Thomas Bartling, Geschäftsführer von CONCEPT Vermögensmanagement Quelle: CONCEPT Vermögensmanagement

Technologieaktien im Fokus: Corona beschleunigt Digitalisierung

Autor: Thomas Bartling, CONCEPT Vermögensmanagement

Homeoffice, digitale Lehrangebote und Online-Shopping – dies sind nur ein paar Beispiele dafür, in welchen Bereichen die Corona-Pandemie die Digitalisierung fordert und beschleunigt. Im Gespräch erläutert Thomas Bartling, Geschäftsführer von CONCEPT Vermögensmanagement, seine Einschätzung zur anhaltenden Überlegenheit von Technologieaktien und gibt einen Ausblick auf die Herausforderungen unserer zukünftigen Arbeitswelt. Zudem geht Bartling darauf ein, wie er das Thema Nachhaltigkeit als Fondsberater des CONCEPT Aurelia Global berücksichtigt.

ChampionsNews: Herr Bartling, der CONCEPT Aurelia Global (ISIN DE000A0Q8A07) wurde mit einem deutlichen Vorsprung als bester offensiver globaler Mischfonds von DAS INVESTMENT in der Rubrik CRASHTEST (Ausgabe 03/2021) ausgezeichnet. Warum ist Ihr Fonds so erfolgreich und welche Wertentwicklung konnte er erzielen?

Thomas Bartling: Der CONCEPT Aurelia Global ist ausgezeichnet worden, weil er in verschiedenen, auch längeren Zeiträumen überdurchschnittlich gute Performancedaten (1 Jahr 23,65 Prozent, 3 Jahre 10,81 Prozent p. a., 5 Jahre 10,13 Prozent p. a. per 15.04.2021) vorweisen kann. Gleichzeitig konnten wir in diversen Abwärtsphasen die Risiken in Schach halten und weisen auch nach dem Corona-Crash im März 2020 nur einen maximalen Wertverlust von 17 Prozent zum Höchststand aus. Der Fonds hat Alleinstellungsmerkmale, weil er schon über viele Jahre Dinge miteinander kombiniert, die vordergründig nichts miteinander zu tun haben – ein außergewöhnlicher Investitionsmix.

Sie sind seit längerer Zeit stark in Technologieaktien und Gold investiert. Was macht aus Ihrer Perspektive diesen außergewöhnlichen Investitionsmix so besonders?

Investitionen in Technologieunternehmen sind immer Investitionen in Zukunftsgestalter und in Lösungen und Innovationen, die vom Menschen kreativ gestaltet unser aller Leben verändern.

Thomas Bartling

Der Mix verbindet Zukunft mit Tradition. Investitionen in Technologieunternehmen sind immer Investitionen in Zukunftsgestalter und – wie aktuell auch durch Corona sichtbar – Investitionen in Lösungen und Innovationen, die vom Menschen kreativ gestaltet unser aller Leben verändern. Edelmetalle und ganz besonders Gold stehen für das Bewahrende, Sichernde, auch über Jahrhunderte hinweg. Beides hat Sachwertcharakter, und eine Kombination vereint eben die Vorteile von beidem; die Renditepotenziale von Technologieaktien und die Geldwertstabilität von Gold.

Richten wir den Blick nach vorne. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung von Technologieaktien ein? Stehen bereits neue digitale Trends vor der Tür?

