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„Wir befinden uns in Zeiten des Aufbruchs“

Autoren: Katja Müller, Michael Reinhard

Erscheinungsdatum: 20. Juni 2022

  • Unternehmen
  • Institutionelle Investoren
Katja Müller und Michael Reinhard Michael Reinhard, Chief Executive Officer, und Katja Müller, Chief Customer Officer, beide Universal Investment Quelle: Frank Blümler, Frankfurt, Germany

Wo steht die Universal Investment Gruppe heute und welche Pläne verfolgt das Unternehmen für Institutionelle Investoren und Fondsinitiatoren? Wie stark sind Kryptoassets im Kommen? Antworten darauf geben Michael Reinhard, Chief Executive Officer, und Katja Müller, Chief Customer Officer, im Interview.

universal spotlight: Herr Reinhard, bevor wir gleich gemeinsam in die Zukunft blicken: Wie hat sich Universal Investment in den vergangenen Jahren entwickelt?

Michael Reinhard: Wir sind in den vergangenen Jahren mit unseren Kunden gemeinsam gewachsen. Ich bin stolz auf diese Entwicklung. Wir haben entscheidende Schritte unternommen, um Universal Investment stabil und erfolgreich in die Zukunft zu führen. Bereits heute sind wir in Europa der größte unabhängige ManCo-Provider, der auch Fondsadministration anbieten kann. Auch wenn die Pandemie, der unfassbare Krieg in der Ukraine und manch andere Herausforderung in mehrfacher Hinsicht für uns alle anspruchsvoll waren und noch immer sind: Wir sind auch dank unserer erfolgreichen Kunden weiterhin als Master- und Service-KVG die Nummer eins in Deutschland und die größte Third-Party-ManCo sowie die größte AIFM-ManCo in Luxemburg. Wir haben die Übernahme der irischen Plattform vom Bankhaus Metzler erfolgreich abgeschlossen und haben somit unser drittes Fondsdomizil aufgebaut. Und mit der Übernahme der European Fund Administration, kurz EFA, können wir, sobald die Genehmigung der luxemburgischen Aufsichtskommission des Finanzsektors (CSSF) vorliegt, auch die reine Administration von Assets europaweit anbieten. So ist Universal Investment einer der wenigen Anbieter, der Institutionellen Anlegern und Fondsinitiatoren Lösungen über drei Fonds-Service- und ManCo-Standorte in Europa anbieten kann – mit jeweils lokalen Experten-Teams und signifikanter Substanz.


Wir ergänzen die Plattform immer weiter um neue Partnerschaften mit effektiven Funktionalitäten.
Katja Müller
Katja Müller

Was bedeutet das Wachstum für Ihre Kunden, Frau Müller?

Katja Müller: Wir erfüllen unseren beiden Kundengruppen zwei Versprechen: Fondsinitiatoren ermöglichen wir es weltweit, dass sie sich voll auf ihre
Kernkompetenzen konzentrieren können, weil wir uns mit unserer Expertise und unserer zukunftsfesten Plattform um alles andere kümmern. Institutionelle Investoren unterstützen wir, indem wir ihre Anlagen in allen Asset-Klassen effizient, transparent und regulierungskonform verwalten. Nun sind wir an den drei wichtigsten europäischen Investmentstandorten vertreten und haben unsere Niederlassung in London eröffnet, um angelsächsische Kunden für uns zu begeistern. Wir wollen aber auch die Zukunft der Fondsindustrie mitgestalten und unsere Kunden begleiten. Ein Beispiel hierfür ist die Akquisition der B2B-Online-Community CAPinside. Das ist einer von mehreren Bausteinen, um für unsere Fondspartner eine One-Stop-Vertriebsplattform für alle Asset-Klassen aufzubauen. CAPinside bietet ein digitales Angebot für die Vernetzung von Intermediären wie IFAs mit Asset Managern und Fondsinitiatoren. UI labs konnte das Produktangebot „flowsuite“ um weitere Frontoffice- und Reporting-Lösungen als Software as a Service erweitern. Wir ergänzen die Plattform immer weiter um neue Partnerschaften mit effektiven Funktionalitäten für Portfolio Manager. Und durch UI Enlyte begleiten wir unsere Kunden in die Welt der digitalen Assets. Die Gesetzgebung hat hier die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen, die es zum Beispiel ermöglichen, dass inländische Spezialfonds mit festen Anlagebedingungen nun bis zu 20 Prozent ihres Volumens in Kryptowerte investieren können. Und gemeinsam mit der EFA wollen wir künftig das gesamte Spektrum an Investor-Services anbieten mit zusätzlichen Lösungen im Bereich der Alternative Investments und der Private Assets.

