Investitionen in Private Equity: Wichtig sind eine krisenfeste und transaktionssichere Strukturierung und die Begleitung durch einen erfahrenen Partner. Foto: DaiPhoto Quelle: iStock

Private Equity: Entwicklungen und Trends in Zeiten von Corona

Autor: Dr. Sofia Harrschar, Universal-Investment

Corona war gestern: Der Trend, in Alternatives und im Besonderen in Private Equity zu investieren, setzt sich trotz der COVID-19-Pandemie weiter fort. Investoren wurde 2020 allerdings vor Augen geführt, wie wichtig neben dem professionellen Risikomanagement die sorgfältige Transaktionsprüfung ist.

Dr. Sofia Harrschar, Member of the Board, Executive Director, Head of Alternative Investments & Structuring, Universal-Investment Foto: Alexander Habermehl Quelle: Universal-Investment

Der Private-Equity-Markt hat die Corona-Krise schnell hinter sich gelassen. Die Zahl der Transaktionen in Deutschland ging im ersten Halbjahr 2020 zwar zurück, im zweiten Halbjahr zog das Geschäft aber wieder an, wie die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY berichtet . Auf das Gesamtjahr gerechnet, schrumpfte die Zahl der Transaktionen leicht von 225 auf 221, der Deal-Wert übertraf mit 34,6 Mrd. Euro allerdings den des Vorjahres in Höhe von 32,2 Mrd. Euro (EY, 29. Dezember 2020).

Das anhaltende Interesse an Private Equity und generell an Alternative Investments stellt auch Universal-Investment fest. So ist das Volumen der bei Universal-Investment in Deutschland und Luxemburg aufgelegten Fondsvehikel, die ausschließlich in Alternative Investments investieren, von Ende 2019 bis Ende 2020 von 50,6 Mrd. Euro auf fast 57 Mrd. Euro gestiegen. Damit hat sich das Wachstum der vergangenen Jahre fortgesetzt: Anfang 2012 waren es weniger als 1 Mrd. Euro. Auch das Volumen der in Private-Equity-Strukturen investierten Gelder ist gestiegen: 2014 waren es noch 4,5 Mrd. Euro, 2016 bereits 12,3 Mrd. Euro, Ende 2019 rund 30 Mrd. Euro und im Dezember 2020 dann 33,5 Mrd. Euro.

Große Strategieänderungen haben Investoren im Corona-Jahr 2020 nicht vorgenommen, wie die von Universal-Investment regelmäßig durchgeführte 360-Grad-Analyse zum Anlageverhalten institutioneller Investoren zeigt. Sie umfasst im Gegensatz zu den oben genannten Zahlen alle Anlagen in deutschen Spezialfonds bei Universal-Investment. Das Gesamtvolumen der analysierten Assets under Administration betrug dabei rund 442 Mrd. Euro. Das entspricht etwa 22 Prozent des gesamten vom BVI erfassten Spezialfondsvermögens in Höhe von 1.998 Mrd. Euro (BVI, 31. Dezember 2020) – ein repräsentativer Blick auf das Investitionsverhalten institutioneller Investoren in Deutschland. Während der Rentenanteil (42,2 Prozent) im Vergleich zu 2019 wieder leicht anstieg und die Aktienquote (25,3 Prozent) den höchsten Stand seit Ende 2017 verzeichnete, erhöhte sich auch der Anteil der Alternative Investments auf rund 15 Prozent. Einige Subsegmente profitierten, darunter Private Equity, aber auch Private Debt und Infrastruktur.

Performance von Private Equity kann überzeugen

Das anhaltende Interesse an Private Equity hat gute Gründe:

- Private Equity kann Investoren auf lange Sicht vergleichsweise attraktive und stabile Renditen bei überschaubarem Risiko bieten.
- Die Anlageklasse weist häufig niedrige Korrelationen zu anderen Asset-Klassen auf.
- Sie ermöglicht eine Diversifizierung jenseits der traditionellen Anlageklassen.
- Private-Equity-Anlagen zeichnen sich durch eine hohe Diversifizierung aus, etwa in Bezug auf Branchen, Haltedauer und regionale Ausrichtung.

Durch die Corona-Pandemie haben diese Merkmale sogar an Gewicht gewonnen. Zum einen dürfte sich die Niedrigzinsphase nochmals verlängern und die Suche der Investoren nach renditeträchtigen Anlagen abermals verstärken. Die Anlageklasse hat ihre Resilienz beweisen können, wie die 360-Grad-Studie zeigt: Die Performance von Private-Equity-Fonds (bis 31. Januar 2021) auf Sicht von zwölf Monaten lag mit 2,9 Prozent über der von Rentenfonds mit 2,6 Prozent, wenn auch unter der von Aktienfonds mit 4,9 Prozent. Auf Fünfjahressicht konnten Private-Equity-Fonds mit 7,9 Prozent p. a. sogar Aktien- (7,5 Prozent) und Rentenfonds (3,4 Prozent) überholen.

Trends und Beobachtungen bei der Investition in Private Equity

Angesichts der Beliebtheit von Private-Equity-Fonds geht Universal-Investment davon aus, dass sich der Zustrom in die Anlageklasse fortsetzt. Daneben sind auch einige Trends und Beobachtungen wahrzunehmen:

- ESG als großes Thema in der ganzen Finanzbranche gewinnt auch für die Investition in Private Equity noch mehr an Bedeutung. Im Fokus stehen Unternehmen, die zur Klimawende beitragen wollen.

