Hersteller von Apparaten und Geräten für den Gesundheitsbereich zählen mit 19 Prozent zu den zwei größten Bereichen im nova Steady HealthCare Fonds. Foto: 3alexd Quelle: iStock

Die Alternativmediziner

Autor: Sabine Groth, Das Investment

Bei nova funds dreht sich alles um Gesundheit. Mit dem nova Steady HealthCare geht die Münchner Gesellschaft das Wachstumsthema mal ganz anders an.

Rund 60 Prozent des MSCI World Health Care Index machen Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen aus. In den meisten in Deutschland zugelassenen Gesundheitsfonds sieht deren Anteil nicht viel anders aus. Die Gesundheitsbranche hat jedoch noch viel mehr zu bieten – und genau darauf zielt der nova Steady HealthCare (ISIN DE000A1145J0) ab. Der 2015 von Universal-Investment aufgelegte Fonds wird von nova funds beraten.

Nova steht für new, original und valueadded. „Diese Merkmale charakterisieren unsere Strategien“, sagt Andreas Bischof, der die auf den Gesundheitssektor spezialisierte Investmentberatung 2013 in München gegründet hat. Zuvor managte der promovierte Molekularbiologe bei Allianz ein über eine Milliarde Euro schweres Healthcare-Portfolio. „Nach mehreren Jahren im Großkonzern wollte ich etwas Kleineres mit mehr Gestaltungsfreiheit ausprobieren“, so Bischof. 2014 trat Oliver Kämmerer als geschäftsführender Gesellschafter ins Unternehmen ein. Der Ökonom erwarb seine Expertise für Healthcare-Aktien bei der West LB. Von London aus betreut er nun zusammen mit dem in München ansässigen Bischof auf Investorenwünsche abgestimmte Mandate sowie das Aushängeschild des Unternehmens, den UCITS-konformen Fonds nova Steady HealthCare. Unterstützt werden sie dabei von einem wissenschaftlichen Beirat aus fünf Professoren.

Die Fondsstrategie ist eine Fortsetzung und Weiterentwicklung der risikogeminderten Strategie, die Bischof bereits bei der Allianz umgesetzt hat. Ein geringeres Risiko als so manch anderes Healthcare-Investment hat der Fonds, da er komplett auf den tendenziell risikoreichsten Subsektor, die Biotechnologie, verzichtet. Zudem investiert er nicht in den aufstrebenden Ländern. „Der Fonds profitiert natürlich dennoch vom Wachstum des Gesundheitsmarkts in den Emerging Markets, aber indirekt über Industrieländer-Unternehmen, die in den Schwellenländern aktiv sind“, erklärt Bischof.

Zudem versucht das Fondsmanager-Duo das Risiko aus dem Fonds zu nehmen, indem es vor allem in stete Geschäftsmodelle mit überdurchschnittlichem Wachstum bei Umsatz und Gewinnen investiert, wo weder extreme Sprünge nach unten noch nach oben zu erwarten sind. „Tatsächlich liegt die Volatilität im Fonds seit Auflegung ein bis 2 Prozent unter der Schwankungsbreite des Vergleichsindex MSCI World Health Care“, sagt Bischof. Gleichzeitig hat der Fonds eine höhere Rendite erzielt.

Die Fondsmanager verzichten jedoch nicht nur auf Biotechnologie, sondern auch auf Big Pharma. „Mit den großen Pharmakonzernen lässt sich kaum eine Überrendite erzielen. Die Unternehmen haben es aufgrund ihrer Größe schwer, signifikant zu wachsen“, begründet Bischof. Im Pharmasegment, dem größten der zehn von MSCI aufgeführten Subsektoren, investiert der Fonds nur in „atypische“ Vertreter. Dazu zählen die Fondsmanager Hersteller von Generika, von Tierarzneien und von ästhetischen und Lifestyle-Produkten wie Botox oder Hyaluronsäure. Die irische Allergan gehört zum Beispiel zum Portfolio.

Den Großteil seines Vermögens investiert der Fonds in die weiteren acht Subsektoren. „Diese bieten hochinteressante Geschäftsmodelle mit vielversprechenden Perspektiven, werden aber von typischen Gesundheitsfonds leider vernachlässigt“, so Bischof. Der größte ist Medizintechnik (Healthcare Equipment). Hierzu zählen etwa Hersteller von Apparaten und Geräten für den Gesundheitsbereich. Im Aktienportfolio des Fonds zählt der Subsektor zu Ende Oktober 2018 mit guten 19 Prozent zu den zwei größten Bereichen.

Knapp 21 Prozent stecken im Segment Life Sciences Tools & Services. Darunter fallen Zulieferbetriebe der biomedizinischen Forschung, wie Qiagen aus Hilden oder Morphosys aus München. „Die Subindustrie bietet eine große Vielfalt von Geschäftsmodellen und beliefert ein sehr starkes Wachstumssegment“, erklärt Bischof. Weitere Bereiche mit zweistelligem Anteil am Aktienportfolio sind Managed Healthcare, wozu zum Beispiel Krankenversicherer zählen, und Healthcare Services, eine Mischung diverser Dienstleistungsangebote im medizinischen Bereich.

Insgesamt umfasst das Anlageuniversum des Fonds rund 300 Aktien mit einer Marktkapitalisierung von mindestens einer Milliarde Dollar. Davon landen jedoch nur 20 bis 30 Werte im Portfolio. Viele davon stammen in der Regel aus den USA, dem größten Gesundheitsmarkt der Welt. Neben Nordamerika haben die Fondsmanager Europa, Japan und Australien im Blick, wobei sich derzeit nur amerikanische und europäische Titel im Portfolio befinden.

Auch wenn 2018 für globale Aktienanleger im Allgemeinen kein berauschendes Jahr war, so können sich die Anleger des mit fünf Morningstar-Sternen bewerteten nova Steady HealthCare nicht beschweren. Der Fonds schaffte in den ersten zehn Monaten ein Plus von rund 21 Prozent und entwickelte sich damit fast doppelt so stark wie der globale Gesundheitssektor. 

Autor: Sabine Groth, Das Investment
Erscheinungsdatum: 25.03.2019