Dr. Joachim Berlenbach: „In den kommenden 30 Jahren wird mehr Kupfer benötigt als in der gesamten Menschheitsgeschichte bisher." Foto: pelucco Quelle: iStock

Eine Energiewende ohne Rohstoffe? – „Das wird nicht funktionieren!“

Autor: Dr. Joachim Berlenbach und Dr. Pereshia Berlenbach

Windräder, Solaranlagen und Elektroautos: Die Energiewende ist in vollem Gange, wird von nahezu allen politischen Parteien unterstützt und spielte dieses Jahr auch bei der Bundestagswahl eine zentrale Rolle. Aber wie funktioniert die Energiewende ohne Rohstoffe? Der Rohstoffexperte Dr. Joachim Berlenbach und die ESG-Beauftragte Dr. Pereshia Berlenbach von Earth Resource Investments (ERI) erklären im Gespräch mit ChampionsNews, warum Rohstoffen wie Kupfer und Silber eine zentrale Rolle bei der Energiewende zukommt und wie sie den Earth Sustainable Resources Fund mit ESG-Ansatz aufstellen.

Dr. Joachim Berlenbach, Gründer und Managing Director, Earth Resource Investments Foto: Rolf Schmidli (Atelier Schlossberg)
Dr. Pereshia Berlenbach, COO, Earth Resource Investments Foto: Rolf Schmidli (Atelier Schlossberg)

Deutschland will seine Energieversorgung und Wirtschaft nachhaltig gestalten. Das Ziel ist klar: eine grundlegende Umstellung der Energieversorgung – weg von nuklearen und fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien. Einhergehend damit wurde der Kohleausstieg im Jahr 2030 beschlossen, die Kernkraftwerke gehen spätestens Ende 2022 vom Netz. Und dann?

Kann diese Energiewende ohne die entsprechenden Rohstoffe wie Kupfer oder Silber gelingen? „Das wird nicht funktionieren. Denn wir benötigen mehr Rohstoffe für die globale Energiewende als bei den aktuellen Rohstoffpreisen wirtschaftlich abgebaut werden können. Beispielsweise kann man sich ausrechnen, dass in den kommenden 30 Jahren mehr Kupfer benötigt wird als in der gesamten Menschheitsgeschichte bisher“, sagt Joachim Berlenbach, Gründer und CIO von Earth Resource Investments (ERI) und Fondsberater des Earth Sustainable Resources Fund (ISINs DE000A2PMW29 (AK EUR R) , DE000A2PMW37 (AK EUR I) ).

Diese Einschätzung zeigt sich auch im Portfolio des Earth Sustainable Resources Fund: Derzeit sind 28 Prozent des Fondsvermögens in erneuerbaren Energien, acht Prozent in Silber und sogar rund 38 Prozent in Industriemetalle wie Kupfer oder Nickel investiert (Stand: 27.09.2021). Vor allem die Allokation von Industriemetallen ist seit Auflage des Fonds historisch hoch. Joachim Berlenbach erklärt: „Wir sehen ein großes Momentum für Industriemetalle wie Kupfer, Kobalt, Zink und Nickel. Unter anderem getrieben durch China, sehen wir bei fast allen Industriemetallen eine hohe Nachfrage bei einer gleichzeitig sinkenden Produktion und global fallenden Erzgehalten in den Lagerstätten. Zusätzlich liegen viele der potenziellen Projekte in geopolitisch risikoreichen Ländern wie Peru, dem Kongo oder Indonesien. Langfristig kommt hinzu, dass sich die Nachfrage nach diesen Industriemetallen aufgrund der Energiewende und des steigenden Bedarfs für Solaranlagen und Windkraftwerke erhöhen wird. Steigende Investitionen in die Infrastruktur spielen hier auch eine große Rolle.“

Ohne Rohstoffe kein Bau von Windrädern und Solaranlagen

Für den Bau einer Offshore-Windturbine werden etwa 15 Tonnen Kupfer benötigt.

