Grundsätze zur Ausübung von Stimmrechten

(Stand: Dezember 2016)

Die Ausübung von Aktionärs- und Gläubigerrechten durch die Verwaltungsgesellschaft Universal-Investment-Luxembourg S.A. (nachfolgend „UI-Luxemburg“) ist Teil der ordnungsgemäßen Verwaltung von Investmentfonds. Durch die Ausübung von Stimmrechten kann die UI-Luxemburg Einfluss auf Gesellschaften nehmen und somit die Wertsteigerung des Unternehmens nachhaltig und langfristig positiv beeinflussen.

Maßgebend für die Ausübung bzw. Nichtausübung von Stimmrechten ist in erster Linie das Interesse der Anleger. Die Entscheidungen werden dabei unabhängig von den Interessen Dritter unter Wahrung der Integrität des Marktes getroffen.

UI-Luxemburg prüft im Einzelfall, unter Berücksichtigung der Kosten, ob und wie die Stimmrechte wahrgenommen werden sollen.

Die vorliegenden Grundsätze zur Ausübung von Stimmrechten konkretisieren die Position von UI-Luxemburg bezüglich einer Reihe von Fragen, die Unternehmen betreffen, an denen die von Ihr verwalteten Investmentvermögen Beteiligungen halten. Die Grundsätze zur Ausübung von Stimmrechten sollen als Leitfaden verstanden werden, es werden keine potenziellen Abstimmungsszenarien aufgezeigt.

Leitlinien zur Stimmrechtsausübung

Folgende Grundsätze konkretisieren das Abstimmungsverhalten von UI-Luxemburg, jeweils auf Basis der UI-Luxemburg vorliegenden Informationen:

Wirtschaftsprüfer: Wenn die Gesellschaft einen Wirtschaftsprüfer bestellt sollte darauf geachtet werden, dass dieser unabhängig ist, dass die Vergütung angemessen und transparent ist und dass die Bestellungsperiode nicht länger als fünf Jahre beträgt. Ist der Wirtschaftsprüfer ebenfalls als Berater für die Gesellschaft tätig, sollten die Beratungsgebühren nicht unverhältnismäßig höher als die Prüfungskosten sein und getrennt ausgewiesen werden.

Vorstand & Aufsichtsrat: Bei der Bestellung des Vorstands (Management Board/Executive Board) sowie des Aufsichtsrates (Supervisory Board/Board of Directors) eines Unternehmens, legt UI-Luxemburg Wert auf eine klare Definition und Trennung der Verantwortlichkeiten. Eine Personalunion von strategischen Positionen (z. B. Chief Executive und Chairman in einer Person) wird als kritisch angesehen. Des Weiteren sollte auf eine angemessene Vielfalt (Diversity) und Qualifikation geachtet werden. Im Falle von möglichen Interessenkonflikten oder berechtigten Zweifeln an der Qualifikation behält sich UI-Luxemburg vor, gegen die Bestellung eines neuen Mitgliedes in den Vorstand oder den Aufsichtsrat zu stimmen. Ein direkter Wechsel von Vorstandsmitgliedern in den Aufsichtsrat ohne eine sogenannte „Cooling-off"-Phase“ wird von UI-Luxemburg als kritisch angesehen. Die Vergütung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sowie Abfindungen jeglicher Art sollen leistungsgerecht, verhältnismäßig und transparent und angemessen zum langfristigen Erfolg der Gesellschaft sein. Die Vergütungsstruktur soll verhindern, dass Vorstand und Aufsichtsrat verleitet werden, unangemessene Risiken einzugehen.

Geschäftsbericht: Der Geschäfts- bzw. Jahresbericht des Unternehmens sollte regelmäßig veröffentlicht werden und transparent sein, um den Aktionären einen Überblick über die finanzielle Situation des Unternehmens zu geben.

Kapitalmaßnahmen: Eine Kapitalerhöhung eines Unternehmens wird als positiv angesehen, wenn

- sie dazu dient, eindeutig und langfristig die Ertragschancen des Unternehmens zu erhöhen
- sie mittels Bezugsrechten erfolgt und
- sie maximal 50 Prozent des umlaufenden Gesellschaftskapitals beträgt.

Im Falle eines Rückkaufs von Aktien sollte der Grundsatz der Gleichbehandlung gelten, Sondervorteile für einzelne Aktionäre  werden kritisch gesehen. Der Preis einer Aktie sollte den Marktpreis nicht um zehn Prozent übersteigen.

Gewinnverwendung: Eine Dividendenzahlung sollte angemessen sein und dem finanziellen Ergebnis des Unternehmens entsprechen. Unter besonderen Voraussetzungen kann einer Auszahlung der Dividende aus der Substanz zugestimmt werden.

Fusionen und Akquisitionen: Im Falle von Fusionen und Akquisitionen soll der gebotene Kaufpreis dem nachhaltigen Unternehmenswert entsprechen.

Aktionärsrechte: Jede einzelne stimmberechtigte Aktie sollte grundsätzlich das gleiche Stimmrecht beinhalten ("One Share – One Vote"-Grundsatz).

Corporate-Governance-Codex und Best-Practice: Corporate-Governance-Sachverhalte, die in den vorhergehenden Punkten nicht ausdrücklich genannt werden, sollten anhand marktüblicher Best Practice (z. B. OECD-Prinzipien) überprüft und eingestuft werden. Das Unternehmen sollte eine Diversity-Politik formuliert haben und über deren Fortgang regelmäßig berichten.

Überprüfung

Diese Grundsätze werden in regelmäßigen Abständen überprüft und von der UI Luxemburg veröffentlicht.