Ein regelbasiertes, technisch antizyklisch handelndes Modell hilft, rationales Handeln im Fondsmanagement sicherzustellen. Foto: RapidEye Quelle: iStock

Logik schlägt Emotion – Behavioral Finance im Fondsmanagement

Autor: Patrick Mertens und Udo Markert

Wann ist der optimale Zeitpunkt, um in Aktien zu investieren? Und wann sollten Anleger ihre Wertpapiere verkaufen? Einige Anleger treffen ihre Entscheidungen vorwiegend von Emotionen getrieben – mit möglicherweise fatalen Folgen. Die Commerzbank nutzt Behavioral Finance, die Investorenverhalten auch unter psychologischen Aspekten erforscht. Patrick Mertens, Leitung Investment Strategie, Asset Management, und Udo Markert, Head of Third Party Distribution (Asset Management-Partnervertrieb) der Commerzbank, sprechen im Interview mit ChampionsNews darüber, wie Anlageentscheidungen zustande kommen und warum sie möglichst frei von Emotionen getroffen werden sollten. Sie zeigen anhand des Commerzbank Flexible Allocation Euroland (ISIN DE000A2JQJ46) und des Commerzbank Flexible Allocation USA (ISIN DE000A2JQJ61), wie die Strategie im Sinne von Behavioral Finance in den Fonds umgesetzt wird.

Udo Markert, Head of Third Party Distribution (Asset Management-Partnervertrieb) der Commerzbank Quelle: Commerzbank

Anleger treffen ihre Entscheidungen vorwiegend emotional und auf Grundlage von einfachen Faustregeln.

Udo Markert

ChampionsNews: Herr Markert, Sie beschäftigen sich auch mit Behavioral Finance. Um was geht es hierbei genau

Markert: Behavioral Finance ist ein finanzwissenschaftlicher Ansatz, der insbesondere das Investorenverhalten unter psychologischen Aspekten erforscht. Sie zeigt auf, wie Anlageentscheidungen zustande kommen und welche Fehler Anleger dabei typischerweise immer wieder machen. Sie treffen zum Beispiel ihre Entscheidungen vorwiegend emotional und auf Grundlage von einfachen Faustregeln, ohne ihre Möglichkeiten rational zu analysieren.

So steigen zum Beispiel viele Anleger in den Aktienmarkt ein, wenn er bereits deutlich gestiegen ist, und sie steigen bei einem deutlich niedrigeren Niveau wieder aus, aus Angst, noch mehr Geld zu verlieren. Viele dieser Entscheidungen sind daher schlicht von Glück oder Pech geprägt und verhindern oftmals, potenzielle Gewinne von Morgen einzufahren.

ChampionsNews: Was bedeutet das für das Fondsmanagement? Sind Profis, wie Fondsmanager, denn frei von solchen Emotionen?

Mertens: Nun, da erinnere ich mich zum Beispiel an den 5. Februar 2018. Der Dow Jones verlor an diesem Tag fast 1.200 Punkte, also etwa fünf Prozent. Das war der stärkste Rückgang in seiner Geschichte.  Da geht einem schon einmal der Satz „Jetzt reicht‘s mir, ich steige aus“ durch den Kopf. Mehr aber auch nicht. Denn grundsätzlich dürfen Emotionen die Entscheidungen von Fondsmanagern nicht beeinflussen.

Patrick Mertens, Leitung Investment Strategie, Asset Management, Commerzbank Quelle: Commerzbank

Grundsätzlich dürfen Emotionen die Entscheidungen von Fondsmanagern nicht beeinflussen.

Patrick Mertens

ChampionsNews: Und wie haben Sie in Ihrer Vermögensverwaltung an besagtem Tag reagiert?

Mertens: Wir haben bereits seit längerem ein regelbasiertes, technisch antizyklisch handelndes Modell im Einsatz, mit dem wir rationales Handeln sicherstellen und lediglich überprüfen, in welchem Markttrend wir uns aktuell befinden und wann ein Aktienmarkt überkauft oder überverkauft ist. Mit diesem Modell steuern wir Teile unseres Risikomanagements. Seit neuestem bieten wir es im Fondsmantel mit dem Commerzbank Flexible Allocation Euroland (DE000A2JQJ46) und dem Commerzbank Flexible Allocation USA (DE000A2JQJ61) sowohl Commerzbank-Kunden, als auch im Partnervertrieb über externe Finanzberater an.

Und gerade an diesem 5. Februar 2018, als viele Anleger in Panik verfielen, löste unser regelbasiertes Handelssystem ein Kaufsignal aus. Das heißt, wir haben über Aktienmarkt-Futures die Aktienquote des US-Fonds auf 200 Prozent angehoben. Im Nachgang war dies genau richtig, da der Dow Jones binnen drei Wochen wieder ein Plus von circa acht Prozent erreichte – Logik schlug Emotion. Unsere Anleger waren dankbar dafür.

ChampionsNews: Für welche Kunden ist somit der Fonds geeignet und was bringt er den Anlegern?

Markert: Unser Fonds ist optimal für Kunden, die bereits ein gut aufgestelltes und ausgewogenes Aktiendepot besitzen, sich jedoch, je nach Marktlage, eine regelbasierte Anpassung der Aktienquote wünschen. Sie überlassen Profis den richtigen Einstiegszeitpunkt und investieren in einen Fonds, der bei nachhaltig fallenden Aktienmärkten automatisch das Risiko rausnimmt und in steigenden Aktienmärkten die Marktchancen mit einer Investitionsquote von 0, 100 oder bis zu 200 Prozent aktiv steuert.   

Autor: Patrick Mertens und Udo Markert
Erscheinungsdatum: 12.11.2019