Die drei nominierten Fondspartner mit n-tv-Moderatorin Corinna Wohlfeil: (v. l. n. r.): Axel Krohne von EM Value, Dr. Christian Funke von Source For Alpha und Marc Profitlich von ProfitlichSchmidlin Quelle: Universal-Investment

Rückblick: Fonds professionell Kongress 2020

Autor: Yvonne Raßbach

Vielversprechende Strategien, drei Fondspartner und ein großartiges Publikum: Am Donnerstag, 30. Januar 2020, war es wieder soweit. Drei Fondspartner zeigten in spannenden Kurzvorstellungen, warum sie gekonnt den Recall gemeistert und den Einzug ins Finale verdient haben. Auf der Bühne präsentierten Dr. Christian Funke, Vorstand von Source For Alpha, Axel Krohne, Head of Portfoliomanagement von EM Value, und Marc Profitlich, Vorstand von ProfitlichSchmidlin, ihre Fondskonzepte. Die Vorträge von „Mannheim sucht den Superfonds“ gibt es auch als Video in voller Länge (siehe unten).

Dr. Christian Funke, Vorstand von Source For Alpha Quelle: Source For Alpha

Source For Alpha: Anders denken – anders performen. Der Weg zur Erfolgsgeschichte

Das ist eine Erfolgsgeschichte: Seit Auflage im Dezember 2013 hat der Deutschland-Aktienfonds aus dem Hause Source For Alpha, der S4A Pure Equity Germany (ISIN DE000A1W8960) , den DAX in jedem Jahr geschlagen. Dieses Kunststück ist nach Aussage des Fondsmanagers Dr. Christian Funke, Vorstand und Mitgründer von Source For Alpha, keinem anderen Fonds seiner Vergleichsgruppe gelungen. Die Rating-Agenturen Morningstar und Scope würdigen die herausragende Wertentwicklung des Fonds jeweils mit ihrer Top-Bewertung von fünf Sternen beziehungsweise dem A-Rating. Zudem wurde der Fonds im Rahmen der diesjährigen Lipper Fund Awards in Deutschland, in der Kategorie Equity Germany, auf Sicht von drei Jahren, als bester Fonds ausgezeichnet.

Was ist das Erfolgsgeheimnis des S4A Pure Equity Germany? Funke fasst es in seinem Vortrag in zwei Worten zusammen: „Anders denken!“

Üblicherweise überlegen sich Fondsmanager, welche Aktien sie kaufen möchten. Funke ist der Ansicht, dass Fondsmanager oft mit den getätigten Investitionen kaum Mehrwert gegenüber einer passiven ETF-Strategie erzielen. „Kein Wunder“, so Funke „Millionen von Anlegern sind auf der Suche nach dem Schnäppchen am Kapitalmarkt. Durch ihre Käufe lösen sie eine möglicherweise vorhandene Unterbewertung sehr schnell auf und machen die Preise auf der Kaufseite extrem effizient.“ Ganz anders auf der Verkaufsseite: Häufig wissen Anleger, dass bestimmte Unternehmen überbewertet sind, können dies jedoch kaum ausnutzen. Der Grund: Leerverkäufe können beziehungsweise dürfen sie nicht eingehen. Hierdurch bleiben Überbewertungen länger bestehen und werden, anders als Unterbewertungen, nicht so schnell von den Marktteilnehmern abgebaut.

Funke und sein Team profitieren mit dem S4A Pure Equity Germany von diesem Verhalten. Anders als die meisten Fondsmanager fokussieren sie sich darauf, welche Aktien sie nicht kaufen möchten. Sie filtern mit ihrem regelgebundenen, systematischen Investmentansatz konsequent die schlechten Aktien heraus und investieren nur in die Werte, die keine Zeichen einer Überbewertung aufweisen.

Das Ergebnis dieses anders durchdachten Investmentansatzes: Der Fonds hat in den ersten sechs Jahren seit seiner Auflage in jedem Kalenderjahr besser abgeschnitten als der deutsche Aktienindex DAX – das ist tatsächlich einmal etwas anderes.

Axel Krohne, Head of Portfoliomanagement von EM Value Quelle: EM Value

EM Value: Der Indiana Jones der Geldanlage

Gibt es Kaufgelegenheiten an exotischen Börsen? Axel Krohne, Chefstratege des AvH Emerging Markets Fonds UI (ISIN DE000A1145G6) von EM Value, berichtet in seinem Vortrag, dass er sogar viele findet. Er war schon in über 100 Ländern auf der Suche nach unterbewerteten Aktien und gilt als ausgewiesener Spezialist für unterbewertete Emerging und Frontier Markets. Denn seine außergewöhnliche Schwellenländerexpertise hat er in den vergangenen 15 Jahren bereits mit dem von Krohne Capital gemanagten Krohne Fund auf beeindruckende Weise unter Beweis gestellt. Die größten Chancen sieht er meistens dort, wo die Mehrheit der Anleger nicht – oder noch nicht – investiert sein will.

