Die ICICI Bank in Indien. Finanzunternehmen wie dieses – mit großen Wachstumspotenzialen – gehören auch zum Anlageuniversum des Prisma Aktiv UI. Foto: VasukiRao Quelle: iStock

Stiftungsstrategie für jedermann

Autor: Claudia Lindenberg, Das Investment

Die Frankfurter Prisma Investment managt unter anderem das Vermögen der Software AG-Stiftung. Über den Mischfonds Prisma Aktiv UI können sich Anleger diese bewährte Strategie ins Depot holen.

Bei der Verwaltung von Stiftungsvermögen stehen Kapitalerhalt, Zielrendite und nachhaltige Anlagegrundsätze traditionell im Vordergrund. Daher sind Stiftungsfonds üblicherweise als defensive Mischfonds konzipiert und kommen auch für vorsichtigere Anleger infrage, die auf der Suche nach einem konservativ ausgerichteten vermögensverwaltenden Fonds sind und Wert auf Nachhaltigkeit legen.

Das gilt auch für den 2014 aufgelegten Prisma Aktiv UI (ISIN DE000A1W9A85) , der von der in Frankfurt am Main ansässigen Vermögensverwaltung Prisma Investment gemanagt wird. Das Konzept des Stiftungsfonds kommt nicht von ungefähr: So managte Geschäftsführer Andreas Rachor ab 2003 das Vermögen der Software AG Stiftung zunächst als Mitarbeiter, bevor er 2011 die Investmentboutique gründete, die mittlerweile rund 1,4 Milliarden Euro in Publikums- und Spezialfonds verwaltet.

Konkret hat sich das aus Rachor sowie Bernd Bötsch, Joachim Rothenbacher und Hans-Günter Schmidt bestehende Portfoliomanagerteam mit dem regional auf Europa und Asien ausgerichteten Fonds zum Ziel gesetzt, bei Kapitalerhalt eine jährliche Rendite von mindestens 4 Prozent zu erwirtschaften – und zwar auch unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien. So macht das Team konsequent einen Bogen um Unternehmen aus den Bereichen Atomkraft, Glücksspiel, Rüstung, Tabak und grüne Gentechnologie. Auch Gentech-Unternehmen bleiben draußen. „Wir fokussieren uns generell auf Unternehmen, deren Geschäftsmodell einen engen Bezug zur Realwirtschaft aufweist. Neben einer attraktiven Verzinsung des eingesetzten Kapitals ist uns auch die ideelle beziehungsweise ethische Wertschöpfung wichtig“, erläutert Rachor den Nachhaltigkeitsansatz, der bei allen Anlagelösungen des Hauses umgesetzt wird.

Aufgrund unserer Ausrichtung auf ideelle Wertschöpfung verzichten wir auf den Einsatz von Termingeschäften, derivativen oder sonstigen strukturierten Produkten.

Andreas Rachor

Bei der Beurteilung von Unternehmen werde darum beispielsweise berücksichtigt, inwieweit sie nachhaltig Arbeitsplätze schaffen. „Aufgrund unserer Ausrichtung auf ideelle Wertschöpfung verzichten wir zudem auf den Einsatz von Termingeschäften, derivativen oder sonstigen strukturierten Produkten“, ergänzt der Gründer des Investmenthauses.

Hinsichtlich der Asset Allocation hat das Team große Freiheiten, beachten müssen die Portfoliomanager lediglich die Obergrenze von 50 Prozent für den Aktienanteil. Historisch bewegt sich die Quote zwischen 20 bis 40 Prozent.

In die engere Wahl kommen nur solche ethisch unbedenklichen Unternehmen, die über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen. Im Rahmen der fundamentalen Einzeltitelauswahl greift das Team auf das hauseigene Bewertungsmodell zurück, Vor-Ort-Besuche runden die Analyse ab. „Das Risikomanagement erfolgt in zwei Stufen und umfasst sowohl qualitative als auch quantitative Aspekte: So passt das Team beispielsweise bei einer Veränderung der Geldpolitik das Portfolio an. Auf quantitativer Ebene nutzt das Team High-Watermark-Stop-Kurse, um die Risiken zu begrenzen. „Wir verkaufen Positionen, wenn der Kurs 10 Prozent hinter den Einstandskurs beziehungsweise den zuletzt erreichten Höchstkurs zurückfällt. Damit vermeiden wir große Verluste auf Einzeltitelebene und reduzieren systematisch die Volatilität des Gesamtportfolios“, erläutert Rachor.

Auf der Anleiheseite setzt das Team unter anderem auf hochverzinste europäische und asiatische Unternehmensanleihen. Derzeit liegt der Schwerpunkt deutlich auf europäischen Emittenten, die Rentenquote ist seit Sommer 2018 mit 30 Prozent vergleichsweise gering. Gleiches gilt für die Cash-Quote von derzeit rund 25 Prozent, die zeitweilig – zuletzt im Sommer 2019 – mit mehr als 40 Prozent gewichtet wird. Rachor: „Wir betrachten Cash als eigenständiges Investmentvehikel, das wir bewusst flexibel einsetzen, um die Zielrendite unter Berücksichtigung des Kapitalerhalts zu erreichen.“ Dass sich das aktive Asset Management bewährt, zeigt ein Blick auf die Vergleichsgruppe: So belegt der von der Rating-Agentur Morningstar mit fünf Sternen bewertete Fonds in der Kategorie „Mischfonds defensiv EUR“ im Fünf-Jahres-Zeitraum mit einem durchschnittlichen Plus von jährlich 4,06 Prozent einen Platz unter den Top 10 (Stand: 29. November 2019). In puncto Nachhaltigkeit schneidet der Fonds Morningstar zufolge ebenfalls überdurchschnittlich ab.  

Autor: Claudia Lindenberg, Das Investment
Erscheinungsdatum: 21.01.2020

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