Der Fonds Tungsten PARITON UI wird 5 Jahre alt. Happy Birthday! Foto: Ruth Black Quelle: iStock

Hoch soll er leben. Fünf Mal hoch!

Autor: Lutz Klaus und Yvonne Raßbach

Bei Tungsten Capital Management gibt es einen guten Grund, mit einem Glas Sekt anzustoßen. Denn das Team feiert den fünften Geburtstag des Tungsten PARITON UI. ChampionsNews nimmt das Jubiläum zum Anlass, den Fonds näher zu betrachten. Im Interview spricht Lutz Klaus, CIO von Tungsten Capital Management, unter anderem darüber, welche Herausforderung er mit Blick auf das Kapitalmarktumfeld sieht, was dieses Szenario für die PARITON-Strategie bedeutet und wie er zukünftig strategisch vorgehen möchte. Zudem erklärt er, wie sich seine beruflichen Erfahrungen aus einer Pensionskasse auf die Fondsstrategie auswirken.

Lutz Klaus, CIO von Tungsten Capital Management Quelle: Tungsten Capital Management

ChampionsNews: Herr Klaus, der Tungsten PARITON UI (ISIN DE000A1W8937 und ISIN DE000A1W8952 ) feiert seinen fünften Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! Die Erfolge dieser vergangenen fünf Jahre sind nicht von der Hand zu weisen, denn der Fonds hat sich in seiner Fondskategorie kontinuierlich einen Spitzenplatz in Ranglisten und bei Fonds-Ratings erarbeitet. Wie sieht Ihr Ausblick für die Zukunft aus?

Klaus: Danke für die Blumen! Mit Blick auf das Kapitalmarktumfeld insgesamt sehe ich folgendes Szenario:  Wir haben seit Jahren niedrige Zinsen, jetzt kommt die Phase, in der aus niedrigen Zinsen auch niedrige Renditen werden. Risikoprämien bietet der Kapitalmarkt trotzdem weiterhin und diese sind sogar relativ attraktiv. Ertragsbeiträge aus Kursaufschlägen werden vorübergehend eine untergeordnete Rolle spielen. Die Herausforderung wird sein, die vorherrschenden Risikoprämien so effizient und risikokontrolliert wie möglich abzuschöpfen. Denn auch dies ist zu erwarten: strukturell erheblich volatilere, also auch riskantere Kapitalmärkte.

ChampionsNews: Was bedeutet dieses Szenario für die PARITON-Strategie konkret?

Klaus: Wie Sie eingangs angedeutet haben, haben wir uns unseren Platz in den Ranglisten sehr langsam und stetig erarbeitet. Mit aller Vorsicht und Demut würde ich konstatieren, dass jetzt erst die Phase kommt, in der die PARITON-Strategie sich entscheidend hervortun kann. Dies wird auch in Zukunft nicht schnell geschehen, sondern weiterhin langsam und stetig. Der Erfolg der Strategie liegt in der All-Wetter-Tauglichkeit. Es gibt kein Szenario oder Zeitfenster, in dem PARITON sich besonders gut gegen andere Konzepte schlägt. Es ist eher so, dass das inhärente Auf und Ab der Märkte von der Strategie besser ausgenutzt wird. Das liegt an der Art der Portfoliokonstruktion und den Sicherungsmechanismen. Langfristige Performance wird in schwachen Marktphasen gemacht! Unsere Maßnahmen zur Verlustkontrolle bringen uns in die Lage, nach Abschlägen frühzeitig wieder ins Risiko zu gehen. Die Bedeutung von Verlustkontrolle wird bei niedrigen Renditen zunehmen. Abgesehen davon, dass zukünftige Renditeerwartungen daher generell weniger ambitioniert sein sollten, schauen wir mit Bezug auf unsere Strategie fast schon euphorisch in die Zukunft.

Langfristige Performance wird in schwachen Marktphasen gemacht!

Lutz Klaus ,
CIO, Tungsten Capital Management

ChampionsNews: Welchen Vorteil sehen Sie darin, Derivate in einem Multi-Asset-Fonds einzusetzen?

