Nachhaltigkeit ist das übergeordnete Ziel, das durch eine konstante Entwicklung erreicht werden soll. Foto: Dan Meyers Quelle: Unsplash

Nachhaltigkeit: Viele Strategien führen zum Ziel

Autor: Robert Bluhm, Universal-Investment

Auf Fondsebene bieten ESG-Strategien, wie „Best in Class“ oder Ausschlüsse nach bestimmten Kriterien, Anhaltspunkte zur Integration von Nachhaltigkeit in den Investitionsprozess. Weitere Anhaltspunkte sind die Sustainable Development Goals (SDGs) der UN oder das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zur Begrenzung der Erderwärmung. Dabei sollten Investoren und Asset Manager agil handeln, um ihren Standort auf der globalen Nachhaltigkeitskarte kontinuierlich zu überprüfen.

Robert Bluhm, Sustainability Officer / Head of Securities Product Management, Universal-Investment Foto: Alexander Habermehl Quelle: Universal-Investment

Hohe Schadstoffemissionen führen zur Erderwärmung und bedingen den Klimawandel, der sich in Artensterben, Eisschmelze und extremen Wetterereignissen manifestiert. Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in Lieferketten einiger Handelsunternehmen thematisieren die Medien ebenso wie sittenwidriges Verhalten, zwielichtige Geschäftspraktiken und Datenschutzverstöße. Solche Skandale sind nicht nur schädlich für Unternehmen, sondern stellen auch Risikofaktoren für Investitionsentscheidungen dar. Die ESG-Faktoren, Environment, Social und Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, beschreiben drei Kriterien für Nachhaltigkeit. War ESG zu Beginn ein Nischenansatz, der aus Risikosicht integriert wurde, so hat sich der Blickwinkel inzwischen stark erweitert. ESG ist nicht nur ein Thema für reine „Überzeugungstäter“, sondern ist ein fester Bestandteil im Investmentprozess vieler Asset Manager geworden. Nachhaltige Investitionen können einen messbaren „Impact“ für Umwelt und Gesellschaft im Sinne der nachhaltigen Entwicklung schaffen.

Wandel zugunsten nachhaltiger Strategien

Die Europäische Union (EU) sieht den Finanzsektor als entscheidendes Element bei der Umleitung privater Finanzströme zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung. Bereits in den vergangenen Jahren zeichnete sich ein Wandel zugunsten der vermehrten Berücksichtigung nachhaltiger Strategien ab. Jedoch nicht in dem Umfang und der Geschwindigkeit, die erforderlich sind, um die multilateralen Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen zur Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad und die 17 „Sustainable Development Goals“ zu erreichen. Daher hat die EU bereits 2018 im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit dem Aktionsplan für nachhaltige Finanzierung den ersten Grundstein gelegt. Kapitalflüsse sollen auf nachhaltige Investitionen umgelenkt, Nachhaltigkeitsrisiken verstärkt in den Fokus genommen sowie Transparenz und Langfristigkeit gefördert werden.

Die ersten Anforderungen aus der Offenlegungsverordnung zeigen, dass Finanzmarktakteure vermehrt standardisiert zur Veröffentlichung ihrer Nachhaltigkeitsstrategien, Methoden und erreichten Ziele verpflichtet werden. So sollen Klarheit und Transparenz gefördert und Greenwashing vermieden werden. Auch die Taxonomie, ein Klassifizierungssystem, dient zur Einordnung von Wirtschaftsaktivitäten nach ökologischen und nachhaltigen Kriterien, aber nicht zur Ausgestaltung von Anlageentscheidungen. Denn die EU reguliert ganz bewusst keine Ausprägungen nachhaltiger Investitionen, sondern lässt Gestaltungsfreiraum.

Nachhaltigkeit im eigenen Tempo

Die Ausgestaltung ist abhängig vom eigenen Blickwinkel und Verständnis sowie von finanziellen und personellen Ressourcen. Einigen Investoren reichen bestehende Nachhaltigkeitsindizes aus, andere erarbeiten ihre eigene Methodik und setzen möglicherweise sogar ein hausinternes Rechercheteam auf. Demnach kann der Ansatz je nach Reifegrad des eigenen Nachhaltigkeitsverständnisses und der zugehörigen Strategie variieren. Viele Wege führen von der Berücksichtigung einzelner sozialer oder ökologischer Merkmale über eine umfängliche ESG-Strategie hin zu einer messbaren, wirkungsorientierten Investmentstrategie. Denn Nachhaltigkeit ist das übergeordnete Ziel, das durch eine konstante Entwicklung erreicht werden soll. Verschiedene Strategien leisten dazu einen unterschiedlich starken Beitrag.

