Der EM Digital Leaders hat das Ziel, in die Gewinner des digitalen Wandels an den Emerging Markets zu investieren. Foto: OGphoto Quelle: iStock

Neuer Fonds mit Fokus auf Digitalisierung in Emerging Markets

Autor: Baki Irmak und Steffen Gruschka, Pyfore Capital

Seit der Finanzkrise haben Investoren in Emerging Markets wenig Grund zur Freude gehabt. Während der MSCI World seit 2008 circa 86 Prozent und der S & P 500 sogar circa 185 Prozent (Stand 26.04.2021) zulegen konnten, hat der MSCI Emerging Markets maue 9 Prozent abgeworfen. Weitaus erfreulicher war allerdings die Entwicklung von Digitalunternehmen wie Tencent, Alibaba, Mercadolibre und Co. Die Macher von The Digital Leaders Fund, Pyfore Capital, haben nun einen neuen Fonds aufgelegt, der den Anspruch hat, in die Gewinner der Digitalisierung in Schwellenländern zu investieren: EM Digital Leaders. ChampionsNews hat mit den beiden verantwortlichen Fondsberatern, Baki Irmak und Steffen Gruschka, unter anderem über die Gründe der Fondsauflage und die Schwerpunkte gesprochen.

Baki Irmak, Pyfore Capital Quelle: Pyfore Capital
Steffen Gruschka, Pyfore Capital Quelle: Pyfore Capital

ChampionsNews: Herr Irmak, The Digital Leaders Fund (ISIN DE000A2PB6M5 ((AK I)) ist nun drei Jahre alt. Die Performance kann sich mit über 112 Prozent (Stand 26.04.2021) sehen lassen. Wie ist Ihr Urteil rückblickend?

Baki Irmak: Unser Konzept ist voll aufgegangen, die Pandemie hatten wir vor drei Jahren allerdings nicht auf dem Plan. Die Neuverteilung der Welt hat sich mit all den Lockdowns nochmals beschleunigt. Die großen Profiteure dieser Entwicklung sind die digital führenden Unternehmen. Entsprechend kann sich die Performance mit einem Plus von über 100 Prozent sehen lassen. Gegenüber unserer Benchmark, nämlich MSCI World, haben wir einen Mehrwert von über 63 Prozent (Stand 26.04.2021) erzielt. Selbst den Nasdaq hat der Fonds hinter sich gelassen. Und wir freuen uns sehr, dass immer mehr Anleger gemeinsam mit uns investieren. Das Fondvolumen ist nun auf 125 Millionen Euro angewachsen.

Und jetzt haben Sie einen zweiten Fonds aufgelegt mit Schwerpunkt auf den Emerging Markets. Welche Gründe stecken dahinter?

Baki Irmak: Im neuen Fonds investieren wir in digital führende Unternehmen der Schwellenländer. Damit übertragen wir das erfolgreiche Konzept unseres bisherigen Fonds auf die Emerging Markets. Wir sehen bei vielen Querschnittstechnologien einen Wettbewerb zwischen den USA und China. Unser Flaggschifffonds ist sehr US-lastig. Wir wollen das Risikoprofil aber nicht zu sehr mit Emerging Markets verwässern. Allerdings sehen wir herausragende Digitalunternehmen in China, Südostasien, Osteuropa und Lateinamerika, in die wir gerne investieren möchten. Wir sind fest davon überzeugt, dass mit dem Fokus auf digital führende Unternehmen die Emerging-Markets-Story eine deutlich andere ist.

Wir sehen herausragende Digitalunternehmen in China, Südostasien, Osteuropa und Lateinamerika.

Baki Irmak

Herr Gruschka, Sie beraten zusammen mit Baki Irmak den neuen Fonds. Warum halten Sie den Fonds für vielversprechend und wie sind Sie zum Team von Pyfore Capital gekommen?

Steffen Gruschka: Der Investmentansatz von The Digital Leaders Fund ist außergewöhnlich attraktiv. Die Konzentration auf Unternehmen mit Zukunftsperspektive und Nachhaltigkeitsaspekte wie Klimaschutz und Tierwohl (die Fonds von Pyfore Capital schließen Unternehmen aus, die Tierversuche betreiben) ist genau richtig. Es passt aber natürlich auch sehr gut, dass ich meinen Co-Manager Baki aus alten DWS-Zeiten kenne und schätze. Ich denke, dass die Kombination aus klassischer Unternehmensbewertung und Messung der digitalen Spur auch für Emerging Markets sehr gut funktioniert. Den Beweis treten wir jetzt an.

Wie sehen die regionalen Schwerpunkte des EM Digital Leaders (ISIN DE000A2QK5K9 (AK I)) aus?

China ist bald die größte Volkswirtschaft der Welt und gibt mittlerweile bei Themen wie künstlicher Intelligenz, Social und E-Commerce und autonomem Fahren den Takt an.

Steffen Gruschka

Steffen Gruschka: China hat aktuell die höchste Gewichtung mit circa 40 Prozent. Das Land ist bald die größte Volkswirtschaft der Welt und gibt mittlerweile bei Themen wie künstlicher Intelligenz, Social und E-Commerce und autonomem Fahren den Takt an. Das Portfolio enthält zudem spannende Titel aus Südostasien. Daneben haben wir in brasilianische Payment-Unternehmen investiert. Aber auch mein altes Spezialgebiet Osteuropa bietet zahlreiche, attraktive Digitalunternehmen. Diejenigen, denen das alles noch zu sehr nach Mainstream klingt, werfen bitte einen Blick auf unsere Top-Gewichtungen. Ganz oben steht ein Unternehmen aus Zentralasien – das kasachische Unternehmen Kaspi. Auf unserer Webseite kann man nachlesen, warum dieses Unternehmen besonders spannend ist.

Sie sind einer der erfolgreichsten Emerging-Markets-Fondsberater im Markt und mit dem DWS Russia mehrfach ausgezeichnet worden. Warum haben Sie sich für Pyfore Capital entschieden?

Steffen Gruschka: Meine Zeit bei der DWS liegt schon einige Jahre zurück. Ich war sehr zufrieden bei der DWS. Wir waren mit fast 5 Milliarden Euro Assets der größte Player in Osteuropa. Ich wollte aber auch ins Ausland und die Long-Short-Welt kennen lernen. Die DWS hatte sich wirklich extrem flexibel gezeigt, aber jedes größere Unternehmen hat natürlich seine Grenzen. Außerdem haben mich die unternehmerische Selbstständigkeit und die damit verbundenen Freiheitsgrade gereizt. 

Autor: Baki Irmak und Steffen Gruschka, Pyfore Capital
Erscheinungsdatum: 11.05.2021