Klaus: Wir sehen hier ganz wesentliche Vorteile bezüglich Effizienz und Flexibilität. Gelistete Derivate sind zudem unschlagbar kostengünstig und liquide. Ob bei Umschichtungen in schnellen Märkten oder bei filigranen Anpassungen im Portfolio, in einem auf Effizienz ausgerichteten Multi-Asset-Fonds geht dies nur kostengünstig mit Derivaten. Darüber hinaus sind eine Vielzahl unserer Absicherungspositionen im Risiko-Overlay ohne Derivate nicht durchzuführen.

ChampionsNews: Ihre Portfoliokonstruktion beinhaltet auch Hebel / Leverage, bedeutet dies nicht automatisch ein höheres Risiko?

Klaus: Nein, im Gegenteil. Der Einsatz von Hebeln erlaubt uns, ein vergleichsweise geringeres Risiko einzugehen. Dies mag erst einmal intuitiv verwirren, aber zeitweise ist unser Basisportfolio sehr risikoarm, aber der Ertrag pro Risikoeinheit sehr hoch. In so einer Phase können wir es uns erlauben, das Portfolio moderat zu hebeln, und somit vergleichsweise effizient Mehrerträge verdienen. Wollte man mit einem ungehebelten Multi-Asset-Portfolio die identische Potenzialrendite ansteuern, müsste man häufig ein vermeintlich höheres Risiko in Kauf nehmen, zum Beispiel durch erheblich mehr Klumpenrisiken.

ChampionsNews: Was können Sie uns mit Bezug auf die Veränderung in der Komposition der von Ihnen verwendeten Asset-Klassen im Portfolio sagen?

Klaus: Wir haben schon seit einiger Zeit die Situation, dass wir zur besseren Diversifikation von Aktienrisiken einen weit höheren Anteil an globalen Staatsanleihen im Portfolio einsetzten müssten. Leider qualifizieren sich durch die niedrigen Zinsen in diesem Segment immer weniger Instrumente, zumindest aus der Sicht eines Euro-Investors. Aus diesem Grund haben für uns die eingesetzten Risiko-Overlay-Strategien an Bedeutung gewonnen.

ChampionsNews: Wie wirken sich Ihre beruflichen Erfahrungen aus einer Pensionskasse auf Ihre Fondsstrategie aus?

Klaus: Pensionskassen stehen unter einem großen Druck, ihre Zielrenditen wirklich zu erreichen. Der Vorteil ist der längere Horizont, der vermeintliche Nachteil ist das oft begrenztere Risikobudget. Es ergibt sich zwangsläufig eine Investmentphilosophie, in der Vermögenserhalt und Verlustkontrolle eine höhere Bedeutung haben. Diese Asymmetrie führt aber langfristig auch zu höheren risikoadjustierten Erträgen, daher habe ich diese Investmentphilosophie zu Tungsten quasi mitgenommen. Das Gros unserer Kunden kommt somit bisher aus dem Pensionskassensektor, aber für Vermögensverwalter und Dachfonds sind wir genauso interessant. In der Vergangenheit haben letztere eher Strategien präferiert, die von vermeintlichen Starinvestoren mit prägnanter Marktmeinung gemanagt werden. Manche davon hat jedoch das Fortune verlassen. Mit fünf Jahren, fünf Sternen und mehr als fünf Argumenten stellen wir hoffentlich auch in diesem Segment eine attraktive Alternative dar.

ChampionsNews: Was planen Sie für die Zukunft? Bleiben Sie bei Ihrer Fondsstrategie?

Klaus: Ganz klar „ja“, verbunden mit einem stetigen evolutionären Wandel. Effizienz und Risikokontrolle sind unsere Kernkompetenz, und das beinhaltet, konstant am Ball zu bleiben, was mögliche Verbesserungen im Prozess betrifft. Die Grundphilosophie bleibt die gleiche und hat sich ja schon seit Jahrzehnten bewährt, aber bei der Umsetzung tüfteln wir Monat für Monat, wenn nicht Tag für Tag, an weiterer Optimierung.  

Autor: Lutz Klaus und Yvonne Raßbach
Erscheinungsdatum: 26.03.2019