Dieser Gestaltungsfreiraum fordert Investoren aber auch heraus, die sich erstmals des Themas Nachhaltigkeit annehmen und in einem heterogenen Markt mit einer Vielzahl von Akteuren konfrontiert werden. Sie werden feststellen, dass zahlreiche relevante Informationen und Daten weder standardisiert sind noch veröffentlicht werden. Verfügbare Daten und belastbare Informationen werden in Zukunft ein wesentlicher Treiber für die Wirksamkeit nachhaltigen Investierens sein. Auch werden Initiativen wie zum Beispiel die Principles for Responsible Investment (PRI) oder das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) nachhaltige und verantwortungsvolle Investments vorantreiben und sich für Standards in der Branche einsetzen.

Den eigenen Standort bestimmen

Der Markt, wie auch die Nachhaltigkeit an sich, zeichnet sich durch Vielfältigkeit aus und entwickelt sich stets weiter. Um diesem Fortschritt gerecht zu werden, sollten Investoren und Asset Manager nicht nur einmalig den eigenen Standort auf der globalen Nachhaltigkeitskarte definieren. Sie sind vielmehr gefordert, ihren Status quo immer wieder zu überprüfen und an neue Rahmenbedingungen anzupassen.

In diesem Prozess können Service-Dienstleister als Bindeglied im Markt, kompetenter Gesprächspartner und wertvolle Informationsquelle für aktuelle Marktentwicklung dienen. Darüber hinaus leisten Produktangebote wie ein zielgerichtetes und detailliertes Reporting einen wesentlichen Beitrag zu mehr Transparenz. So können Investoren die Wirksamkeit ihres Handelns verlässlich und fortlaufend messen und sich auf Kernaufgaben des Portfolio Managements anhand verlässlicher Daten konzentrieren. Wissensstarke Partner können den Einstieg in die nachhaltige Kapitalanlage möglichst einfach gestalten und versierte Investoren in der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategien begleiten.

ESG bei Universal-Investment

Universal-Investment hat das Thema Nachhaltigkeit strategisch im ESG-Office verankert, das alle Nachhaltigkeitsthemen zentral steuert und regelmäßig direkt an den CEO berichtet. Als Unternehmen wirken wir zum einen selbst auf Umwelt und Menschen, weshalb wir den Einfluss unserer eigenen Geschäftstätigkeit, unserer Prozesse und Strukturen messbar machen und stetig verbessern. Zum anderen haben wir als Dienstleistungspartner unserer Kunden einen effektiven Hebel, um eine nachhaltige Entwicklung im Finanzsektor voranzutreiben. Universal-Investment ist seit 2017 Mitglied der PRI und fördert als Dienstleister die Anwendung der sechs ESG-Prinzipien in der Branche. Im Februar 2020 ist Universal-Investment dem Forum Nachhaltige Geldanlagen beigetreten.

Leistungen aus der gesamten Breite der Kompetenzen von Universal-Investment

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Quelle: Universal-Investment

Unseres Erachtens spielt die Arbeit des FNG eine zentrale Rolle für die Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen im deutschsprachigen Euro-Raum. Sie stärkt die Vernetzung relevanter Akteure im Markt. Universal-Investment will die Zusammenarbeit im Nachhaltigkeitsbereich fördern, Transparenz schaffen sowie neue Standards etablieren und diese aktiv mitgestalten. Als Fonds-Service-Plattform verbindet das Unternehmen zudem alle wesentlichen Akteure der Investmentkette und kann so einen wertvollen Datenpool generieren. Dank unserer Unabhängigkeit sind wir der ideale Co-Pilot, um unsere Kunden auf dem Weg zur Integration von Nachhaltigkeit in die Kapitalanlage zu begleiten. 

Autor: Robert Bluhm, Universal-Investment
Erscheinungsdatum: 26.04.2021