Gerade kommt er von einer Reise zurück, auf der er unter anderem Nigeria, Ghana, Ägypten und Kenia besuchte. In einigen dieser Länder können normale Anleger gar nicht investieren. Gemeinsam mit Universal-Investment konnte EM Value diese Märkte für den AvH Emerging Markets Fonds UI zugänglich machen.

Schwellenländerbörsen aktuell historisch günstig bewertet

„Heute sind es nun einmal die Schwellenländer, die das höchste Wachstum und das meiste Entwicklungspotenzial aufweisen“, so Krohne. „Zugleich sind die Schwellenländerbörsen aktuell historisch günstig bewertet, und es gibt dort viele hervorragende Unternehmen, die vom Markt ignoriert werden“, erklärt er weiter. Fondsmanager sollten das jeweilige Unternehmensmanagement kennen und erfahren, wie die Leute vor Ort die Situation sehen. Wer sich keinen eigenen Eindruck verschafft, für den werden die „exotischen Märkte“ immer exotisch bleiben. „Die Tatsache, dass sich die meisten Investoren zurzeit nicht für diese Börsen interessieren, bestätigt unseren Optimismus eher noch“, sagt Krohne. Er ist sich sicher: „Wäre Warren Buffett heute noch einmal jung und voller Tatendrang, dann wäre auch er längst ins Flugzeug gestiegen und hätte die Emerging Markets von vorn bis hinten abgeklappert.“

Marc Profitlich, Vorstand von ProfitlichSchmidlin Quelle: ProfitlichSchmidlin

ProfitlichSchmidlin: Sondersituationen als stabilisierende Säule

Das Niedrigzinsumfeld stellt eine Herausforderung dar: Welche Anlageklasse kann Portfolios noch wirksam stabilisieren? „Eine Möglichkeit bieten Sondersituationen bei Aktien und Anleihen. Und im gegenwärtigen M & A-Umfeld gibt es davon genügend“, sagt Marc Profitlich, Vorstand von ProfitlichSchmidlin, in seinem Vortrag. Bei Aktien-Sondersituationen können Strukturmaßnahmen das Verlustpotenzial wirksam reduzieren, während Investoren durch rechtliche Besonderheiten über Optionalität und damit Gewinnpotenzial verfügen. Auch bei Anleihen-Sondersituationen bieten rechtliche Aspekte und Prospektdetails Renditequellen.

Anstelle der für Mischfonds klassischen Anleihekomponente – die im gegenwärtigen Umfeld keinen Ertrag und nur noch Risiken beimischt – setzt der ProfitlichSchmidlin Fonds UI (ISIN: DE000A1W9A28 / clean share class: DE000A1W9A36 ) darum auf Aktien- und Anleihen-Sondersituationen als stabilisierende Säule. Derartige Sondersituationen ergeben sich Anfang 2020 für etwa 40 Prozent des Portfolios, hälftig aufgeteilt in Aktien- und Anleihen-Sondersituationen.

Daneben investiert der ProfitlichSchmidlin Fonds UI langfristig und value-orientiert in Aktien. In der Regel hält der Fonds weniger als 20 derartige Beteiligungen. Das Research von ProfitlichSchmidlin findet direkt vor Ort bei den Unternehmen statt: Treffen mit den Unternehmensführungen, Fabrikbesuche, Gespräche mit Mitarbeitern und Kunden – nur so kann sich der Fondsberater ein dezidiertes Bild von qualitativen Faktoren, wie der Unternehmenskultur, verschaffen. In einem Umfeld, in dem die mächtigsten Spieler passive Investoren – kurzfristig getrieben oder quantitativ orientiert – sind, hebt sich der Fondsberater deutlich vom Marktumfeld ab. ProfitlichSchmidlin sucht nach Unternehmen, die ein langfristiges Wachstumspotenzial aufweisen, innerhalb des Kompetenzbereichs liegen und von intrinsisch motivierten Unternehmern geleitet werden. Profitlich veranschaulicht dies an einem Beispiel: Kaum eine Branche verfügt über derart langfristige Produktzyklen, regulatorisch bedingt hohe Markteintrittsbarrieren sowie stabile, wiederkehrende Erträge wie die Hersteller von Flugzeugtriebwerken. Aus diesen Gründen passen Unternehmen wie MTU Aero Engines oder Rolls Royce gut in das Portfolio des ProfitlichSchmidlin Fonds UI, so Profitlich.

Der ProfitlichSchmidlin Fonds UI ist als flexibler Mischfonds konzipiert, der in Aktien (25 bis 100 Prozent) und Anleihen (0 bis 75 Prozent) investiert. Seit Auflage des Fonds vor sechs Jahren konnte mit dieser Strategie eine Rendite von rund 4,5 Prozent pro Jahr bei einer Volatilität von rund 7,2 Prozent erzielt werden. 

The winner is ...

Der Sieger ist am Ende das Publikum – alle Teilnehmer profitieren von der Vorstellung der spannenden Strategien. Außerdem wurden aus den Gewinnspielteilnehmern unter juristischer Aufsicht drei Personen ausgelost, die sich über Fondsanteile ihres Favoriten im Wert von je 500 Euro freuen können. Herzlichen Glückwunsch!

Autor: Yvonne Raßbach
Erscheinungsdatum: 13.02.2020