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Stiftungsfonds: Erfolgreich mit flexibler Taktik

Autoren: Mirko Kohlbrecher

Erscheinungsdatum: 15. Dezember 2021

  • Fondsauflage
  • Publikumsfonds
Spiekermann CO Mirko Kohlbrecher Mirko Kohlbrecher, Prokurist, Analyse & Research bei Spiekermann & CO, Quelle: Spiekermann & CO

Können Fonds mit einer Anleiheallokation von 70 Prozent noch immer eine positive Rendite erzielen? Dass dies möglich ist, zeigt der Stiftungsfonds Spiekermann & CO seit über zehn Jahren. Warum der Stiftungsfonds des unabhängigen Vermögensverwalters Spiekermann & CO dabei auf eine Allokation von rund 30 Prozent in Drittfonds setzt, wie sich auch mit Anleihefonds noch immer eine positive Performance generieren lässt und wie das Portfolio aktuell aufgestellt ist, erklärt Mirko Kohlbrecher, Prokurist, Analyse & Research bei Spiekermann & CO.

ChampionsNews: Das aktuelle Niedrigzinsumfeld ist für Investoren generell eine große Herausforderung. Für konservative Anleger und Stiftungsfonds umso mehr. Wie gehen Sie damit in Ihrem Stiftungsfonds Spiekermann & CO (ISIN DE000A1C1QH0)  um?

Mirko Kohlbrecher: Das Umfeld ist in der Tat aktuell schwierig, denn die Zentralbanken halten mit ihrer fortlaufend expansiven Geldpolitik die Zinsen weiterhin niedrig. Zugleich lässt die Ausweitung der Geldmenge, getrieben durch die Europäische Zentralbank und die steigende Staatsverschuldung, einen Anstieg der Inflation erwarten. Die Folge ist ein negativer Realzins und damit ein realer Wertverlust. Das ist natürlich vor allem für Stiftungsfonds ein herausforderndes Umfeld. Denn dies führt dazu, dass die klassischen Ertragsquellen für konservative Anleger, wie Staatsanleihen der westlichen Welt oder klassische Unternehmensanleihen, versiegen. Unser Ziel ist deshalb mindestens ein realer Vermögenserhalt mit adäquater Verzinsung, bei möglichst niedrigem Risiko. Um das zu erreichen, kombinieren wir ein Basisportfolio von mindestens 70 Prozent in Schuldverschreibungen, Geldmarktinstrumenten und Rentenfonds mit maximal 30 Prozent Aktien, Aktienfonds und anderen Sachwerten, wie Gold. Die Anlagerichtlinien geben dem Stiftungsfonds das konservative Grundgerüst und erlauben zugleich eine diversifizierende Beimischung in Anlageklassen mit attraktiverem Renditepotenzial in Zeiten der Niedrigzinspolitik.

Das heißt, Sie investieren in Ihrem Stiftungsfonds auch in Drittfonds. Welche Gründe gibt es hierfür?

Um im aktuellen Marktumfeld einen realen Vermögenserhalt mit adäquater Verzinsung bei niedrigem Risiko zu erzielen, ist es zwingend notwendig, abseits der ausgetretenen Pfade zu allokieren. Deswegen ergänzen wir unseren Kompetenzkreis, der sich auf die Analyse von Unternehmensanleihen und Aktien der westlichen Welt bezieht. Die Expertise von spezialisierten Fondsboutiquen und Asset Managern generiert für unser Portfolio einen Mehrwert. Dabei allokieren wir sowohl auf der Renten- als auch auf der Aktienseite Drittfonds. Wichtig ist, dass diese Fonds einen Mehrwert liefern und spezialisiert sind. Derzeit beläuft sich der Anteil an Drittfonds auf rund 30 Prozent der Gesamtallokation. Der größte Anteil der von uns selektierten Fonds ist dabei im Fixed-Income-Bereich allokiert. Denn vor allem hier sind spezialisierte Strategien und Fonds für unser Portfolio wichtig. Eine traditionelle Allokation in deutsche oder US-amerikanische Staatsanleihen macht unseres Erachtens im aktuellen Umfeld keinen Sinn mehr.

Um im aktuellen Marktumfeld einen realen Vermögenserhalt mit adäquater Verzinsung bei niedrigem Risiko zu erzielen, ist es zwingend notwendig, abseits der ausgetretenen Pfade zu allokieren.

Mirko Kohlbrecher

Durch die Drittfonds können Sie dann also auch im Anleihebereich mit einer Quote von rund 70 Prozent einen Mehrwert für das Portfolio erzielen?

Ja, absolut. Wir sind im Anleihebereich neben der Allokation von Einzelanleihen beispielsweise von Apple, Netflix oder der UBS Group sehr flexibel und breit aufgestellt. Durch die Zielfonds im Rentenbereich nutzen wir die externe Expertise hochklassiger Fondsmanager, die auch in Nischen unterwegs sind. Das Zinsumfeld ist herausfordernd und macht es für uns als Fondsberater und Vermögensverwalter seit Fondsauflage im Jahr 2010 elementar, Alternativen im Anleihebereich ausfindig zu machen und, unter anderem durch die Selektion von Drittfonds, Nischen zu allokieren, die im aktuellen Marktumfeld einen Mehrwert generieren – sei es für die Performance, zur Diversifikation oder für das Risikomanagement. Die eigene Expertise um die Kenntnisse von anderen erfahrenen Anbietern zu ergänzen, stellt für uns eine sinnvolle Kombination dar. Schließlich können wir nicht in jedem Bereich ein Spezialist sein, aber wir können das große und individuelle Expertenwissen nutzen.

Und wie ist das Portfolio aktuell aufgestellt?

Derzeit liegt unsere Rentenquote bei 73 Prozent (Stand: 07.12.2021). Inklusive Aktienfonds, ETFs sowie spezialisierten Fondslösungen sind Aktien mit 18 Prozent, nahe des taktischen Solls, allokiert. In Gold sind derzeit sechs Prozent investiert, und die Liquidität entspricht rund vier Prozent des Fondsvolumens. Dadurch sind wir insgesamt sehr flexibel aufgestellt für konservative Anleger aller Art, wie beispielsweise Stiftungen oder Pensionskassen und natürlich auch Privatanleger.

Wie schätzen Sie die Marktentwicklung für die kommenden zwölf Monate ein und welche Auswirkungen erwarten Sie dadurch auf den Stiftungsfonds Spiekermann & CO?

Wir sehen insbesondere den Rentenbereich herausfordernd, da aufgrund der aktuellen Inflationszahlen die Zinsen immer wieder temporär nach oben ziehen. Auch wenn wir keine echte Zinswende erwarten, dürfte der Rückenwind fallender Zinsen auslaufen. In diesem Umfeld kommt der aktiven Bewirtschaftung des Rentenvermögens eine noch größere Bedeutung zu. Mit unserer Expertise im Segment der Unternehmensanleihen haben wir hier nach wie vor eine gute Basis, Mehrwerte zu generieren. Im Aktienbereich sehen wir uns mit einer guten Gewichtung in den Branchen Technologie, Gesundheit und Nachhaltigkeit zukunftsgerecht positioniert.

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