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Risiko im Fokus: Die Suche nach absoluten Renditen bei Schwellenländer- anleihen

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Autoren: John S. Gray, Legal & General Investment Management

Erscheinungsdatum: 12. Oktober 2022

  • Publikumsfonds
  • Fondsauflage
John S. Gray, Legal & General Investment Management John S. Gray, Portfolio Manager, Legal & General Investment Management (LGIM) Foto: Anna Neubauer

Investitionen in Schwellenländer können sehr volatil sein. Die Anleger sind häufig politischen und geopolitischen Risiken ausgesetzt. Es kommt jedoch darauf an, wie man mit diesen Risiken umgeht, erklärt Portfolio Manager John S. Gray von Legal & General Investment Management (LGIM) im Gespräch mit Tim Habicht, Mitgründer der Nachrichtenplattform Fundview. John S. Gray ist Teil eines Portfolio-Management-Teams, das bei LGIM einen auf Schwellenländeranleihen fokussierten Absolute-Return-Fonds verwaltet. Der UI I – LGIM EM Absolute Return Bond Fund verfolgt einen Absolute-Return-Ansatz mit Fokus auf  Risikomanagement und zielt darauf ab, attraktive Chancen und Verwerfungen bei Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Finanztiteln innerhalb der Anlageklasse zu nutzen.

Herr Gray, Sie sind seit über sieben Jahren bei LGIM tätig und auch für den UI I – LGIM EM Absolute Return Bond Fund (ISIN LU2243831778), einen Teilfonds der UI I SICAV, verantwortlich. Was unterscheidet Ihr Team und Ihre Fondsstrategie von anderen Strategien in der Branche?

John S. Gray: Wir sind ein Team von fünf Portfolio Managern, von denen vier in London arbeiten und einer in Hongkong. Das Portfolio-Management-Team wird von unserem Head of EM Credit Strategy und zwei Schwellenländervolkswirten unterstützt und nutzt auch das Fachwissen des gesamten LGIM-Teams. Dazu gehören Ökonomen, die auf Schwellenländer spezialisiert sind, 25 Investment-Grade-Kreditanalysten und acht High-Yield-Kreditanalysten.

Unser Portfolio-Management-Team verfügt über eine langjährige Erfahrung im Bereich Schwellenländeranleihen, zu der auch Long-Short-Strategien gehören. Dies ist ein wichtiger Aspekt in unserer Denkweise und kommt uns vor allem in volatilen Zeiten zugute. Viele Portfolio Manager am Markt beweisen großes Know-how beim Erwerb und bei der Beurteilung von Risiken bei Schwellenländerpapieren, tun sich aber mit dem konsequenten Veräußern eben dieser Positionen eher schwer. Was uns von anderen Asset Managern unterscheidet, ist unser Fokus auf absolute Renditen und unsere ausgeprägte Stop-Loss-Mentalität, wobei wir immer ein Auge auf das Risikomanagement haben. Für unsere Strategie und unsere Denkweise ist es sehr wichtig, sowohl die Long- als auch die Short-Seite zu betrachten. Letztendlich zielen wir auf eine stabile und konsistente Performance über einen mittelfristigen Anlagehorizont ab, unabhängig von der zugrunde liegenden Marktvolatilität. Dabei wollen wir gleichzeitig das Kapital unserer Kunden vor Abwärtsrisiken schützen (Übersicht mit verbundenen Verlustrisiken siehe Magazin UniversalSelect, Seite 7).

Wie beurteilen Sie das derzeitige Investitionsklima in den globalen Schwellenländern?

Der gesamte Sektor der festverzinslichen Wertpapiere hatte einen schwierigen Start ins Jahr 2022, da die Zinssätze deutlich gestiegen sind. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine war zudem eine Herausforderung für die Asset-Klasse, da russische Anleihen vollständig aus den wichtigsten Schwellenländerindizes entfernt wurden. Und all dies folgt direkt auf die chinesische Immobilienkrise im vergangenen Jahr. Diese Phasen der Volatilität und Verwerfungen schaffen jedoch auch spannende Investmentmöglichkeiten für aktive Fondsmanager. Wir haben eine Reihe attraktiver Investmentideen bei Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und Finanztiteln identifiziert, die im aktuellen Umfeld ein großes Potenzial bieten.

Was sind die Gründe für ein geringes China-Exposure, obwohl China ein wichtiger Emittent von Schwellenländeranleihen ist?