- Die Investorenbasis vergrößert sich. Immer mehr Investoren, die bislang nichts mit Private Equity zu tun hatten, interessieren sich für die Asset-Klasse.

- Deutschland als Fondsdomizil holt im internationalen Vergleich auf – bislang spielen Alternative Investments global eine viel größere Rolle als in Deutschland. Das Interesse an deutschen innovativen Fondslösungen, also Private Equity über Spezial-AIF mit breiterem Spektrum an zulässigen Anlageobjekten nach § 282 KAGB, steigt.

- Immer mehr US-amerikanische Asset Manager interessieren sich für den europäischen Markt für Private-Equity-Investments. Sie suchen nach Lösungen, die im gesamten europäischen Ausland vertriebsfähig sind.

- Das Interesse an Nischeninvestments steigt: Investoren fokussieren sich zunehmend auf einzelne Märkte / Branchen, wie zum Beispiel Fintechs.

- Investoren setzen vorzugsweise auf etablierte Strukturen und Strukturierungspartner. 

Das Interesse an etablierten Strukturen und Strukturierungspartnern hängt auch mit den besonderen Herausforderungen der Asset-Klasse zusammen: Sie ist nicht ohne Risiken, ist vergleichsweise komplex, ihre Kapitalbindungsdauer lang. Private Equity ist auch illiquider als die traditionellen Asset-Klassen Aktien und Anleihen und die Performance- und Risikomessungen sind schwieriger. Investoren scheinen die strukturellen Risiken dieser Asset-Klasse aufgrund der COVID-19-Pandemie jetzt noch bewusster wahrzunehmen und Stabilität höher wertzuschätzen.

Institutionelle Investoren, aber auch Fondsinitiatoren profitieren dadurch von:

- optimal verhandelten Emittenten-Verträgen,
- regulatorischer Konformität,
- qualitativem Risikomanagement,
- reibungslosen Kapitalflüssen / reibungsloser Buchhaltung,
- möglichst geringen Transaktionsrisiken für Anleger,
- schnellstmöglicher Erwerbbarkeit.

Prüfungen auf Herz und Nieren: Vom Wert detaillierter Transaktionsprüfungen

Extrem wichtig sind Transaktionsmanagement und -prüfung. Denn bei Investitionen in Private Equity gilt es, rechtliche Vorgaben, Vorschriften und Richtlinien einzuhalten, Transparenz über Investitionsrisiken zu schaffen und auch das Schadenspotenzial zu begrenzen. Die Prüfung von Dokumenten, anlegerspezifischen Fragen, vertraglichen und gesetzlichen Anlagegrenzen sowie der Darstellbarkeit ist daher unverzichtbar.

Strukturierungspartner für Alternative Investments

Universal-Investment bietet institutionellen Investoren und Fondsinitiatoren einen Zugang zu dieser attraktiven Anlageklasse. Hierbei greift Universal-Investment auf jahrelange Erfahrungen als Strukturierungspartner für Alternative Investmentfonds (AIF) zurück. Die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) begleitet Kunden bei der individuellen Konstruktion und Strukturierung von Private-Equity-Investments, stellt AIF-Manager-Services mit wahlweise unterschiedlicher Domizilierung bereit und deckt ein breites Spektrum an Zielinvestments und Anlagestrukturen ab. Auch Transaktionsmanagement und -prüfungen gehören zu den Services von Universal-Investment, ebenso Strukturierung und Risikomanagement.

Für Fondsinitiatoren, die selbst eine Idee entwickeln und das Portfolio Management übernehmen, liefert Universal-Investment die komplette Administration und weitere ergänzende Serviceleistungen. Ein „One-Stop-Shop“ bietet angesichts der Komplexität der Anforderungen echte Vorteile für alle Kundengruppen: Sie bekommen bei Bedarf alles aus einer Hand.

Auswahl: Domizilierungsplätze

Kunden wählen auf Grundlage ihrer Bedürfnisse selbst das Fondsdomizil aus. Bislang bevorzugen Kunden den Standort Luxemburg. Eine mögliche Grundstruktur ist die luxemburgische SICAV-SIF / RAIF in der Rechtsform einer SCS (Société en Commandite Simple) oder S.A. (Société Anonyme).

In Luxemburg hat Universal-Investment im Juni 2020 eine neue Anlageplattform ins Leben gerufen, die institutionellen Investoren einen deutlich einfacheren und damit schnelleren Zugang zu Alternative Investments ermöglicht, da die wesentlichen Elemente der Fondsstruktur bereits bestehen. Universal-Investment bietet aber auch Lösungen für Deutschland nach § 282 KAGB an. Ab Sommer 2021 wird es zudem möglich sein, auch am neuen Standort in Irland Fonds mit Universal-Investment aufzulegen. Mit der Irish Limited Partnership wurde eine neue Fondsstruktur im irischen Recht verankert, die gerade für Private-Equity-Investoren Vorteile bietet.

Fazit: Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Private-Equity-Trend

Insgesamt ist der Trend hin zu Private Equity durch die COVID-19-Pandemie nicht gebrochen – im Gegenteil. Diese besondere Zeit hat Investoren jedoch vor Augen geführt, wie wichtig eine krisenfeste und transaktionssichere Strukturierung und die Begleitung durch einen erfahrenen Partner ist. Private Equity bleibt eine attraktive und auch anspruchsvolle Anlageklasse.

 

Autor: Dr. Sofia Harrschar, Universal-Investment
Erscheinungsdatum: 21.05.2021