieren und insbesondere das eigentliche Verständnis für Unternehmen und Aktien immer weniger honoriert werden. Das Wichtigste scheint zu sein „Hauptsache günstig mit passiven Produkten“ und nicht „Wer geht verantwortungsvoll mit meinem Kapital um?“. Hinzu kommt, dass immer mehr Aktien durch die Analysten der Banken gar nicht mehr richtig verfolgt werden: Es lohnt sich einfach nicht mehr. Aber genau hier kann unser eigenes Research punkten, denn wir machen uns die Mühe und sprechen mit den Unternehmen. Und da wir auch unser privates Kapital in unseren Fonds anlegen, können Sie davon ausgehen, dass wir tatsächlich dreimal hinschauen, bevor wir in etwas investieren. Ganz sicher kaufen wir keine Titel, nur weil sie in einem Index sind oder als das nächste heiße Thema hochgejubelt werden.

Lohnt sich der Aufwand? Denn Märkte gelten ja als ziemlich effizient.

Ja, Märkte sind ziemlich effizient, da sich eben doch noch eine Reihe von Investoren Gedanken macht, in was sie investieren. Denn gäbe es nur noch passive Investoren, wären im DAX heute noch Karstadt oder Deutsche Babcock. Aber intelligente Menschen haben herausgefunden, dass diese Unternehmen gar nicht mehr so viel wert sind. Für unsere Investoren ergibt sich seit dem Start des FPM Funds Stockpicker Germany All Cap Classic (Anteilklasse C) im Januar 2001 eine Wertentwicklung von knapp 7,4 Prozent pro Jahr, und dies trotz der aktuellen Ukraine-Krise, zwei Jahrhundertbaissen, einer Staatsschuldenkrise in Europa und der Weltfinanzkrise. Zum Vergleich: Der DAX hat in diesem Zeitraum knapp 5 Prozent pro Jahr abgeliefert. Beides betrachtet mit Stand 15.03.2022.

Trotzdem waren die letzten Jahre für Value-Investoren nicht gerade ein Eldorado. Wie sehen Sie das aktuelle Umfeld?

Seit der Finanzkrise wurden die Bewertungen immer mehr durch rückläufige und künstlich gedrückte Zinsen verzerrt. Anleger wichen in Qualitätsaktien aus, und auch Wachstumsaktien profitierten, denn ohne Zinsen ist es schließlich fast egal, ob der Gewinn heute oder erst in fünf oder zehn Jahren anfällt. Dass wir in diesem Umfeld mit dem Markt mithalten konnten, ohne unseren Investmentansatz aufzuweichen, ist ein klarer Erfolg.

Was bedeutet dies für Ihre Aktienauswahl?

Wer nur auf die Indizes schaut, mit den weiterhin hochgewichteten Titeln der Lieblinge der letzten Jahre, der könnte zu dem Ergebnis kommen: „Aktien sind generell teuer.“ Aber viele Standardaktien sind historisch betrachtet eher niedrig bewertet. Und auch in Wachstumssektoren gibt es Chancen. Viel zu oft sehen wir, dass Unternehmen über einen Kamm geschoren werden, ohne sich überhaupt einmal näher mit den eigentlichen Geschäftsmodellen auseinanderzusetzen. HelloFresh macht eben etwas anderes als Delivery Hero und ist vor allem hochprofitabel, wenn man sich die Mühe macht und genauer hinschaut. Bei einer unserer großen Gewinnerpositionen des vergangenen Jahres, Heidelberger Druck, wurde noch von Bankrott gesprochen, als das Unternehmen netto kaum noch Finanzschulden hatte. Und so zieht sich das durch.

Das aktuelle Umfeld wird jedoch von schrecklichen Geschehnissen in der Ukraine beeinflusst. Auch ist das Thema Corona noch nicht aus der Welt, wie wir gerade aus China mitbekommen. Dort wurde der Hafen Shenzhen geschlossen und mehrere Industrien mussten schließen. Eine Rezession wird daher immer wahrscheinlicher – diese resultiert dann aber aus Verwerfungen auf der Angebotsseite und kann bei einer Normalisierung der Rahmenbedingungen durchaus schnell überwunden sein.

Da wir aber mit einem langfristigen Blick investieren, sehen wir insgesamt ein konstruktives Umfeld für Aktien: Denn die Inflation wird höher bleiben und damit die Zinsen nach oben ziehen. Das dürfte einen kräftigen und langen Schub für viele Unternehmen zum Beispiel aus dem Bereich der Zykliker und Banken liefern, die viele Jahre links liegen gelassen wurden. Das sehen wir als unsere Chance, für unsere Investoren erfolgreiche Ergebnisse zu erzielen.

Disclaimer

©2022. Alle Rechte vorbehalten. Diese Publikation stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anteilen oder Aktien an Investmentvermögen im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuches dar. Anlageentscheidungen sollten nur auf der Grundlage der aktuellen Verkaufsunterlagen (die wesentlichen Anlegerinformationen, Verkaufsprospekt, Jahres- und Halbjahresberichte) getroffen werden, die die allein maßgeblichen Vertragsbedingungen enthalten. Historische Wertentwicklungen sind keine Garantie für eine ähnliche Entwicklung in der Zukunft. Diese ist nicht prognostizierbar. Alleinige Grundlage für den Anteilerwerb sind die Verkaufsunterlagen zu den jeweiligen Investmentvermögen, die kostenlos bei Universal Investment sowie im Internet unter www.universal-investment.com erhältlich sind.

Eine Zusammenfassung Ihrer Anlegerrechte in deutscher Sprache finden Sie auf www.universal-investment.com/de/Unternehmen/Compliance/Anlegerechte/. Zudem weisen wir darauf hin, dass Universal Investment bei Fonds für die sie als Verwaltungsgesellschaft Vorkehrungen für den Vertrieb der Fondsanteile in anderen EU-Mitgliedstaaten getroffen hat, beschließen kann, diese gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU, insbesondere also mit Abgabe eines Pauschalangebots zum Rückkauf oder zur Rücknahme sämtlicher entsprechender Anteile, die von Anlegern in dem entsprechenden Mitgliedstaat gehalten werden, aufzuheben.

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