Zur Beantwortung dieser Frage sind die folgenden Zusammenhänge wichtig: Chinas Wirtschaft hat gegenwärtig Schwierigkeiten. Die Null-COVID-Strategie fordert ihren Tribut und das Land leidet immer noch unter den Auswirkungen der anhaltenden Immobilienkrise. Insgesamt trifft die chinesische Wirtschaft auf Gegenwind aus unterschiedlichen Richtungen. In diesem Umfeld muss man bei der Kreditselektion sehr vorsichtig sein. Meiner Meinung nach kann man aus der Situation bei Evergrande und deren Auswirkungen auf den chinesischen Hochzinsanleihemarkt gute Lehren ziehen. Es ist wichtig, diese Art von Volatilität zu verstehen und zu steuern.

Sie haben Ihren Absolute-Return-Ansatz erwähnt. Was sind die wichtigsten Punkte bei der Selektion von Anleihen und der Portfoliokonstruktion für Ihre Strategie?

Schwellenländer bieten ein großes Anlageuniversum mit einer Fülle von Chancen und Risiken. Diese müssen bei der Selektion von Anleihen für das Portfolio berücksichtigt werden. Wir möchten eine überzeugende Top-down-Makrosicht für die jeweiligen Märkte haben, bevor wir mit einem Bottom-up-Ansatz in die Kreditselektion gehen. Es ist wichtig, Themen wie die Entwicklung des US-Dollars oder den Anstieg der US-Zinsen zu berücksichtigen. Man kann keine Unternehmensanalyse durchführen, ohne das makroökonomische Umfeld im Blick zu haben, das das jeweilige Schwellenland beeinflusst, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat. Sobald wir uns ein umfassendes und positives Bild von der makroökonomischen Situation eines bestimmten Landes gemacht haben, wählen wir die besten Anlagen aus. Insgesamt können wir in Staats- und Unternehmensanleihen sowie Finanztitel investieren und das sowohl in lokaler als auch in harter Währung im Investment-Grade- und Hochzinsanleihemarkt.

Was uns von anderen Asset Managern unterscheidet, ist unser Fokus auf absolute Renditen und unsere ausgeprägte Stop-Loss-Mentalität, wobei wir immer ein Auge auf das Risikomanagement haben.

John S. Gray

Ist Flexibilität bei der Auswahl von Anleihen wichtig für Ihren Erfolg?

Absolut! Einer der Gründe, warum ich meinen Beruf liebe, liegt in der flexiblen Analyse des kompletten Anleihespektrums. Das bedeutet, dass wir die besten Ideen in der Asset-Klasse ausfindig machen, ein diversifiziertes Portfolio aufbauen und schnell auf sich verändernde Märkte reagieren können. Das zeigt sich in der aktuellen Duration des Fonds, die unter zweieinhalb Jahren liegt, was sich in einem Umfeld steigender Zinsen als vorteilhaft erwiesen hat.

Wenn Anleger an Schwellenländeranleihen denken, verbinden viele damit sofort eine hohe Volatilität, das hohe Risiko von Zahlungsausfällen und enorme potenzielle Verluste. Wie vermeidet oder minimiert Ihr Absolute-Return-Ansatz diese Risiken?

Das Volatilitätsmanagement ist für uns wichtig. Das Team ist sehr erfahren und führt eine sehr detaillierte Kreditanalyse durch, bevor es eine Position aufbaut. Das Verständnis des Volatilitätsprofils eines potenziellen Investments ist eine wichtige Überlegung. Wir können die Volatilität auch durch den selektiven Einsatz von Derivaten und Schwellenländerwährungen minimieren. Die starke Fokussierung auf das Risikomanagement zeigt sich darin, dass unsere Strategie die traditionellen festverzinslichen Schwellenländerindizes seit Fondsauflage im Mai 2021 deutlich outperformt.

Steht angesichts der hohen Inflation in den USA eine aggressive Anhebung der Zinssätze bevor?

Was Zinssätze und Inflation anbelangt, ist das Marktumfeld im Moment faszinierend. Wir sind der Meinung, dass ein Großteil der erforderlichen Maßnahmen der Fed bereits eingepreist ist. Das zeigt sich auch daran, dass zehnjährige US-Staatsanleihen Mühe haben, die Marke von drei Prozent zu durchbrechen. Natürlich besteht aus einer breiteren makroökonomischen Perspektive die Sorge, dass eine zu aggressive Fed in dem Versuch, die Inflation einzudämmen, eine harte Landung verursacht. Aber das bleibt abzuwarten. Nichtsdestotrotz ist unser Portfolio angesichts des aktuellen Umfelds mit einem Schwerpunkt auf kurzlaufende Anleihen derzeit recht defensiv positioniert.

Indien hat aktuell die höchste Ländergewichtung. Weswegen?