Frau Müller, was erwartet Institutionelle Investoren und Asset Manager 2022?

Katja Müller: Die Regulierungswelle der vergangenen Jahre wird nicht abebben, im Gegenteil. Aktuell beschäftigen sich unsere Experten-Teams mit weit über 30 weiteren Regulierungsprojekten und wir investieren viel, damit unsere Kunden auch morgen auf der sicheren Seite stehen. Immerhin wird die Regulierung insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit konkreter und detaillierter werden, sodass sich alle Marktteilnehmer zunehmend auf die Produktqualität von ESG-Investments verlassen können. Die Asset-Klasse Alternative Investments wird weiterwachsen und einen immer größeren Anteil in den Portfolios Institutioneller Investoren und den Asset-Manager-Strategien einnehmen. Dies zeigen sowohl die Daten der Kapitalströme auf unserer Plattform als auch die vielen Gespräche mit unseren Kunden. Investitionen in Immobilien werden noch wichtiger, aber auch Private-Debt-Strukturen sind aus vielen Investmentstrategien nicht mehr wegzudenken.


Michael Reinhard
2022 könnte das Jahr des Durchbruchs für Digital Assets werden.
Michael Reinhard

Wie stark ist das Thema Kryptoassets im Kommen, Herr Reinhard?

Michael Reinhard: Kryptowährungen und Digital Assets sind inzwischen eine ernst zu nehmende Anlagemöglichkeit geworden. Das sehen wir auch an den Überlegungen der EZB zum digitalen Euro. Auch wir beschäftigen uns intensiv mit Digital Assets. Mit unserer Tochtergesellschaft UI Enlyte haben wir eine der ersten regulatorisch konformen Investmentplattformen für Digital Assets geschaffen, die auf der Blockchain-Technologie basiert und die Qualitätsansprüche institutioneller Anleger erfüllt. UI Enlyte bildet auf einer einzigen Plattform alle Hauptphasen des Anlageprozesses digital ab: vom Onboarding der Kunden über die Emission von Digital Assets und deren Administration bis zum Reporting. Gemeinsam mit unseren Kunden arbeiten wir an konkreten Projekten für Security Token Offerings, §284er-Fonds mit Kryptoquote sowie tokenisierten Fondsanteilen. Und wir stehen bereit, sobald die Regulierungsbehörden grünes Licht für den vollkommen digitalen Fonds geben. 2022 könnte das Jahr des Durchbruchs für Digital Assets werden.

Was können wir außerdem von Universal Investment erwarten?

Michael Reinhard: Wir befinden uns in Zeiten des Aufbruchs und werden weiter auf Wachstum setzen und in unsere Mitarbeitenden sowie Technologie investieren. Im Übrigen erwarten wir eine weitere Konsolidierung in der Investmentbranche. Auch hier wollen wir eine Rolle spielen. Der Wettbewerb wird stärker und globaler. Effizienz und Volumina haben eine immense Bedeutung in unserem Geschäftsfeld. So halten wir auch nach Abschluss der Übernahme der EFA nach weiteren Kapitalverwaltungsgesellschaften und spannenden Unternehmen Ausschau, die unsere Produktpalette ergänzen. Unser Heimatmarkt bleibt Deutschland, und hier wollen wir unsere Spitzenposition als die beste Master- und Service-KVG ausbauen. Dennoch stehen Büros und Niederlassungen in Skandinavien, Asien und an der Ostküste der USA auf unserer Liste. Unser Standort in Krakau ist erfreulicherweise auf inzwischen über 200 Mitarbeitende angewachsen. Die neu gewonnenen Spezialistinnen und Spezialisten – aus den Bereichen Accounting über Robotics bis hin zu Data-Science – sind für unsere standortübergreifenden Teams eine echte Bereicherung. Nicht zu vergessen ist der schnell wachsende Bereich der Nachhaltigkeit. So arbeiten wir unter anderem an einer tagesaktuellen Risikoberechnung alternativer ESG-Daten, damit Investoren und Asset Manager ihr Portfolio schnell anpassen können.

„Clients First“ ist Ihre Devise. Was heißt das konkret, Frau Müller?

Katja Müller: Das ist Ausdruck unserer Überzeugung, dass wir als Fonds-Service-Plattform und SuperManCo nur dann erfolgreich sind und bleiben, wenn unsere deutschen und zunehmend internationalen Kunden mit unseren auf sie zugeschnittenen Lösungen erfolgreich sind. Das haben wir gemeinsam in den vergangen zwölf Monaten trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie erreicht. Nun werden wir weiter signifikant in Innovationen und die Produktlösungen von morgen investieren, um als führende Plattform für die Fondsindustrie weitere Maßstäbe zu setzen.

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