Das Fondsmanagement berücksichtigt im Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds Nachhaltigkeitskriterien und versteht sie als Instrument des Risikomanagements und als Alphaquelle. Quelle: istock: Zhongguo

Die Pionierin der nachhaltigen Geldanlagen

Autor: Dennis Bützer und Yvonne Raßbach

Wie wichtig der Trend zur Nachhaltigkeit in der Finanzwelt ist, erkannte die Bank J. Safra Sarasin als Pionierin für nachhaltige Geldanlagen bereits vor 30 Jahren. Warum ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) eine entscheidende Rolle in der Fondsstrategie des Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds spielen, erklärt Dennis Bützer, Senior Portfolio Manager (CFA) der Bank J. Safra Sarasin. Er zeigt außerdem im Interview mit ChampionsNews auf, welche Industriezweige als Investments ausgeschlossen werden und welche Sektoren derzeit besonders attraktiv sind.

Dennis Bützer, Senior Portfolio Manager (CFA), Bank J. Safra Sarasin Quelle: Bank J. Safra Sarasin

ChampionsNews: Herr Bützer, Nachhaltigkeit spielt im Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds (ISIN DE000A0MQR01) eine entscheidende Rolle. Warum ist dieser Gesichtspunkt ein wesentlicher Bestandteil Ihrer Strategie?

Bützer: Der Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds basiert auf einem nachhaltigen Investitionsansatz. Wir berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien und verstehen sie als Instrument des Risikomanagements und als Alphaquelle. Das ist der Kern unseres Investmentprozesses. Im Vergleich zur klassischen Finanzanalyse identifizieren wir durch die Analyse und Berücksichtigung der Nachhaltigkeitskriterien zusätzliche Chancen und Risiken der Investments. Durch diese Vorgehensweise optimiert das Fondsmanagement das Rendite-Risiko-Profil des Fonds. Innerhalb der verschiedenen Branchen suchen unsere Wertpapieranalysten Unternehmen aus, die den branchentypischen Risiken gegenüber am besten aufgestellt sind und als Pionier auf ihrem Gebiet gelten. Je Branche gibt es einen Kriterienkatalog, den die Wertpapieranalysten festlegen. Jedes Unternehmen bewerten wir anhand dieser spezifischen Kriterien. Die Bewertungsergebnisse stellen wir im Rahmen eines Rankings in der „J. Safra Sarasin Sustainability Matrix“ dar. Das Ranking berücksichtigt auch die Nachhaltigkeitskriterien der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), im Sinne des Leitfadens für ethisch nachhaltige Geldanlagen.

ChampionsNews: Wie treffen Sie Ihre Anlageentscheidung für den Fonds?

Bützer: Die Basis der Entscheidungsfindung ist das proprietäre quantitative Marktzyklusmodell (Global Adaptive Allocation Model). Es dient als Richtlinie für die Risikofaktorgewichtung auf Gesamtportfolioebene. Die Aktienselektion bestimmt sich durch die Attraktivität der Unternehmen im Sinne einer fundamentalen Finanzanalyse, in die auch finanzrelevante Nachhaltigkeitsinformationen einfließen. Die Rentenselektion führen wir im Sinne des Durationsmanagements sowie eines Rendite- und Spread-orientierten Ansatzes durch. Dem gesamten Investmentprozess ist die Nachhaltigkeitsanalyse vorgelagert, die das investierbare Universum definiert. Jedes Wertpapier in unserem Fonds hat eine Nachhaltigkeitsanalyse durchlaufen und ein Nachhaltigkeitsprofil mit entsprechendem Rating erhalten.

Jedes Wertpapier in unserem Fonds hat eine Nachhaltigkeitsanalyse durchlaufen und ein Nachhaltigkeitsprofil mit entsprechendem Rating erhalten.

Dennis Bützer

ChampionsNews: Welche Länder oder Industriezweige schließen Sie derzeit aus und welche sind besonders attraktiv?

Bützer: Aufgrund unserer definierten Ausschlusskriterien investieren wir unter anderem nicht in Produzenten von Rüstungsgütern, Kernenergie, Automobilen, Fluggesellschaften und Herstellern von hochprozentigen Alkoholika. Darüber hinaus erwerben wir keine Staatsanleihen von Ländern, die beispielsweise aktiv im Ausbau der Kernenergie engagiert sind, in denen die Todesstrafe legal ist oder die sich nicht zur Reduktion der CO₂-Emission im Rahmen des Klimaübereinkommens von Paris bekannt haben. Im Augenblick erachten wir ausgewählte nachhaltige Unternehmen aus dem Kapitalgütersektor als attraktive Investments. Sie dürften von einer mittelfristigen Stabilisierung der makroökonomischen Daten – und von dieser gehen wir aus – besonders profitieren.

ChampionsNews: Erzählen Sie uns gerne mehr zur Nachhaltigkeit. Wie sind Nachhaltigkeitsthemen in der Historie der Bank J. Safra Sarasin gewachsen?

Bützer: Die große Umweltkatastrophe eines Pharmaunternehmens in unmittelbarer Nähe der Basler Unternehmenszentrale veranlasste die Bank J. Safra Sarasin dazu, die Analyse eines Unternehmens zum ersten Mal unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit vorzunehmen. Dies führte im Jahr 1989 zu ersten zweckgebundenen, nach umweltspezifischen Kriterien ausgerichteten Mandaten und – ein paar Jahre später – zur Auflage des ersten umweltorientierten Investmentfonds. Seither haben wir diesen Ansatz kontinuierlich weiterentwickelt, unter anderem auch durch die Integration der inzwischen weithin akzeptierten ESG-Faktoren (Environment, Social, Governance) und die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei jedem einzelnen Schritt im Investmentprozess. Über die Jahre haben wir ein breites Portfolio an Investmentstrategien für alle wichtigen Vermögensklassen entwickelt. Besonders erfreulich in diesem Zusammenhang ist unser Jubiläum: Die Bank J. Safra Sarasin fokussiert sich bereits seit 30 Jahren auf Nachhaltigkeit und entwickelt als Pionierin seit drei Jahrzehnten nachhaltige Produkte in der Geldanlage. 

Autor: Dennis Bützer und Yvonne Raßbach
Erscheinungsdatum: 07.06.2019