Unsere Allokation in Indien ist ein gutes Beispiel für unseren Anlageprozess, in dem unsere Top-down-Makrosicht auf unsere starke Bottom-up-Selektion trifft. Indien hat sich vom Corona-Schock solide erholt und das Wachstum bleibt mit rund neun Prozent robust. Diese Erholung wurde von den Rating-Agenturen anerkannt, indem das Rating des Landes mit Investment Grade bestätigt wurde. Uns gefällt derzeit der Sektor erneuerbarer Energien in Indien, der von einer reformfreudigen Regierung unterstützt wird und Anleihen mit kurzen Laufzeiten und attraktiven Renditen vorweist. Derzeit stellt Indien mit einer Gewichtung von fast 14 Prozent tatsächlich unsere größte Länderallokation im Fonds dar.

Welche Rolle spielen die politischen und geopolitischen Risiken für Schwellenländerinvestments?

Sie spielen eine sehr große Rolle, daran besteht kein Zweifel. Wir müssen sowohl die politische und geopolitische Lage weltweit im Auge behalten als auch die Auswirkungen, die sie auf Schwellenländer haben könnten, in die wir investieren. Das aktuelle Umfeld zeigt dies sehr anschaulich. Nach dem starken Anstieg der Rohstoffpreise seit Beginn des Konflikts in der Ukraine sind die Schwellenländer weitestgehend in Rohstoffimporteure und -exporteure aufgeteilt worden. Die geopolitische Landschaft fließt also in unsere makroökonomische Gesamtbetrachtung und die Auswahl der Regionen, in die wir investieren, ein.

Ist das der Grund, warum Sie bei Erdölexporteuren Chancen sehen?

Ja. Zu Beginn des Jahres 2022 hatten wir einen positiven Blick auf die Ölpreise, aber der Konflikt in der Ukraine hat hier einen erheblichen zusätzlichen Preisauftrieb erzeugt. Natürlich kommen höhere Ölpreise einer Reihe von Schwellenländern zugute, und wir haben dort entsprechend Kapital allokiert. Wir sehen derzeit attraktive Investmentmöglichkeiten in nigerianischen Staatsanleihen und Banken sowie in angolanischen Staatsanleihen. Darüber hinaus ist der Nahe Osten ein bedeutender Nutznießer der höheren Ölpreise. Wir sehen attraktive Investments auch in ausgewählten Staats- und Unternehmensanleihen dieser Region.

Im Juli 2022 bestand das Portfolio zu 47 Prozent aus Unternehmensanleihen, fast 27 Prozent aus Staatsanleihen und einem großen Anteil aus Finanztiteln. Ist das Portfolio in der Regel innerhalb dieser Spanne aufgestellt?

Nein, wir bewahren uns ein hohes Maß an Flexibilität und passen das Portfolio an die jeweiligen Marktbedingungen an. In den Fonds fließen die besten Ideen des Teams aus dem gesamten Anlageuniversum ein. Das bedeutet, dass sich die Allokation im Zeitablauf deutlich ändern kann. Angesichts des Zinsumfelds im ersten Halbjahr 2022 lag unser Schwerpunkt jedoch auf kurzlaufenden Anleihen, die insgesamt defensiver sind. Ein Großteil unseres Engagements in Finanzwerten entfällt auf ereignisorientierte Ideen der gesamten Kapitalstruktur, und wie bereits erwähnt, haben wir uns auch auf Staatsanleihen von Schwellenländern konzentriert, die unmittelbar von höheren Rohstoffpreisen profitieren. Durch diese Allokation sehen wir uns im derzeitigen unsicheren und inflationären Marktumfeld gut positioniert. Und: Trotz einer Duration von weniger als zweieinhalb Jahren, liegt die Rendite des Fonds bei rund zehn Prozent.

Eine starke Rendite trotz einer so kurzen Laufzeit. Ist dies einer der Gründe, warum Investoren eine Allokation in Schwellenländeranleihen in Betracht ziehen sollten?

Genau, so sehe ich das. Wir glauben, dass Schwellenländeranleihen aus Rendite- und Diversifizierungssicht eine Chance für jedes Portfolio darstellen. Schließlich machen die Schwellenländer derzeit etwa 60 Prozent des weltweiten BIP aus. Außerdem zeigt unser Track Record, dass wir mit dem von uns entwickelten Investmentansatz einen echten Mehrwert fürs Portfolio schaffen können. Mit unserem Absolute-Return-Ansatz, bei dem wir uns der Volatilität der Schwellenländer bewusst sind und immer ein Auge auf das Risiko haben, können wir ein sehr attraktives Risiko-Rendite-Profil im festverzinslichen Bereich bieten – eine spannende Anlagemöglichkeit in herausfordernden Märkten.

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Das gesamte Interview sowie eine Fondsanalyse zum UI I – LGIM EM Absolute Return Bond Fund und weitere Key Facts finden Sie im neuen Magazin UniversalSelect (Ausgabe Herbst 2022)
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