Seit einigen Monaten haben andere Sektoren, wie der Automobil- oder auch der Finanzsektor, den Technologieaktien den Rang abgelaufen. Ich glaube, dass die derzeitige relative Stärke von Value-Werten aus der Old Economy Nachholeffekten geschuldet ist und nur ein kurzes Intermezzo bleiben dürfte. Wenn diese Sektoren wieder wirtschaftlich gesunden oder wachsen wollen, ist das nur mit dem Einsatz neuer Technologien möglich. Das sind Softwarelösungen oder Kommunikationsplattformen, die Antworten auf verändertes Konsumentenverhalten geben. Die Corona-Pandemie hat bekanntermaßen für einen Wachstumsschub im Online-Handel gesorgt, auch insoweit als im Sog des E-Commerce-Giganten Amazon unzählige kleine, ehemals nur stationär erreichbare Einzelhändler ihren Kunden Online-Bestellungen ermöglicht haben. Zur „neuen Normalität“ gehört nun auch, dass Top-Restaurants Menüs auf dem heimischen Esstisch servieren oder Bildungseinrichtungen, wie Hochschulen oder Universitäten, nicht nur Lehrangebote digitalisiert vermitteln, sondern sogar schriftliche Prüfungen remote abhalten. Anfängliche Schwierigkeiten sind dabei schnell überwunden worden. Softwarelösungen zur Shop-Verwaltung und vor allem Zahlungsabwicklung übers Smartphone, zum Beispiel mit Paypal oder Square, haben Hochkonjunktur. Die Digitalisierung des Geldes und der Wegfall von Bargeld sind durch Corona extrem beschleunigt worden, der Point of Sale ist dabei unumkehrbar ins heimische Wohnzimmer verlegt worden. Persönlich erwarte ich, dass Unternehmen sehr viele Anstrengungen unternehmen werden, um zukünftig intensive Einkaufs- und Markenerlebnisse in die heimischen Wände zu transportieren – da stehen wir erst am Anfang. Über Apps und mobile Plattformen möchten die Unternehmen dabei mit ihren Kunden kommunizieren. Die Kontrolle und die Nutzung des weiter exponentiell steigenden Datenvolumens bleibt dabei eine der größten Herausforderungen und sichert den Technologieunternehmen ihren überlegenen Wert.

Die Digitalisierung schreitet unaufhörlich voran und prägt die Arbeitswelt bereits heute deutlich. Welchen Einfluss wird diese Entwicklung Ihrer Ansicht nach noch auf die „Arbeitswelt der Zukunft“ und insbesondere auf Arbeitsplätze nehmen?

Die Corona-Pandemie ist zu unser aller Leid sozial trennend und auf Abstand ausgerichtet. Dabei ist es wenig überraschend, dass sie dem Homeoffice den Durchbruch beschert hat. Corona hat damit aber auch die Digitalisierung als unverzichtbar ins Blickfeld gerückt und digitalen Anwendungen, wie Online-Meetings oder Cloud-Software, starke Nachfrage gebracht. Alles zusammen hat in kürzester Zeit zu weitreichenden Veränderungen in unserer Arbeitswelt geführt, die sicherlich bleiben und gleichzeitig weiterentwickelt werden. Für viele Mitarbeiter wurde aus dem Arbeiten zu Hause ein Leben im Büro, für viele leider auch ohne sozialen Austausch und zwischenmenschlichen Wissenstransfer. Ich habe einer Umfrage entnommen, dass ein Großteil der Arbeitnehmer sich zukünftig eine Mischung aus Präsenz- und Fernarbeit vorstellen kann. Die zunehmende Digitalisierung wird diese Flexibilisierung unterstützen und muss dabei vor allem Fragen der Prozess- und Cyber-Sicherheit lösen. In der Arbeitswelt der Zukunft, mit weniger persönlichen Begegnungen, sind vor allem Modelle der Zusammenarbeit neu mit Leben zu füllen.

Wie berücksichtigen Sie im Rahmen der Asset-Allokation das Thema Nachhaltigkeit?

Wir möchten im CONCEPT Aurelia Global verantwortlich und damit nachhaltig investieren und haben für uns eine klare ESG-Policy formuliert. Um die Umsetzung sicherzustellen, arbeiten wir mit MSCI zusammen und nutzen am Ende unseres Investmentprozesses die Unternehmens-Ratings von MSCI ESG Research als finalen Filter. Gemäß der am 10. März 2021 in Kraft getretenen neuen Offenlegungsverordnung ist der CONCEPT Aurelia Global als Artikel 8-Fonds klassifiziert. 

Autor: Thomas Bartling, CONCEPT Vermögensmanagement
Erscheinungsdatum: 17.05.2021