Dr. Pereshia Berlenbach

Insofern fängt die Energiewende bei den Rohstoffen an. Ohne Rohstoffe und deren Abbau kann kein Windrad und keine Solaranlage gebaut werden. „Deswegen benötigen wir mehr Rohstoffe, mehr Industrie- und auch mehr Edelmetalle. Aber nicht um jeden Preis. Unsere Anforderung ist, dass die Bergbauunternehmen nachhaltig operieren und nachhaltige Strategien umsetzen“, stellt Pereshia Berlenbach, COO von ERI und für die ESG-Strategie im Unternehmen verantwortlich, fest: „Für den Bau einer Offshore-Windturbine werden etwa 15 Tonnen Kupfer benötigt. Viele sehen nur das Ergebnis, die Windturbine, und stellen nicht die Verbindung zu den Minengesellschaften her. Nachhaltigkeit darf nicht erst beim Endprodukt ohne Blick auf die komplette Wertschöpfungskette Beachtung finden. Wenn man tatsächlich die Nachhaltigkeit fördern und intensivieren wollte, müsste man sich auch mit den Minengesellschaften beschäftigen.“ Deswegen hat ERI in Zusammenarbeit mit Universal-Investment im November 2019 den Earth Sustainable Resources Fund gestartet. „Hier können wir mit unserer Expertise einen echten Mehrwert generieren. Dieser Fonds basiert auf einem Nachhaltigkeitsfilter, der von meiner Ehefrau im Rahmen ihres MBA-Studiengangs an der Strathclyde University entwickelt wurde“, sagt Joachim Berlenbach und fügt hinzu: „Ein Rohstofffonds lässt sich durchaus mit Nachhaltigkeit vereinen, wenn man die ESG-Analyse bei den Unternehmen selbst ansetzt. Mit diesem neuartigen Ansatz suchen wir auch den intensiven Austausch mit den Rohstofffirmen, konnten ihnen erwiesenermaßen schon bei ihren Nachhaltigkeitsstrategien helfen und hoffen, zu einer positiveren Einstellung der Investoren zum Bergbau beitragen zu können.“

Der Investmentansatz des Earth Sustainable Resources Fund konzentriert sich nicht auf ein einzelnes Nachhaltigkeitsthema, wie beispielsweise die Reduzierung von Kohlenstoffemissionen, sondern setzt einen umfassenden ESG-Ansatz bei der Titelselektion um. Die Strategie priorisiert also nicht einen Aspekt der Nachhaltigkeit und schließt andere aus. Vielmehr sieht ERI einen holistischen Ansatz als vollständiger und relevanter für die Bergbauindustrie an, der zudem alle Stakeholder einschließt. „Hierbei ist der Track Record der Firmen wichtig, das heißt die Firmen müssen zeigen können, dass sie kein Greenwashing betreiben, sondern die avisierte ESG-Strategie über mehrere Jahre erfolgreich umgesetzt worden ist“, sagt Joachim Berlenbach.

Ein Rohstofffonds lässt sich durchaus mit Nachhaltigkeit vereinen, wenn man die ESG-Analyse bei den Unternehmen selbst ansetzt.

Dr. Joachim Berlenbach

Was bedeutet das konkret für das Portfolio? Zum einen werden unterbewertete Unternehmen, die positives Anlagepotenzial vorweisen, identifiziert und umfassend parallel nach fundamentalen Kennzahlen und ESG-Kriterien analysiert. Des Weiteren werden im persönlichen, intensiven Austausch mit den Bergbauunternehmen die Resultate der ESG-Analyse diskutiert und bei deren Management wichtige Impulse für nachhaltige Veränderungen gesetzt.

Auf dem Weg in eine nachhaltige Welt müssen daher Bergbau und Rohstofferzeugung als Teile der Energiewende erkannt und akzeptiert werden. Dafür wollen Joachim und Pereshia Berlenbach mit ihren Fonds einen Beitrag leisten und einen Mehrwert schaffen. Denn Nachhaltigkeit muss mit Rohstoffen und Minenunternehmen kombiniert werden, da es ohne die kritisch notwendigen Metalle und Rohstoffe keine Energiewende geben wird.

Zu Earth Resource Investments (ERI):

Das Unternehmen wurde im Jahr 2006 gegründet und hat seinen Sitz in der Schweiz. Das Team von ausgewiesenen Finanz- und Industrieexperten, alle mit sehr profundem geologischem Background, führt häufige Unternehmensbewertungen vor Ort durch und steht in regelmäßigem Kontakt mit der Unternehmensleitung der analysierten Firmen. Neben dem Earth Sustainable Resources Fund berät das Unternehmen auch den Earth Exploration Fund UI (ISINs DE000A0J3UF6 (AK EUR R) und DE000A1C2XE1 (AK EUR I) ), der bereits 2006 gestartet wurde und in unterbewertete Small- und Mid-Cap-Produzenten und Explorationsunternehmen im Edelmetall-, Bergbau- und Ölsektor investiert. Der Fokus der Anlagestrategie liegt auf Unternehmen, die abseits der ausgetretenen Pfade der größeren Rohstofffonds liegen. Ergänzt wird die Fondspalette durch den 2008 aufgelegten Earth Gold Fund UI (ISINs DE000A0Q2SD8 (AK EUR R) , DE000A1CUGZ4 (AK EUR I) , DE000A2P9Q48 (AK EUR S) ), der sich auf Titel aus dem Edelmetallsektor konzentriert und dabei einen wertorientierten Stock-Picking-Ansatz verfolgt. Mithilfe des Auswahlverfahrens wählen die Analysten und Berater unterbewertete Gold-, Silber-, Platin- und Diamantenminenfirmen aus, ohne dabei durch die Marktkapitalisierung eingeschränkt zu sein. 

Autor: Dr. Joachim Berlenbach und Dr. Pereshia Berlenbach
Erscheinungsdatum: 25.10.2021