Auch bei volatilen Kapitalmärkten mit dem Portfolio auf Spur bleiben. Foto: franckreporter Quelle: iStock

Die Ideallinie – Auf Spur bleiben mit Overlay Management

Autor: Peter Flöck

Sicheres Navigieren im unberechenbaren Kapitalmarkt mittels zuschaltbarem Fahrerassistenzsystem: Overlay Management kann von institutionellen Investoren intelligent genutzt werden, um auch bei volatilen Kapitalmärkten mit dem Portfolio auf Spur zu bleiben und Renditechancen zu nutzen.

Peter Flöck, Head of Product Management, Head of Branch, Universal-Investment-Luxembourg S.A., Niederlassung Frankfurt am Main Foto: Manjit Jari Quelle: Universal-Investment

Institutionelle Investoren reagieren unterschiedlich: Manche mit Tritt aufs Gaspedal durch stark ertragsorientierte Portfolios, aber mit Blick auf die Risikotragfähigkeit im roten Drehzahlbereich. Die entgegengesetzte Reaktion ist eine sehr risikoaverse Asset Allocation – eine SAA (strategische Asset Allocation) mit angezogener Handbremse. Diese Vorgehensweise ist zwar weniger riskant, doch die benötigten Erträge können damit kaum erwirtschaftet werden.

Overlay Management unterstützt die individuellen Bedürfnisse der Investoren wie ein Fahrerassistenzsystem beim Autofahren. So finden Investoren in jeder Marktlage ihren angemessenen Fahrstil und bleiben auf der Ideallinie. Selbst „aggressive“ Allokationen können mit einer Overlay-Strategie auch in widrigen Kapitalmarktphasen aufrechterhalten werden, denn der Maximalverlust ist – mit vorab definierter Wahrscheinlichkeit – auf das Risikobudget des Investors begrenzbar: Die Planungssicherheit erhöht sich, ohne die Partizipation an positiven Marktbewegungen übermäßig einzuschränken.

Individuelle Wege für Investoren

Bei einer sehr defensiven Ausgangsallokation unterstützt Overlay Management die Investoren dabei, das vorhandene Risikobudget besser zu bewirtschaften. So kann mit transparenten und regelgebundenen Overlay-Ansätzen optional Marktexposure in einzelnen Kapitalmarktsegmenten aufgebaut oder entzogen werden. Durch die Einbeziehung taktischer Signale können Segmente zudem bei positiver Markterwartung gehebelt oder bei negativer Prognose „geshortet“ werden, um Performance-Vorteile zu erzielen.

Von diesen Vorteilen profitieren auch Investoren mit einer ausgewogenen SAA, die – bezogen auf das Risikobudget  – weder zu defensiv noch zu offensiv aufgestellt ist. Neben dem „Notfallknopf“, der das Risiko übermäßiger Verluste reduziert, und der Möglichkeit, beim Exposure in verschiedenen Segmenten „einen Gang hochzuschalten“, liefert die Overlay-Strategie wertvolle Informationen über die Risikoauslastung ihrer Asset Allocation.

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Overlay im Rendite-Risiko-Diagramm Quelle: Universal-Investment-Luxembourg
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Quelle: Universal-Investment-Luxembourg

Die Strategien von Overlays wirken sowohl bei Aktienmarktkorrekturen als auch bei einem sich ändernden Zinsumfeld sowie aufgrund von Modularität und Risikobudgetsponsoring auch bei Kapitalmarktturbulenzen in Form von V-Bewegungen einzelner Märkte. Overlays helfen aber nicht nur in schwierigen Marktphasen, in denen es Investoren um die Risikobegrenzung geht. Das Overlay Management ist auch ein wirksames Mittel zur Sicherung von Ertragszielen durch dynamische Performance-Sicherung sowie einer dauerhaften Optimierung des Risiko-Ertrags-Profils durch effiziente Risikobudgetauslastung.

Overlay bringt mehr, als es kostet

Trotz verschiedener Vorteile ist gelegentlich von Investoren zu hören, Overlay Management verursache vor allem Opportunitätskosten. Richtig ist: Ein strategisches Instrument, das die individuellen Ertragsziele mit der Risikotragfähigkeit besser in Einklang bringt, gibt es nicht zum Nulltarif. Der Zugewinn an risikoadjustierter Rendite, auf die es den meisten Investoren ankommt, übertrifft bei weitem die überschaubaren Opportunitätskosten.

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Abfederung von extremen Ereignissen Quelle: Universal-Investment-Luxembourg

Mehrwert des Overlay Managements:

  • Geringere Volatilität bei annähernd gleicher Rendite
  • Um ein Vielfaches geringerer Drawdown / Expected Shortfall beziehungsweise CVaR

Ausgestaltung nach Erfordernissen

So individuell wie Overlay-Management-Lösungen sind, so individuell sind die Profile institutioneller Investoren. Manche Investoren bevorzugen die aktive Mitarbeit beim Overlay-Mandat und entwickeln Anlagevorschläge, welche Asset-Klassen gesichert werden sollen und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist. Andere Investoren ziehen die Unterstützung eines Overlay Managers vor, der ihnen diese Entscheidungen abnimmt.

Überblick: Was bringt Overlay Management institutionellen Investoren?

Eine Sicherung erfolgt nur dort, wo es nötig ist.

Die Faktoren Zins, Spread, Aktien und Währung erhalten jeweils ein individuelles Risikobudget (separate Steuerung jedes einzelnen Risikos). So bleiben Performance-Chancen in sich positiv entwickelnden Marktsegmenten erhalten, die Gefahr einer Vollsicherung sinkt.

Sich positiv entwickelnde Segmente bleiben durch den modularen Overlay-Ansatz unangetastet.

Die Prozyklik verringert sich.

Wenn interne oder externe Signale eine negative Einschätzung für ein bestimmtes Kapitalmarktsegment liefern, führt das dort direkt zum Entzug von Risikobudget. Es steht somit für andere Marktsegmente mit positiver Prognose zur Verfügung. Durch den Risikobudget-Transfer können antizyklisch Sicherungsmaßnahmen aufgelöst werden.

Einzelne Asset Manager werden kaum beeinträchtigt.

Bei der Bereitstellung eines Overlay-Segments im Masterfonds können sich die einzelnen Asset Manager uneingeschränkt ihrem Auftrag widmen, Alpha zu generieren. 

Overlay Management von Universal-Investment

Das Portfolio-Management-Team von Universal-Investment hält segmentübergreifend bereits seit 16 Jahren institutionelle Portfolios mit Overlays in der Spur. Aktuell liegt das Volumen der Overlay-Mandate bei über 30 Milliarden Euro. Die langjährige Expertise im Schnittstellenmanagement sorgt dafür, dass auch externe Daten für das Overlay Management unmittelbar und zeitnah verfügbar sind. Daher ist Overlay Management von Universal-Investment nicht nur auf der eigenen Plattform implementierbar, sondern kann auch von Investoren in Anspruch genommen werden, deren Vermögenswerte auf anderen Plattformen administriert werden.

Autor: Peter Flöck
Erscheinungsdatum: 02.12.2019