Andreas Rachor, PRISMA Investment Quelle: PRISMA Investment

Werkzeuge des Investmenterfolgs

Autor: Andreas Rachor, PRISMA Investment

Auf dem Siegertreppchen: Der Prisma Aktiv UI gewinnt zum zweiten Mal in Folge den Deutschen Fondspreis in der Kategorie „Mischfonds Global ausgewogen“. Welche Erfolgsstrategie steckt hinter diesem Mischfonds? ChampionsNews hat bei Andreas Rachor, geschäftsführender Gesellschafter von PRISMA Investment (PRISMA), nachgefragt. Er spricht dabei auch über die Themen ESG und Risikomanagement.

ChampionsNews: Welcher erfolgversprechende Investmentprozess steckt hinter Ihrem Mischfonds?

Andreas Rachor: Den Prisma Aktiv UI (ISIN DE000A1W9A77 (AK R)) betreut ein Team von fünf erfahrenen Investmentmanagern. Dabei ist entscheidend, dass das Team sein gesamtes Potenzial für die Performance des Fonds einbringen kann. Der Investmentprozess von PRISMA beruht auf der traditionellen Kombination von Top-down- und Bottom-up-Investmentüberlegungen. Dabei ist es aus unserer Sicht für einen global anlegenden vermögensverwaltenden Fonds besonders wichtig, konkrete Ansichten zur Entwicklung der wichtigsten Volkswirtschaften zu entwickeln (sogenanntes Weltbild), sich darüber klar zu werden, in welchem Status sich der aktuelle Wirtschaftszyklus befindet, welche Trends sich besonders auf längere Sicht durchsetzen (zum Beispiel ESG, Digitalisierung), welche politischen Ereignisse die Bewertungen an den Kapitalmärkten beeinflussen, wie sich die Zinslandschaft darstellt, welche Regionen und Asset-Klassen zu bevorzugen beziehungsweise zu vernachlässigen sind.

Entscheidend ist, dass das Team sein gesamtes Potenzial für die Performance des Fonds einbringen kann.

Andreas Rachor

Sie legen Ihre Schwerpunkte auf Investitionen in Europa und Asien. Welches Potenzial sehen Sie in diesen Regionen?

Die asiatischen Volkswirtschaften sind von einem hohen Wachstumspotenzial gekennzeichnet. In dieser für das Wachstum der Weltwirtschaft inzwischen wichtigsten Region haben sich in den letzten Jahren in Zukunftsbranchen, wie zum Beispiel dem Chip-Sektor, globale Marktführer entwickelt. Durch Investments in Asien kann man an dieser Entwicklung sehr gut partizipieren. Außerdem eröffnet sich durch Investments in Asien eine zusätzliche Diversifizierungsmöglichkeit für das Portfolio, da sich die Kapitalmärkte in Asien durchaus in ihrer Entwicklung von den entwickelten Märkten unterscheiden. Dies betrifft sowohl die Aktienmärkte als auch die Märkte für festverzinsliche Wertpapiere.

Auch wenn das Wachstumspotenzial in Europa im Vergleich zu Asien und den USA nicht so groß ist, bietet der europäische Kapitalmarkt eine Fülle gut geführter Unternehmen, die ihre Umsätze zum großen Teil in den Wachstumsregionen erzielen und damit auch an dem Potenzial in dieser Region partizipieren.

Wie integrieren Sie das Thema ESG im Prisma Aktiv UI? Welche Branchen schließen Sie aus?

Wir verfolgen einen zweistufigen Investmentansatz in Sachen ESG. In einem ersten Schritt werden von vornherein einige Branchen aufgrund generell ungenügender Ergebnisse aus dem Investmentuniversum ausgeschlossen. Aktuell sind das die Branchen Rüstung, Glücksspiel, Tabak, Alkohol, Kohle und grüne Gentechnologie. Im zweiten Schritt ist die ESG-Analyse in die weitere Prüfung des Geschäftsmodells des Zielunternehmens integriert. Der Prisma Aktiv UI ist als nachhaltiger Fonds gemäß Artikel 8 der Offenlegungsverordnung klassifiziert. PRISMA ist eine Ausgründung aus der Vermögensverwaltung der Software AG Stiftung, daher ist es bereits seit Gründung der Gesellschaft, im Jahr 2014, in der Kapitalanlage eine Selbstverständlichkeit, ESG-Kriterien zu berücksichtigen.

Das vergangene Jahr war durch die Corona-Pandemie von besonderen Herausforderungen am Kapitalmarkt geprägt und stellte Fondsinitiatoren auf die Probe. Wie ist es Ihnen in der Pandemie ergangen und wie haben Sie Risiken reduziert?

Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, in schwierigeren Kapitalmarktphasen zumindest das Kapital des Anlegers zu erhalten. Damit sich die Volatilität und der maximale Drawdown des Fonds in Grenzen halten, sind als Bestandteil des Risikomanagements für die Aktienpositionen sogenannte High-Watermark-Stop-Kurse implementiert. Durch diese Maßnahme reduzieren wir die Volatilität des Portfolios systematisch. Das vergangene Jahr war in dieser Hinsicht aufgrund der Corona-Pandemie und den damit in Verbindung stehenden gravierenden Auswirkungen für die Realwirtschaft und die Kapitalmärkte ein wirklicher Härtetest. So wurden im Frühjahr 2020 die Aktienpositionen im Fonds aufgrund des Auslösens der Stop-Kurse zügig deutlich reduziert und damit der Rückgang des Anteilwertes gemildert. Entscheidend für die Performance des Fonds im Jahr 2020 war dann aber im weiteren Jahresverlauf der Wiedereinstieg in die Aktienmärkte und, auf Seiten der Anleihen, der Aufbau von Positionen in hochverzinslichen Unternehmensanleihen.

Mit dem Prädikat „Herausragend“ setzt sich der Flaggschifffonds von PRISMA beim Deutschen Fondspreis gegen 516 Fonds in seiner Kategorie durch und erreicht den ersten Platz. Wie lautet Ihre Erfolgsstrategie in Gänze?

Uns ist es wichtig, dass alle von uns definierten Werkzeuge konsequent angewendet werden. Denn dies ist die Voraussetzung für unseren Investmenterfolg. Eine Investmentboutique wie PRISMA spielt aufgrund ihrer Schnelligkeit, des konsequenten Teamansatzes und der disziplinierten Umsetzung des Investmentansatzes ihre Stärken sehr effektiv aus. Das spiegelt sich auch in dem nun bereits zum zweiten Mal in Folge verliehenen Deutschen Fondspreis in der Kategorie „Mischfonds Global ausgewogen“ wider. Bei der Auszeichnung des Fonds orientiert sich der Fondsdatenanbieter Mountain View insbesondere an der Performance der letzten zwei, fünf und acht Jahre, wobei der Wert um die Stärke der Wertschwankungen bereinigt wird. 

Autor: Andreas Rachor, PRISMA Investment
Erscheinungsdatum: 12.05.2021